Erfolgsfaktoren und Leitfragen der Operation von Winkelfehlsichtigkeit

6 Antworten [Letzter Beitrag]
Fritz.'s Bild
offline
Junior Mitglied
Beigetreten: 09.04.2010

Hallo,

unser knapp fünfjähriger Sohn wurde auf der Empfehlung seiner Ergotherapeutin vor wenigen Tagen optometristisch untersucht. Aufgrund seiner

Messergebnisse

__________________________________________________________________________

         Sphäre Cylinder Achse Prisma Basis Prisma Basis Addition HSA Vcc

R      +1,00     -0,50       145     15,00       0       3,00     270      0,00       13   1,25

L      +1,00     -0,50         90      15,00    180     3,00       90       0,00       13  1,25

__________________________________________________________________________

(Die Sehleistung mit optischer Korrektion beträgt: rechtes Auge 125%, linkes Auge 125%.)

wird er nun zunächst eine Prismenbrille erhalten. Unser Optometrist sagte uns allerdings gleich ehrlich, das in diesem seltenen Fall solch erheblicher Winkelfehlsichtigkeit an einer Operation, also Augenmuskelverlagerung nicht vorbeizukommen sei, die Brille nur sehr begrenzt helfen wird.

Wir sind natürlich nun sehr besorgt, nicht zuletzt wegen der verunsichernden Berichterstattung in den Medien zum Thema Behandlung von Winkelfehlsichtigkeit, möchten das Risiko so einer Behandlung besser kennen, nach Möglichkeit natürlich ausschalten.

Folgende Fragen - bitte um Verständnis, daß es eine so lange Liste ist - liegen uns besonders auf dem Herzen. Wir danken schon jetzt jeder/jedem im Forum, der uns hier Antworten liefern kann. Also, hier die Fragen:

Offene Leitfragen zur Risikominimierung der Operation von Winkelfehlsichtigkeit

1. Kann eine Beseitigung von Winkelfehlsichtigkeit aufgrund einer Veränderung der Augenmuskel“konstruktion“ garantiert werden?

Erfolgskriterien:

Komplette und dauerhafte Beseitigung von Winkelfehlsichtigkeit ist oberstes Ziel.

Operative Überkorrekturen – sofern operativ notwendig – müssen nach Operation vom Körper selbstständig und vollständig abgebaut werden.

 

2. Gibt es Alternativen zur operativen Korrektur der Winkelfehlsichtigkeit bei Max?

Erfolgskriterien:

Bei vergleichbarem Behandlungserfolg ist eine nicht-operative Korrektur – z.B. durch Sehschule, Vision Therapy, etc. – einer operativen Korrektur in jedem Fall vorzuziehen.

 

3. Welche Risiken bestehen bei der Operation und aufgrund der Opration?

Erfolgskriterien:

Verschlechterung von Sehkraft des Kindes (wie Doppelbilder, Kurz-, Weitsichtigkeit, Trübungen, o.ä.) in jeglicher Form aufgrund der Operation ist vollständig auszuschließen. Durch die Operation soll dauerhaft optimale Sehkraft erreicht werden.

 

4. Was sind die Anzeichen, bei denen eine operative Korrektur von Winkelfehlsichtigkeit gerechtfertigt ist?

Erfolgskriterien:

Soweit das Kind sozial/gesellschaftlich (auch schulisch) durch seine Sehschwäche gegenüber einem Kind ohne Sehschwäche nicht nennenswert benachteiligt ist oder sein könnte, ist von einer Operation abzusehen. Ebenfalls ist davon abzusehen, wenn es nicht-operative Alternativen mit vergleichbarem Behandlungserfolg gibt (siehe 2.).

 

5. Wann ist der beste Zeitpunkt für eine OP? Wie kann das optimale Operationsergebnis sichergestellt werden?

Erfolgskriterien:

Operationserfolg soll größtmöglich und möglichst nachhaltig sein, d.h., weitere Operationen sollen auf jeden Fall vermieden werden. Kind soll nach der Operation beschwerdefrei sein.

Behandlungsfehler, z.B. durch Nicht-Erkennen und Nicht-Berücksichtigen von z.B. Mikrostrabismus, sind in jedem Fall von vornherein auszuschließen.

Empfehlungen: „Bestes“ Alter des Kindes, Idealer Entspannungszustand der Augen vor Operation (wie erreichen?)

