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Bild des Benutzers Tommarko
Verbunden: 9. Juli 2024 - 23:52
Amblyopie bei Tochter (fast 14) entdeckt!

Hallo Forum!

Ich bitte um Feedback da ich (wir) gerade mit der Situation leicht überfordert sind!

Es geht um meine ältere Tochter (wird in 6 Wochen 14).

Sie hatte als Kind nie Sehprobleme (auch bei Untersuchungen unauffällig).

Auch in den letzten Jahren konnte sie anscheinend problemlos sehen.

Anscheinend ist seit März 2024 dann zeitweise aufgefallen dass sie manchmal mit dem linken Auge nach innen schielt.

Mir ist es leider noch später aufgefallen da ich (geschieden) sie nur jedes 2. Wochenende bei mir habe.

Richtig auffällig ist es seit ca. 6 Wochen, ihr linkes Auge schielt jetzt ziemlich stark und ständig nach innen!

 

Auf meinen Hinweis sie sollte so schnell wie möglich zum Augenarzt hat ihre Mutter zumindest schnell mal einen Sehtest bei Apollo machen lassen und dort hat man ihr gesagt das rechte Auge hätte 0,5 Dioptrien aber links könnten sie kein eindeutiges Ergebnis messen, sie müssen zum Augenarzt!

Termin bekommt man auch nicht so schnell aber letzten Freitag war ich mit ihr nun endlich zur Untersuchung bei einer Praxis die auf Schielen spezialisiert ist und eine Sehschule hat. Ist mir von 2 Seiten empfohlen worden und scheint auch einen sehr guten Ruf zu haben.

Sinngemäß und kurz gesagt: Die Ärztin war entsetzt und hat gesagt wir hätten vor Jahren schon kommen sollen!

 

Es wurde sich sehr viel Zeit genommen und sehr gründlich untersucht, Ergebnis:

Ihre Augen seien an sich gesund aber sie hat eine starke Amblyopie entwickelt!

Die 0,5 Dioptrien rechts haben sich bestätigt, anscheinend hat sie noch eine leichte Hornhautverkrümmung, aber sie konnte anscheinend mit dem rechten Auge problemlos sehen.

 

Jetzt aber das Problem!

Ihr linkes Auge ist sehr schwachsichtig und wurde anscheinend seit langer Zeit schon vom Gehirn „ausgeblendet“ und dadurch scheint auch das Schielen zu kommen.

 

Die genauen Messungen hat dann die OrthoptistIn durchgeführt und hat etwas von unter 10%(!!) Sehvermögen ohne Korrektur gesagt!

Ich muss dieser jungen Dame auch ein Kompliment aussprechen, sie hat sich viel Zeit genommen und auch Daniela genau erklärt was das Problem ist.

Sie sagte uns dass Daniela eigentlich schon zu alt wäre um das zu behandeln aber da sie dann mit der Testbrille und best möglicher Korrektur doch noch 30% geschafft hat und mit extra Unterstützung für die Nähe zumindest große Schrift lesen konnte meinte sie es gibt eine gewisse Chance das Auge doch zu „retten“!

Auch eine eventuelle Schiel-OP wäre nur nachhaltig wenn ausreichend Sehleistung vorhanden ist!

Wenn sie Pech hat muss sie allerdings mit dem Status Quo leben bzw. würde die Sehkraft auf dem Auge über die Zeit ganz verlieren!

 

Nach Absprache mit der Ärztin soll sie nun eine Brille bekommen die das linke Auge stärken soll.

Sie soll Bifokal-Gläser bekommen um sie beim Lesen zu unterstützen und auf die rechte Seite eine trübe Folie damit das linke Auge zum Arbeiten gezwungen ist!

Sie hat Daniela auch klar gemacht dass es ein hartes Stück Arbeit wird und es am Anfang keine Freude machen wird aber nur wenn sie die Brille konsequent trägt kann es noch was werden mit ihrem rechten Auge!

Die Werte auf dem Rezept sind:

R: + 0,50   -0,5 96grad   ADD +2,50

L: + 3,75                            ADD +2,50

Okklusionsfolie 0.1 auf das rechte Brillenglas 

 

Bei der nächsten Kontrolle in 4 Wochen wird man dann weiter sehen.

Unter 4 Augen hat sie mir dann erklärt wie das weitere Vorgehen ist sofern ihr Auge noch auf die Behandlung anspricht.

