Ich benutze Ihr obiges Schreiben zur Antwort.
Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung und die zahlreichen Anregungen!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Ausmaß der Abduktionseinschränkung verständlich erläutert habe, weshalb ich noch ein erklärendes Bild angehängt habe.
Ich versuche hier die wesentlichen Punkte direkt anzusprechen, die meine Rücksprache ergab. Dabei steht fest, wir können nur Vermutungen äußern, diese sind aber in sich logisch aufgebaut. Wenn es eine Abduzenseinschränkung gibt, bleibt die Maßnahmeempfehlung identisch.
Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung und die zahlreichen Anregungen!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Ausmaß der Abduktionseinschränkung verständlich erläutert habe, weshalb ich noch ein erklärendes Bild angehängt habe.
Eine Paralyse wäre nämlich meiner Auffassung nach eine komplette Lähmung des Muskels, ohne die Möglichkeit, das Auge über die Mittellinie zu bewegen.
Ob die Abweichung bei der Fernsicht nun tatsächlich verlässlich geringer als bei der Nahsicht ist, bleibt wie gesagt schwer eruierbar, denn die Tatsache, dass die erwähnten Videos so einen positiven Effekt im Nahbereich haben und die Augen das Schielen dann genauso gut wie bei der Fernsicht ausgleichen können, spricht wohl dafür, dass es unter den passenden Bedingungen keinen Unterschied macht, auch wenn die begünstigenden Bedingungen in der Regel eher beim Blick in die Ferne gegeben sind.
Uns fehlen verlässliche Visusprüfungen (objektive durchführbar(!); verlässliche Fixationsprüfungen (dito, ein- und beidäugig); Daten über die sekundäre Beweglichkeit
Ursachenabklärung Abduzenzstörung, obligatorische Massnahme wäre unbedingt ein "MRT".
Gerade ein solcher Ausschluss ist ganz häufig eine Fehldiagnose(!) - Sehr häufig gibt es im Sehen ein plötzlich einsetzendes Schielen, z.B. ein Kind kommt aus dem Kindergarten nach Hause und schielt - was ist der Grund? Der kann sehr unterschiedlich sein. Neben der Präposition zum Schielen anlagebedingt, kann ein Schnupfenvirus, eine Grippe etc. den Organissmus so schwächen, dass das Sehsystem vom belasteten Binokularstatus auf die simplere monokulare Fixation umschaltet und diese Entlastung fast schlagartig nutzt. Das ist überhaupt nicht ungewöhnlich. Aber es müssen hier halt zwei Faktoren zusammentreffen. Der eine ist aktenkundig, "die Entzündung". Der zweite kann "angeboren" sein.
(Davon abgesehen regenerieren sich entzündliche Abduzensparesen laut Wissenschaft in der Regel wieder.)
Gerade darauf hat man (weil das für reine Entzündungen auch stimmt) inzwischen viel zulange gewartet! Abklärungen sollten direkt und parallel erfolgen. Die Regeneration ergibt sich allermeist in ca. 1/2 Jahr bis max. 1 Jahr. Dazu kommt, das Ihr Kind weitere Entwicklungsstörungen aufweist. Kennt man die Ursachen?
Hier bedenken sie aber leider nicht, die Versäumnisse, die aus einer zu späten Abklärung und dadurch nicht möglichen Behebung, leider unweigerlich auch Folgen haben. Die Abwägung ist Ihnen als Eltern überlassen, aber in vielen Bereichen frühkindlicher Entwicklungsdefiziten läßt sich später leider oft nicht wieder alles optimal aufbereiten.
Horizontale Blickparese kann ausgeschlossen werden, da das andere Auge keine eingeschränkte Adduktion aufweist.
Wenn das eindeutig abgeklärt ist, freut uns dass natürlich. Denn hier gäbe es leider keine echte Hilfe!
Das Nystagmus-Blockierungssyndrom ist ein sehr interessanter Einwurf, mir stellt sich nur die Frage: Wäre dies nicht auch durch (minimales) Augenzittern erkennbar? In unserem Fall ist es ja eher nur ein situationsabhängiges Umschalten/Driften von Schiel- zu Parallelstand und zurück.
Bitte um Rückmeldung, ob die erwähnten Punkte vielleicht etwas an Ihrer Einschätzung ändern.
Hinsichtlich OP: Selbst wenn eine frühe OP sinnvoller wäre: Ohne Kooperation/Rückmeldung des Kindes wird es wohl schwierig, den exakten Schielwinkel zu eruieren und ein erfolgsversprechendes Ergebnis zu bekommen, oder sehen sie das anders?
Da haben Sie unbedingt recht, aber dazu gibt es genügend "objektiv anwendbare Verfahren" schon bei Säuglingen. „Preferential Looking“ ist z.B. ein super "objektives" Verfahren zur Visus Bestimmung mit verblüffend exakten Ergebnissen ohne Anstrengung und Belastung des Kleinstkindes. Es schaut einfach zum Ort des Interesses (das macht es sowieso, und wenn alles gleich ausschaut (weil es zu fein in der Struktur geworden ist) suchen die Augen, wo es was interressantes zu sehen gibt, und die Augen springen hin und her (fertig ist das Ergebnis, so einfach kann das sein).
Vielen Dank auch für den Hinweis auf den „Preferential Looking“-Test, wir werden versuchen, so einen Test durchzuführen. Falls sie noch weitere (idealerweise auch selbst überprüf-/beobachtbare) Ideen zur besseren Beurteilung der Situation haben, wären wir Ihnen sehr dankbar.
Die erwähnte "Universitätsklinische Neuro-Ophthalmologische Abklärung" ist ebenfalls ein guter Tipp, vielen Dank dafür, wir werden versuchen, diesbezüglich falls möglich in nicht allzu ferner Zukunft auch einen Termin zu bekommen.
Viel Erfolg für Ihr Kind! Gehen Sie die notwendigen Schritte der Abklärung, fassen Sie Mut.
Mein Lebensanker ist Jesus Christus, der Gott der Bibel.