 

6. Welche Vorbereitungen der evtl. notwendigen Operation sind aus medizinischer Sicht durchzuführen?

a. Von Operateur: Welche Untersuchungen (Schielen, Mikrostrabismus, Abducensperese, Pathophorie, was noch?), Messungen?

b. Von Kind/Optometristen/Operateur: Augen entspannen, wie?, wie lange?, welcher Zielzustand muß wenigstens erreicht sein, was ist optimal?

Erfolgskriterien:

Kind wird physisch – insbesondere Augen – optimal auf die Operation vorbereitet, das optimale Operationsergebnis kann erreicht werden.

 

7. Wie das Kind psychisch bestmöglich auf die Augenoperation vorbereiten?

Erfolgskriterien:

Kind psychisch optimal auf die Operation und die Wochen/Monate danach vorbereitet, das optimale Operationsergebnis kann erreicht werden.

 

8. Wie für das Kind die Zeit nach der OP gestalten? Welche Optionen gibt es?

Erfolgskriterien:

Qualitativ bestmögliche Nachbetreuung sollte nach Möglichkeit in München erfolgen.

 

9. Welche Fachärzte haben nachgewiesenermaßen bisher die besten Erfolge bei der Operation von winkelfehlsichtigen Kindern bei langjähriger chirurgischer Erfahrung erzielt?

 

10. Wo liegen die Kosten einer Augenmuskelverlagerung?

Eberhard Luckas's Bild
offline
Mitglied
Beigetreten: 28.09.2002

Hallo Fritz,

Zu 1)

Eine optimal OP beseitigt die jetzige WF. Es kann aber sein, dass irgendwann ein weiterer Winkel messbar ist, weil sich nach einiger Zeit der Korrektion ein eventuell noch vorhandener Muskeltonus abbaut, was allerdi9ngs bei Deinem Sohn nicht unbedingt auftreten wird, weil aqud Grund seines geringen Alters solch ein starker Tonus noch nicht möglich ist.

 

Zu 2)

Es gibt keine sinnvollen Alternativen. Vision Therapien helfen nur für bestimmte Zeiten, nicht auf Dauer.

Zu 3)

Risiken gibt es immer, aber bei den bekannten Operateuren ist das Risiko minimiert. Der Visus wird in dedr Regel nicht eingeschränkt. Doppelbilder können anfangs auftreten, sind bei Kindern aber selten.

 

Zu 4)

Hauptsächlich die dicken Gläser, die kaum stärker zu fertigen sind.

Zu 5)

Wenn die optische Korrektur der WF ca. 6 Monate beschwerdefrei getragen wurde, und ein Mikrostrabismus nicht erkannt wurde, so früh, wie möglich.

Zu 6)

a )  Ausschluss von manifestem Schielen, Mikrostrabismus, irgendwelchen Paresen.

b ) 6 Monate Tragen der Prismen, notfalls anschließend bei notwendiger Erhöhung der Prismen einige Wochen zusätzliche Prismenfolien, wenn die Gläser nicht mehr zu fertigen sind. Dann wird allerdings "nur" eine sog. Einleitungs-OP gemacht, da selten gleichzeitig mehr als 30cm/m operiert werden.

Zu 7)

Das kann ich Dir nicht sagen, weil ich Dein Kind nicht kenne.

 

Zu 8 )

Die Op ist bei Kindern recht problemlos und es wird meist eine Nachuntersuchung vom Operateur sinnvoll. Alle weiteren können am Wohnort gemacht werden.

 

Zu 9)

Rufe mich bitte an, Namen von Augenärzten werden hier im Forum nicht geduldet, um Schleichwerbung zu unterbinden.

Meine Nummer: 02051 252064  oder per PN hier im Forum

 

Z/u 10 )

In einigen Fällen zahlt die Kasse, wenn der Arzt nicht nur privat behandelt. Preise kann ich hier auch nicht nennen.

 

Viele Grüße

Eberhard

Viele Grüße

Eberhard

Fritz.'s Bild
offline
Junior Mitglied
Beigetreten: 09.04.2010

Hallo Eberhard,

ich danke Dir sehr für die ausführlichen, vor allem für mich sehr hilfreichen Antworten auf meinen doch umfangreichen "Fragenkatalog" (schön, daß Du Dich davon nicht abschrecken ließest.)

Ich werde mich Anfang der Woche telefonisch bei Dir melden.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

Mit besten Grüßen

Fritz

P.S.: Unser Sohn bekommt übrigens in der nächsten Woche seine erste (Prismen-)Brille. Bin sehr gespannt.

Paul-Gerhard Mosch's Bild
offline
Mitglied
Beigetreten: 25.07.2002

Hallo!