Daniela soll ab Ferienbeginn ein Augenpflaster auf dem rechten Auge tragen weil das viel effizienter wäre als die trübe Folie die sie jetzt mal auf der Brille haben wird! 

Das möchte sie ihr aber erst beim nächsten Termin „beibringen“!

Und sie wird jetzt mal alle 4 Wochen zur Sehschule zur Kontrolle bestellt.

Dann wollte sie noch etwas machen um ihr den Einstieg mit ihrer Brille zu erleichtern; wir sollten gleich zum Optiker die Brille bestellen und von dort noch eine Fertiglesebrille mit +3,50 Dioptrien mitbringen und nochmal in die Ordination kommen.

Mit der Brille kann Daniela mit dem linken Auge für den Alltag gerade genug sehen, das rechte Glas hat sie ihr undurchsichtig zugeklebt!

Die soll sie einstweilen nach Schule/ Schulaufgaben in der Freizeit als „Übungsbrille“ möglichst immer tragen bis sie ihre richtige Brille fertig ist.

Die Begeisterung bei meiner Tochter hielt sich in Grenzen aber sie hat ihr erklärt dass sie so schon dem Auge hilft und sich dann deutlich leichter an ihre richtige Brille gewöhnen wird!

 

Was denkt ihr dazu?

 

Haben wir überhaupt Chancen ihr Auge noch zu „retten“?

Schiel-OP nur bei ausreichend Sehleistung erfolgreich?

Heiß das dass ihr Auge für immer schielen wird wenn sie nicht mehr auf die Behandlung anspricht??

Die Bifokal Gläser sind anscheinend notwendig da sie sonst nicht in der Nähe lesen kann?

Die trübe Folie auf dem rechten Glas macht das Auge schwächer damit sie das linke verwenden muss, richtig?

Ähnlich wie die beige Folie jetzt auf ihrer „Übungsbrille“?

Wie kann man sich das vom Aussehen her vorstellen?

Daniela hat Angst dass es auch „peinlich“ aussehen wird?

Alle 4 Wochen Kontrolle sinnvoll?

Und das Augenpflaster was natürlich im Raum steht?

Meine Schwester hatte in der Kindheit jahrelang das „Vergnügen“ und das war nicht so toll für sie.

Für eine 14 Jährige wäre das natürlich das worst-case Szenario!

Gibt es dazu keine Alternative?

Vielleicht hat man da schon etwas besseres erfunden?

Was haltet ihr von der Übungsbrille?

Es hieß je früher man das Auge wieder zum Sehen bringt umso besser!

Allerdings sollte sie ja in nicht mal 2 Wochen die richtige Brille bekommen!

 

Vielen Dank schon mal für euer Feedback!

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Besten Dank für de Anfrage!

Auf den ersten Blick finde ich das rasche Handeln ausgesprochen positiv und sinnvoll. Hier hat sich in einer völlig versteckten Weise eine Amblyopie ausgebildet, was übrigens leider gar nicht so selten ist(!), und nun ist guter Rat gefragt. Eine Notsehhilfe kann man z.B. in Drogeriemärkten sofort in geeigneter Stärke (+3,50 dpt) für wenige Euro erlangen, und das ist gemeint, Farbe, Form etc. nach dem gewünschten Aussehen wählen. Dies ist ein erster Versuch, das amblyope Auge aufzuwecken, aus seiner völligen Lethargie. Da sind ca. 14 Tage ein echter Versuch und es voll wert! Dass das nur mit dem Einsatz des eigenen Willen klappen kann, ist logisch. Aber es ist ein erster und sehr schneller Versuch, der evtl. sogar längerfristig es wert ist, getragen zu werden.

Zu der Gesamtproblematik starte ich noch erst eine Rückfrage, um eine ganz klare Antwort geben zu können. Wurde der Augenarztbesuch über eine Überweisung vom Hausarzt getätigt, sodass es hier einen Arztbericht geben sollte. In diesen Fällen wäre das sehr vorteilshaft, da man so an Unterlagen herankommen könnte, zur besseren eigenen Information, auch für später.

Eins muss ich an dieser Stelle aber noch loswerden. Ihre Tochter ist in einer notwendigen(!) akuten Behandlung einer Augenarztpraxis. Hier hat niemand (zumal als Nichtmediziner) ein Recht auf Einflussnahme. Dazu müsste die aktuelle Behandlung zunächst erst abgeschlossen sein.

