AgnesMaria schrieb
Es sind viele Faktoren die da reinspielen, nicht nur viel Naharbeit. 30% der Bundesbürger sollen myop sein, laut Schaeffel. Das erscheint mir persönlich zu viel. Es rennt ja in meiner Umgebungz.B. kaum einer mit Brille rum. Auch nicht mit Kontaktlinsen. Ich weiß nicht woher Schaeffel diese Zahl hat. Im Jahr 1999 sprach er mir gegenüber von knapp 10%.
Seit dem Jahr 1999 hat sich PC-mäßig aber doch extrem viel verändert. denn das Internet hat zunehmend Einzug in die Haushalte gehalten, und die Lebensgewohnheiten nicht weniger (meist junger) Leute revolutioniert. Auch Internetforen wurden bis 1999 nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung genutzt, während heute der Austausch über alle Lebensbereiche und Hobbies nahezu selbstverständlich geworden ist.
Auch Prof. Schaeffel ist keinesfalls auf dem Wissensstand von 1999 stehengeblieben
"Der Computer öffnet zwar das Tor zur großen weiten Welt, aber er kann auch das Blickfeld vernebeln. Denn sein Siegeszug ist ein wichtiger Grund dafür, warum sich die Kurzsichtigkeit in den Industrieländern ausbreitet wie eine Epidemie."
"Diese massive Zunahme sei nur mit Umwelteinflüssen zu erklären, weil Gene sich nicht so schnell ändern könnten, sagte Professor Frank Schaeffel von der Universitätsaugenklinik Tübingen "In Fernost sind die Verkaufszahlen für Rechner enorm.""
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/05/31/097a1401.asp?cat=/computer/c...
Und bitte nicht vergessen, Naharbeit ist nicht gleich Naharbeit, denn man kann diese durchaus augenschonend absolvieren. Das sollte man Kindern schon in jungen Jahren beibringen, wie es verantwortungsvolle Eltern und Lehrer sowieso tun, vorausgesetzt, sie wissen ein bisschen über die Zusammenhänge bescheid.
Regelmäßiges Aufblicken in die Ferne kann den Myopisierungsprozess nach derzeitigem Wissensstand "höchstwahrscheinlich" verlangsamen bzw. aufhalten. ) In Zeiten erhöhter visueller Anspannung und Prüfungsdruck neigen besonders Kurzsichtige dazu die Umwelt auszublenden, und sich voll und ganz auf die Naharbeit zu konzentrieren. Als Lehrer kann man das bereits bei Schülern beobachten. Die einen sehen immer wieder mal aus dem Fenster, während sie nachdenken, die anderen vergessen alles um sich herum, und starren unentwegt auf ihr Buch oder Arbeitsblatt.
Vielleicht ist das individuell unterschiedliche Verhalten die hauptsächliche Erklärung dafür, dass nicht jeder kurzsichtig wird, der viel Naharbeit unterliegt?
Veranlagung für Kurzsichtigkeit ist der eine Faktor, Lebensgewohnheiten als Auslösefaktor der andere... Und natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahmen!
Auch dicke Eltern haben oftmals dicke Kinder, weil die Veranlagung dazu vererbt wird, aber auch die Lebensgewohnheiten werden dementsprechend weitergegeben und entscheiden massgeblich mit, wie sich die Veranlagung auswirkt. Auch wenn der Vergleich ein wenig hinken mag, so käme niemand auf die Idee übergewichtige Kinder darin zu bestärken ihre genetische Disposition ohne mögliche Verhaltensänderungen zu akzeptieren.
Möchte mich daher vollauf der Ansicht von Herrn Luckas anschließen
"intensives Naharbeiten fördert die Myopie in der Tat. Mache mindestens alle 30 min eine Augenpause,d.h. aus dem Fenster schauen. Wenn Du Glück hast, fällt die Steigerung geringer aus."
mit augenfreundlichen Grüßen
Romana
(sorry, mein Beitrag ging doppelt raus, aber ließ sich nicht ganz löschen)