Optometrie
Viele Menschen wissen, dass es Augenoptiker gibt und Augenärzte. Was ein Optometrist tut, wissen die wenigsten — obwohl er oft der ist, der bei Sehbeschwerden als Erster weiterhilft.
Wohin mit Ihrem Anliegen
Die neue Brille drückt, oder Sie sehen damit unscharf.
Augenoptiker oder Optometrist. Ein Termin ist meist in Tagen zu haben.
Ihr Kind kneift beim Lesen die Augen zusammen oder verliert die Zeile.
Optometrist mit Schwerpunkt Kinderoptometrie.
Die Augen brennen oder tränen, seit Sie Kontaktlinsen tragen.
Optometrist mit Schwerpunkt Kontaktlinsen. Bleiben die Beschwerden, zur Augenärztin.
Sie sehen plötzlich Blitze, Schatten, Rußregen oder einen dunklen Fleck.
Sofort zur Augenärztin oder in eine Augenklinik. Nicht warten, nicht erst messen lassen.
Wer macht was
Augenoptiker·in
Dreijährige Ausbildung, oft mit Meisterprüfung.
Berät zur Fassung, fertigt und passt die Brille an, misst die Sehstärke.
Wann: Wenn Sie eine Brille brauchen oder Ihre alte nicht mehr sitzt.
Optometrist·in
Studium oder Aufbauqualifikation auf die Augenoptik.
Misst die Sehschärfe, prüft das Zusammenspiel beider Augen und schaut sich mit der Spaltlampe den vorderen Augenabschnitt an. Manche fotografieren die Netzhaut.
Wann: Wenn das Sehen Beschwerden macht, die eine Brille allein nicht erklärt — oder wenn Sie wissen wollen, ob an Ihren Augen etwas auffällig ist.
Augenärzt·in
Medizinstudium und Facharztausbildung.
Stellt Diagnosen, behandelt Erkrankungen, verschreibt Medikamente, operiert.
Wann: Bei jedem plötzlichen Ereignis, bei Schmerzen, und immer dann, wenn ein Befund abgeklärt werden muss.
Wirkt bei einer optometrischen Messung etwas ungewöhnlich — ein Druckwert, eine Veränderung am Sehnerv —, schickt der Optometrist Sie zur Augenärztin. Er sagt Ihnen nicht, was Sie haben; er sagt Ihnen, dass jemand hinsehen sollte. Die Diagnose stellt die Ärztin.
Was Optometrie ist
Optometrie ist die Vermessung des Auges: die Bestimmung der Sehstärke, die Prüfung, wie beide Augen zusammenarbeiten, und der Blick darauf, ob am Auge etwas auffällig ist. Sie baut auf der Augenoptik auf und geht über sie hinaus.
In Deutschland ist Optometrie kein Heilberuf. Ein Optometrist darf messen, anpassen und beraten. Stellt er etwas fest, das ärztlich abzuklären ist, sagt er es Ihnen und nennt Ihnen den Weg — die Diagnose stellt die Ärztin.
Welche Qualifikationen es gibt
Die Titel unterscheiden sich von Land zu Land; sie sind keine Übersetzungen voneinander.
- Augenoptikermeister·in Deutschland, Österreich
- Handwerklicher Abschluss nach der Ausbildung. Berechtigt in Deutschland und Österreich zur selbständigen Führung eines Betriebs und zur Augenglasbestimmung.
- Kontaktlinsenoptiker·in Österreich
- Österreichische Befähigungsprüfung für das Anpassen von Kontaktlinsen. Steht auf derselben Stufe des Qualifikationsrahmens wie ein Bachelor.
- B.Sc. Optometrie Deutschland, Österreich
- Dreijähriges Hochschulstudium der Optometrie.
- M.Sc. Optometrie Deutschland
- Aufbaustudium nach dem Bachelor, meist mit klinischem Schwerpunkt.
- Optometrist·in BSc Schweiz
- Schweizer Hochschulabschluss. Seit dem Gesundheitsberufegesetz von 2020 der Standard der augenoptischen Versorgung in der Schweiz.
- dipl. Augenoptiker·in Schweiz
- Schweizer Abschluss der höheren Berufsbildung bis 2010. Berechtigt zur Korrektionsbestimmung und zur Kontaktlinsenanpassung; wird nicht mehr neu vergeben.
- Experte·Expertin in Augenoptik mit eidg. Diplom Schweiz
- Schweizer Höhere Fachprüfung, seit 2024 möglich.
- Augenärzt·in
- Ärztin oder Arzt mit Facharztausbildung für Augenheilkunde. Der einzige der hier genannten Berufe, der Diagnosen stellt und behandelt.
- Orthoptist·in
- Fachberuf für Schielen, Sehschwächen bei Kindern und Störungen des beidäugigen Sehens. Arbeitet meist in augenärztlichen Praxen.
Jemanden finden
Im Verzeichnis stehen Fachpersonen mit einer geprüften Qualifikation und die Betriebe, in denen sie arbeiten.