Völlig privat, kann man vielleicht Tipps und Hilfen zusätzlich anbieten, aber als Massnahme steht z.Zt. unbedingt im Vordergrund, dem anblyopen Auge Anreize zum Sehenlernen zu bieten und da sind die Ferien eine ideale Ausgangslage. Hier will man Dinge sehen, die einem Freude machen. Und der Schulzwang mit Leistungsanforderung entfällt. So kann das Auge bei dieser jungen "Dame" echt und voller innerem Antrieb aktiven Einsatz bringen und dabei bitte nicht die notwendige Vorsicht (Strassenverkehr etc.) fahrenlassen. Sehen tut man ständig, und wenn nur das bislang benachteiligte Auge verbleibt, ist es nicht ausgeschlossen, das es sich wieder bekrabbelt und (sprichwörtlich) das laufen lernt. Und da gehört im übertragenen Sinn, das hinfallen dazu! Aber hier geht es um einen ganz wichtigen Lernfaktor! Und keiner weiss jetzt, wie lange die Amblyopie schon besteht und was schon vorher an Sehanlage entwickelt war und bestanden hat. Das ist mir ganz wichtig mit zu reflektieren!

Alles Gute für Ihre Tochter! Super, dass dies jetzt endlich entdeckt worden ist. Das ist jedenfalls äußerst positiv!

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Tommarko
Verbunden: 9. Juli 2024 - 23:52

Vielen Dank für die Antwort!

Ja die Übungsbrille hat sie schon! Haben die bei Apollo geholt und die OrthoptistIn hat uns danach sogar noch einmal empfangen und ihr das rechte Glas zugeklebt! Um das linke Auge zum Sehen zu „zwingen“ hat sie uns erklärt.

Sie soll diese Brille jetzt in der Freizeit tragen und macht das auch (mit wenig Begeisterung natürlich) aber ihre Mutter schaut jetzt auch drauf dass sie sich daran hält!

Nein wir sind nicht über den Hausarzt, ich habe den Termin in der Praxis direkt gemacht!

Sie hat auch gesagt absolut ein Glück dass bald Ferien sind, die Chance müssen wir nutzen um das Auge wieder zu „aktivieren“. Aber da könnte sie Daniela ein Augenpflaster nicht ersparen! Das sei viel effektiver als die Folie auf der Brille und sie könnte es auch nicht so einfach schnell mal abnehmen!

Können sie soweit zusammen?

Auf jeden Fall wird sie keine Freunde haben aber ich hoffe dass man bis dahin schon kleine Fortschritte sieht so dass sie den Sinn dahinter erkennt!

 

vielen Dank für die Expertise 

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Danke, das sie mich (uns) einbinden. Am liebsten würde ich mal per Telefon mit Ihnen als Eltern und der Tochter selbst sprechen. Ich weiß nicht, ob das geht, aber dass wäre ideal.

Ich habe mittlerweile Rücksprache genommen und folgendes zu berichten. (Natürlich kann das nur eine Annahme sein, da uns Ihre Tochter nie vorgestellt wurde)

Man mag zurückschließen:

- Es dürfte schon immer ein unerkanntes einseitiges Einwärtsschielen bestanden haben.

- In der Augen-Medizin spricht man dabei von einem Micro-Strabismus

(geringe Winkelabweichung, die oft unentdeckt bleibt, wenn keine frühkindliche Schieldiagnostik durchgedführt wurde. Diese wäre bei familierer Schielproblematik in der Vorsorgesinnvoll gewesen  (zur Ausschluss-Diagnose bei verwandtschaftlicher Vorbelastung). Aber jetzt darf man das so hinnehmen, manchmal ist es sogar besser, als wenn über Jahre abgeklebt wurde, und dadurch ein völlig festes alternierendes Schielen erlangt wurde.

- Dadurch bedingt, ergab sich eine Anisometropie (geringere Sehschärfeleistung auf dem jetzigen Schielauge). Das stärker fehlsichtige Auge wird oft zum Schielauge.

- Im jetzigen pubertären Alter Ihrer Tochter kommt es durch hormonelle Umstellungen u.a.Einflüsse (Wachstum etc.) durchaus häufiger  auch zu einer Umstellung im Sehen, dass plötzlich ein Schielwinkel dekompensiert und dann offen zutage tritt. Dieser ist dann selten ein angeborener Fehlwinkel, sondern ein unbewusst ausgelöster "Wegdrehwinkel", um mögliche Doppelbilder wegzublenden.