 

Da gibt es jetzt ja richtige Linsenklötzchen. Ich hoffe der Kollege konnte dies beispielhaft im Vorfeld zeigen. Nicht, dass ich Angst machen möchte, aber wenn man ganz unvorbereitet das Endergebnis zu Gesicht bekommt, was dem eigenen Jungen vor die Augen gebracht wird (da guckt ja schließlich jeder hin), das kann erstmal schocken!

Aber ... das sollte Ihr Kind garnicht erst merken! Nur deshalb schreibe ich hier. Opa und Oma können mit Ihrer Meinung schon sehr viel beeinflussen; dass arme Kind; muss das denn wirklich so eine starke Brille tragen? usw.

Nur- vielleicht mache ich mir hier auch ganz falsche Sorgen. Wenn der Kollege sein Geld richtig wert war, und das stelle ich einfach mal >positiv< in den Raum und gehe persönlich auch jetzt davon aus, dann straft ihr fünfjähriger Sohn alle ängstlichen Gemüter sehr schnell Lügen, so normal wird die Brille in kürzester Zeit sein Leben begleiten. Er hat schon viel zu lange auf diese Brille gewartet, so denke ich mir.

Übrigens gibt es oft noch eine Klippe, vor der manchmal Eltern im Schiffbruch mit ihrem Kind stranden. Diese Klippe wird nie die OP sein. In über 25 Jahren gab es aus meiner Perspektive keine grösseren Probleme.

Nein- diese Klippe liegt schon vor der OP!. Ihr Kind kann die Brille so positiv akzeptieren, dass es ohne Brille nur noch zu Schielen vermag. So krass bemerkt es jetzt die Anspannung im Sehen, wenn  beide Augen nun auch mal ohne Brille geradeaus gerichtet werden. Zudem stellt jeder Beobachter fest, dass die Augen hinter der Brille "anders" gucken. Übrigens, ein gefundenes Fressen für alle Gegner der Korrektion von WF. Heißt es hier sofort: Bei dem Kind werden ja die Augen in eine Schielrichtung gezwungen und Verlernen jetzt sogar geradeaus zu schauen. Das muss doch nun wirklich über die Eltern angezeigt werden, und schon gibt es leicht den grössten Scherbenhaufen, wo doch alles so gut begann.

Warum schreibe ich das hier?

Ich will niemand verunsichern. Aber wenn dies Kind solche Werte braucht, braucht es jedenfalls später einen Eingriff am Augenmuskelsystem. Als Augenoptiker werde ich hier lieber erst tätig, wenn Eltern vorneweg sich eine zweite Meinung eingeholt haben (natürlich möglichst bei einem zur WF positiv eingestellten Facharzt der Augenheilkunde, der auch die OP dann später durchführen würde. So hat mein Klient im Vorfeld zwei Fachleute im Boot, die sich wunderbar ergänzen können, und obendrein eine weitere wichtige fachärztliche Vorabkontrolle.

Wenn hohe Korrektionswerte im Raum stehen,  weiche ich seit etlichen Jahren von diesem Weg nur noch im absoluten sehr seltenen Ausnahmefall ab, und werde dann aber meine Position und die Gesamtsituation vorab so aufklären, dass die Eingangsfragen, die im Forum gestellt wurden, nicht unbeantwortet geblieben wären.

Zwei Prozesse und zudem manch Klientel, was vielleicht nach erster, ich sage trotzdem >positiver< Korrektion, doch absprang und sich anders besann, haben mich dies gelehrt. Ich muss mir sagen, Du hast mehr Zeit und kannst dir mehr Zeit nehmen. Denn so schnell ist ein solcher Weg noch nicht zuende gegangen. Vorallem muss klar sein, dass mein Kunde den Fakt >WF< selbst richtig begriffen hat, erst dann kann ihm geholfen werden, weil er positiv dran mitarbeitet.

 

Zuletzt ein Beispiel dazu aus dem eigenen Klientel:

Rief mich vor etlichen Jahren eine Mutter an. Mein Kind habe ein ganz entzündetes Auge. - Was mache ich? Die Leute wohnten über 60 km entfernt. Meine Antwort kam sofort, gehen sie bitte mit dem Kind zum Augenarzt. Darauf die Mutter, aber der schimpft mich doch, wenn der sieht, was mein kind für eine Brille hat. - Der ist doch gegen die Prismen! Ich antwortete, da müssen sie jetzt durch, sagen Sie ihm, sie seien nur wegen der Entzündung zu Ihm gekommen. Ansonsten gibt es ja vielleicht auch noch einen anderen Arzt für sie.

