Hallo,
stell Dir die Oberfläche der Hornhaut des Auges, wie die Krümmung eines Löffels vor. Der Radius ist in der Längsrichtung flacher und in der quer liegenden Fläche kräftiger gekrümmt.
Die Flächenbeschreibung der Krümmungen werden bei Brillen(-Linsen), wie bei Contactlinsen in (1.0 dpt=1/m) festgelegt. In der Umrechnung ist jetzt wichtig, geht man von der stärkeren oder von der geringeren Krümmung der Flächen aus. Deshalb gibt es immer zwei entgegengesetzte Beschreibungen (was Laien verwirren kann).
So, nehmen wir deshalb mal Dein linkes Brillenglas:
L: -2,00 Sph = -(!) 1.00 Cyl A 0° (=180°, horizontal), die andere Schreibweise wäre
L: -3,00 Sph = +(!) 1.00 Cyl A 90° (=90°, senkrecht(!)), ist ja klar, denn zu der Beschreibung muss der Löffel gedreht werden, wobei der Krümmungsunterschied identisch bleibt! Der Löffel (unser Brillenglas) bleibt identisch, nur die Beschreibung hat sich geändert.
Dies hat Folgen in der optischen Abbildung. Man spricht von einer (anamorphotischen) Verzerrung in und durch die Bildlage.
Die Erklärung ist auch einfach. Jetzt wird nicht nur das Brillenglas betrachtet, sondern auch das optische Fehlsystem des Auges.
In der Vorstelleng denke man sich ein rechtsichtiges Augensystem kombiniert mit einer Fehl(-Linse), die das zu korrigierende Brillenglas "mit gegensätzlichem Vorzeichen" spiegelt. Diese "Fehllinse" bildet zusammen mit dem Korrektionsglas ein Fernglassystem, was vergrössert, oder wenn man ins umgekehrte Fernglas (Objektiv) schaut, verkleinert. Beide Eigenschaften können bei einer Brillenglaskorrektion auftreten, je nachdem, ob man kurzsichtig ist, dann verkleinert sich alles (auch das Bild vom Auge des Kurzsichtigen (Myopen) oder übersichtig (Hyperopie), der Volksmund spricht von der Weitsichtigkeit, was aber nicht korrekt ist. Hier wird das Bild vergrößert wiedergegeben.
Bei einer astigmatischen Fehlsichtigkeit (cylindrischen Korrektion) wird das Bild deshalb größenmäßig verzogen. Wenn die Achslagen rechts /links gekreuzt sind ist dieser Zustand in der Eingewöhnung schwieriger zu beherrschen. Aber zum Glück sind wir "Gewohnheitsmenschen". Und bei einem Cylinder von 0,25 dpt ist die Auswirkung nur ganz minimal.
Übrigens über Kontaktlinsenkorrektionen fallen Korrektinsdefizit und KL praktisch (ohne Abstand) zusammen, sodass der Vergrösserungs- bzw. Verkleinerungseffekt wegfällt. Die Augen behalten für den Betrachter hier die gleiche Grösse.
In Deinem Fall ist übrigens der Effekt der Grössendifferenz leider auch nur einseitig wirksam.
Ich sage "Alles Gute und viel Erfolg" mit der neuen Brille.