Man sieht auf dem Schielauge ein völlig anderes Bild, was zudem unscharf ist und so kann das Gehirn dies Bild einfach vom Gesamtseheindruck ausblenden. Der Schielwinkel wirkt so als "Aus"-Schalter.

Jede frische Phase von neuem Sehen kann auch als Basis dienen, um das Gesamtsehen in eine bessere Phase zu leiten. "Das Einfangen der ausgebrochenen Schielproblematik" in ein aufbaubares Binokularsehen, evtl. sogar mit stereoskopisch, räumlichen Tiefensehen. Es gibt unterschiedliche Grade der Optimierung, die evtl. nicht mehr alle erreichbar sind, aber z.Zt. ist noch vieles denkbar, wenn versiert vorgegangen wird und man bedenkt, dass evtl. nur ein kleiner Schielwinkel die Ursache war/ist.

Der erste Zielpunkt verbessert  die Sehleistung des z.Zt. sehr sehschwachen Schielauges. Dem sollte sich jetzt alles andere unterordnen. Wenn man sich vor den Sommerferien ein Bein bricht.sieht der Sommerurlaub auch plötzlich völlig anders aus, aber dem Ziel, das entdeckte sehschwache Auge jetzt voll zu fördern, dem sollte alles andere untergeordnet bleiben.

Dabei ist sehr wichtig zu bedenken, das ein komplettes Ausschalten des jetzigen Führungsauges dazu führen könnte, dass das Schielauge wechselt und der vorhandene Fehler auf das "gute" Auge wechselt, mit allen Folgen. Denn die Störung betrifft grundsätzlich "das gesamte Augenpaar" und bildet die Einschränkungen nur auf einem Auge "mehr" ab. Das Ziel heißt deshalb konkret, dass bessere Auge in allen entwickelten Sehstrukturen zu erhalten und das jetzt benachteiligte Auge bestmöglich zu fördern und aufzubauen!

1) Mit dem Augenpflaster das gute Auge abkleben ist besser, als ein abgeklebtes Brillenglas, da man dann gerne am Brillenglas vorbei, das sehen trotzdem lernt über das bessere Auge zu nutzen.

2) In der Schule und sonstwo, der erzeugten Sehbeeinträchtigung im abgeklebten Zustand oder mit der Teil-Occlusivefolie Rechnung tragen und frontal vorne vor der Lehrerin / der Tafel / dem Fernseher sitzen und das möglichst weit vorne (erste Reihe!). Denn das Sehen mit dem sehschwachen Auge ist am Beginn sehr mühsam und bleibt auch über eine ganze Zeit lang leider unter gewissen Einschränkungen.

3) Pflaster bzw. Vollocclusionsfolie max. etwa einen halben Tag lang tragen (hier bitte den Anweisungen aus der Orthoptik/Sehschule folgen), aber gerade in dieser Phase des Sehens möglichst viele visuelle Tätigkeiten, die möglich sind, ausüben. Z.Bs. Intensieve Bastelarbeiten, malen, lesen etc. (nicht nur herumblödeln(!), das bringt überhaupt nichts). Teil-Occlusive sind so ausgewählt, das sie meist über den ganzen Tag getragen werden sollen. Dadurch wird die Sehleistung beider Augen aneinander angeglichen. Auch dies gilt der Förderung des schielenden Auges und verhindert eine zu starke Dominanz des Führungsauges.

4)  Andere weniger visuell fordernde Beschäftigungen sollten dagegen der Zeit vorbehalten sein, in der beide Augen sehen dürfen. Ist die Brille fertig, muss dieselbe beständig das Sehen meistern helfen. Je bewusster so gehandelt wird, desto größer kann und wird der Erfolg ausfallen.

Steigt das Sehvermögen stabil auf dem sehschwachen Auge auf über 30% an und bleibt(!) das gute Auge stabil, bzw. bessert es sich sogar auch mit - was durch die Brille ja möglich wäre! - Dann kann man weitere Überlegungen anstellen.

- Nochmal wichtig: Regelmässige Kontrollen durch die Sehschule durchführen!