Am einem der folgenden Tage kam der Rückruf der Mutter. Sie kam gerade vom Augenarzt zurück, und meinte mir den Ablauf unbedingt schildern zu müssen. Was war vorgefallen.

Nun das Kind hatte in null-komma-nichts ein paar Tropfen verordnet bekommen. Danach wurden Mutter und Kind aber in einen kleinen Raum beordert. Der Arzt kam hinzu. Sofort fing er an, die Mutter zu befragen, von wo sie die Brille hätte; ob ihr bewust wäre, das die Brille für ihr Kind völlig widersinnig und falsch sei, und da er hörte, das dieselbe ein Optiker angemessen habe, dass dieser dies überhaupt nicht dürfe usw. ging sein Reden.

Die Mutter erklärte ihm daraufhin nur schlicht, dass ihre Tochter (auch mit Brillen-Rezepten dieses Arztes) sehr häufig unter Kopfschmerz und Schulproblemen gelitten habe, dies sei jetzt nicht mehr so. Wenn ihre Tochter aber die Brille nicht tragen dürfe, lt. der Fachmeinung des Arztes, solle ihre Tochter die Brille auch nicht weiter tragen. - Sie bäte sich aber das Versprechen aus, das auch die Brille des Arztes ihrer Tochter keinerlei der früheren Probleme bereiten würde.

Der Arzt habe sie ganz groß angeschaut sich umgedreht und habe wortlos den Raum verlassen. Als nach gewisser Zeit Mutter und Tochter immer noch allein im Raum war, ging die Mutter zur Rezeption vor. Hier hieß es dann: "Was sie denn noch hier wolle, sie habe doch das Rezept, sie könne jetzt gehen", von der Sprechstundenhilfe. (vom Arzt war nichts mehr zu sehen). Dies hatte die Mutter absolut nicht erwartet, und wollte mir diese persönliche Überraschung umgehend mitteilen. Sorum kann es dann also auch mal gehen. -  Ihnen, und ihrem Sohn alles Gute!

delmenhorster2010's Bild
offline
Junior Mitglied
Beigetreten: 13.05.2010

Ich habe eine vererbte Winkelfehlsichtigkeit!

War nun beim Augenarzt nach langer ZEit ´,Augenklinik Dr. Bauer in Bremen!

Ich wollte von der Augenärztin wissen ob man den Schielfehler Operativ korrigieren kann.

Das Schielende rechte Auge geht nach Außen.

Das linke Auge hat Probleme bei der weitsichtigkeit,.

 

Man untersuchte mich und sagte mir das eine OP schwierig ist,da es sein kann das man dann nach innen schielt!

 

Auf alle Fälle habe ich eine Brille bekommen,fürs Autofahren.

 

Was also mein Problme war,ist es immer noch.

 

Meine Frage : Gibt es Spezialisten die sowas Operieren,also sozusagen profis auf Ihrem Gebiet.

Die mal was anderes sagen,die Augenärtze sagen mir seid Jahren das gleiche.

Aber da bringt mir nichts.

Es geht eigentlich um eine Schönheitsop.

ICQ: 273570496

 

MFG Mario

Eberhard Luckas's Bild
offline
Mitglied
Beigetreten: 28.09.2002

Hallo Mario,

 

regelrechte Schönheits-OPbei schielendem Auge, dafür hat hier  glaube ich keiner eine Ahnung, wer das gut macht.

Es kommt dabei sehr darauf an, wie das Auge generell reagiert, z.B. schielt es immer nach außen, oder hauptsächlich beim Weitsehen, schielt es auch nach oben oder unten, kannst Du mit dem Schielauge noch sehen, denn wenn das so ist, ist eine OP gefählich. Wenn das Schielauge plötzlich gerade steht und mitsehen kann, was es gar nicht gelernt hat....

Du würdest danach sehr unglücklich sein und das operierte Auge zudecken müssen.

 

Gruß

Eberhard

Viele Grüße

Eberhard

Ini
Ini's Bild
offline
Mitglied
Beigetreten: 03.07.2010

Hallöchen,

 

Also wenn man das liest kann man richtig wütend werden das ist ja mal wirklich das aller letzte .

Zum Glück ist mir das mit meinem Sohn noch nie passiert bei uns reagiert die Schule da nur etwas komisch und desinteressiert und das ist auch noch eine Körper und Lernbehinderten Schule da erhofft man sich etwas mehr . 

Liebe Grüße Ines und Justin