Aber jetzt ist auch die Qualität und Ausrichtung der Sehschule gefragt. Beim Erreichen von einer Visusstufe von ca. 50% auf dem sehschwachen Auge, sollte spätestens ein binokularer Aufbau über prismatische Korrektionen (idealerweise über MKH-Teste in der Ferne und Nähe) erfolgen. Kommt derselbe zusammen, haben sich in der Sehverarbeitung im Gehirn Synapsen beider Seheindrücke begonnen zu verschalten. Zunächst evtl. im Nahsehen durch zusätzlichen Prismenausgleich. Auf diesen Weg können Hemmungsskotome über das Lesen abgebaut und beseitigt werden, letztendlich kann auch im Fernsichtbereich, wenn dortige Hemmungen aufbrechen, binokulares Einfachsehen möglich werden. Dabei bleibt ganz wichtig, dass sich der Berater und Betreuer darüber klar ist, dass hier evtl. sogar ursächlich nur ein kleinwinkliges Microschielen verantwortlich war. Was z.Zt. ja erst noch eine Annahme ist, aufgrund der von Ihnen mitgeteilten kindlichen Entwicklung im Sehen.

Die großwinkelige Fehlauslenkung jetzt, kann einen weniger erfahrenen Fachmnn zu falschen Massnahmen führen. Den Strabologen zu einem vorschnellen Eingriff mit einer dann erforderlichen Rück-Operation. Gerade hier spielen aber Messungen über Cover-Teste und Prismenkorrektionen ihre unbedingten Vorteile im Vorfeld einer evtl. notwendigen OP aus. Dabei dominieren hier die Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase durch etliche Vorzüge. Ihre Dominanz liegt bei der Korrektion von Heterophorien, den intern kompensierten Schielstörungen. Aber auch bei Tropien (offenen Schielstellungen) und bei Paresen (Lähmungen von Muskeln und/oder Nerven) kann sie faktisch Binokularfunktionen so aufbereiten, dass Schieleingriffe präziser planbarer in der Vorbereitung werden. Hier sollte eine Zusammenarbeit von Anwendern der MKH (überwiegend Augenoptiker/Optometristen) und der Fachbereiche der Strabologie/Sehschulen alle wertvollen Synergieeffekte zum Vorteil der Betroffenen fördern.

Auch der Augenoptiker/Optometrist kann durch einen vordergründigen großwinkligen Schielwinkel getäuscht werden. Allerdings wird er so statt erwarteten Beschwerdeminderungen nur Beschwerdezunahmen erleben. Durch geeignete Massnahmen u.a. den Covertest in seinen Variatinen für Ferne und Nähe hätte er reflektiert arbeiten müssen und kleine gezielte Korrektionsmassnahmen hätten die Problematik nach und nach abgearbeitet. Hier liegt ein weites Arbeitsfeld für den interessierten Praktiker für den Arzt, die Sehschule und den Augenoptiker/Optometristen zum Wohle von Patienten und Kunden.

Z.Zt. wird immer noch ein alternierendes (wechselseitiges Fixieren) im Sehen bei möglichst gutem Visus antrainiert  Bricht der Schielwinkel später aus, wird kosmethisch operiert, dann mit der Mögichkeit bleibender Doppelbilder, da inzwischen beide Augen gut sehen, aber keine beidäugige Verschaltung der Bilder im Gehirn geprägt wurden. Das sollte in heutiger visueller Zeit zu wenig sein.

Also, jetzt ist der Weg noch offen und ich meine, noch viel erreichbar, auch wenn der Weg erstmal etwas steinig und holbrig scheint, aber das dürfte sich (bald) bessern!

Bei Rückfragen können wir gerne telefonieren. Per mail erreichen sie mich zum Austausch der Telefon-Nr. unter mosch.pg@gmail.com

 

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Tommarko
Verbunden: 9. Juli 2024 - 23:52

Erst mal vielen Dank für die Recherche!

 Ich bin derzeit für 4 Wochen beruflich im Ausland und schwer erreichbar.

 Ich habe aber den Link mit der e-Mail an meine Exfrau weiter geleitet, sie wird auch den 2. Termin bei der Sehschule mit Daniela machen.

Ich hoffe das ist für sie in Ordnung.

 

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

,,, aber natürlich. Alles klar! Ich habe den zweiten Text für Ihre Frau nochmal überarbeitet. Alles Gute für Ihre Tochter und viel Erfolg!

Hier noch ein Link zu einem Fachartikel, der Möglichkeiten aufzeigt, wo frühkindliches Schielen zu binokularem Einfachsehen aufbereitet wurde. Ich selber habe den zugrunde liegenden Vortrag 1997 in Lahnstein (DE) gehört und den Artikel immer wieder gerne weitergereicht, der meine Tätigkeit damals nochmals sehr motiviert hat. Er wurde auf der damaligen IVBV (Internationale Vereinigung für Binokulare Vollkorektion) zum Jahreskongress vor deutschsprachigen Fachärrzten, Orthoptistinnen und Augenoptikern/Opthometristen, sowie anderen fachinteressierten Berufsgruppen gehalten. Die IVBV wurde inzwischen umbenannt in die IVBS (Siehe: www.IVBS.org).

https://www.ivbs.org/fileadmin/user_upload/dateien/literaturliste/lie_op...

auf norwegisch:

https://www.ivbs.org/fileadmin/user_upload/dateien/literaturliste/lie_op...

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers larissa13
Verbunden: 18. September 2018 - 6:38

Hi, ich habe das gerade zufällig gelesen. Mir ging es sehr ähnlich (musste auch nochmal mit 13 abkleben wegen Schielen und schwachem Auge) und so ganz fertig bin ich immer noch nicht mit der Behandlung. Ich bin jetzt 19. Wir können uns gerne über PN austauschen oder Daniela kann mir selber schreiben wenn sie möchte!

Was am allerwichtigsten ist, ist dass ALLE wissen warum sie es so tragen muss! Familie, Freunde, Schule, Sportverein usw! Nur wenn es echt alle wissen und keiner mehr blöde Fragen stellt dann geht es gut. Also wäre es am besten wenn Daniela jetzt schon allen von der Brille erzählt und sich auch damit zeigt (auch mit dem abgeklebten Glas). Auch wenn es noch nicht ihre richtige ist.

Liebe Grüsse Larissa

PS. Hier ist meine Story https://optometrieonline.de/content/braune-folie-vs-pflaster

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo Larissa!

Super, wenn ich so Dein Thema lese. Du hast sehr konsequent gehandelt und es ist toll, dass Du Dich hier einmischt.

Ich vermute, dass Du aus einem mir nicht ersichtlichen Grund, leider keine optimale prismatische Versorgung bekommen hast. Mir fehlen da Höhenprismen bei den Wertangaben. Fehlen diese in der Korrektion ist es logisch, dass die Sehschärfe nicht stabil wird. Lägen nur Horizontalprismen vor, dürfte sich keine so instabile Situation ergeben.

Evtl. gibt es einen MKH-Anwender, der Deine Korrektion nochmal gewissenhaft gegenprüft und auf Höhenabweichungen achtet, oder über ein Covern Ausweichstellungen findet. Manchmal sind sehr kleine prismatische Unstimmigkeiten die Ursache für eine nichtideale Abbildung und dann für ein erneutes Abschalten und Dekompensieren mit allen Folgen des Schielens (z.B. Visusabfall).

Trotzdem hat Dein Bericht sehr viel positives zum Inhalt.

Wird bei Deinem Visus das beidäugige Sehen optimal justiert, kann über das Zusammensehen beider Augen kein Leistungsabfall mehr vorkommen! Denn beide Augen arbeiten ja über die Prismenkorrektion miteinander. Wichtig ist aber, dass dies in der Nähe(!) und in der Ferne(!) optimal passt. Leider wird vorallem in der Nähe oft nicht sauber nach MKH eine Werteermittlung durchgeführt. Teils weil in der Nähe nichtmal ein Nah-Polatest existiert, nicht nur bei Schielstörungen ein unverzeihlicher Fehler.

Alles Gute! Melde Dich gerne wieder!

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Tommarko
Verbunden: 9. Juli 2024 - 23:52

Hallo Larissa!

Das mit den P.M.s scheint nicht zu funktionieren…

Danke dass du dich gemeldet hast auf meinen Beitrag wegen meiner Tochter Daniela!
Vielleicht kannst du sie wirklich zusätzlich motivieren!
Daniela hat nun Montag ihre Brille bekommen.
Natürlich war sie erst mal sehr unglücklich, sie hat zwar ein sehr schönes Gestell ausgewählt aber wegen der auffälligen Exekutiv Gläser sieht es leider nicht so „cool“ aus und sie hat ja dann noch diese matte Folie auf der rechten Seite!

Dass sie in den Ferien Pflaster tragen muss weiß sie noch gar nicht!
Die OrthoptistIn meinte das wäre zu viel auf einmal und sie möchte es ihr in der Schule ersparen!
Am 25. hat sie Kontrolle und ab da wird sie dann diese Augenpflaster tragen müssen!

Jedenfalls können wir sicherlich gute Tipps gebrauchen!

Vielen Dank