Darf ich fragen, wo Du lebst und was Deine berufliche Tätigkeit ist?
Sind alle drei Brillen, Lesebrille, Office-Brille, Gleitsichtbrille aufeinander abgestimmt gleich?
Welches Ziel hat Dein Versorger mit Deiner Brillen-Optik, damit Du auch weiterhin "Besser" klar kommst (im wahsten Sinne des Wortes!)
Wie denkt er, dem späteren Operateur optimalst vor- und zu zuarbeiten?! - Gibt es da eine feste Beziehung/Übereinkunft?
Gibt es schon einen Ansprechpartner für den Eingriff an Deinem Augenmuskelsystem und hast Du Dich dort schon persönlich vorstellen können, um unabhängig vom Eingriff selbst, in guter Co-Operation auf ein gemeinsames Ziel "im Zeitfenster und in der Gestaltung" drauf zu zu arbeiten, und ist Dein jetziger Versorger dafür qualifiziert genug? - Mit anderen Worten, hat er die Mittel (Brillentechnik) und die Souveränität (Erfahrungsschatz, Prüfraum- & Werkstatttechnik), entsprechende Lösungen auch anfertigen und überwachen zu können. Das wagt und kann auch nicht jeder. Und wenn er eigene Grenzen aufzeigt, ist dass keineswegs ein schlechter Berater. Du brauchst aber jemand, der sich in den Grenzen des Machbaren sicher auskennt und diese auch nutzt. Oder der Weg zum Ziel ist oder kann noch sehr holprig werden.
Zu meiner aktiven Zeit, habe ich zunächst selbst, die Lage ausgelotet, in welche Richtung sich eine Korrektion entwickelt, meist war es sehr schnell klar. Dann habe ich dafür gesorgt, dass mein Kunde/Klient sich einem Facharzt vorstellte, der von mir die Vorgeschichte mitgeteilt bekam und nachdem er seine entsprechende eigene Beurteilung, oft mit einer weiteren Rezeptur festlegte, wurde der Weg bis zum Eingriff weiter von mir betreut, so hatte der Operateur jeden Probanten früher selber schon selber gesehen und konnte den Korrektionsverlauf aufbauend nachvollziehen und mit der Kontrolle vor der OP hatte er die Rückmeldung, die er für seinen operativen Eingriff tagsdrauf brauchte.
Dann war es halt ideal, wenn der getragene und operierte Wert möglichst gleich oder leicht abweichend, etwas höher fest gestellt wurde. War der Wert vor der OP erniedrigt, gab es immer einen deutlichen Abschlag aus Sicherheit oder der OP-Termin wurde verschoben. Hier lag die Variante nahe, dass das System überkorrigiert war. Die Ursache musste erst abgeklärt werden. Dies war häufiger ein Problem bei schlecht vorbereiteten Patienten, die ihre Korrektion ungenügend oder sehr wechselhaft getragen hatten. Diese konnten ihr instabiles Sehsystem auch auf variable Korrektionen eintrimmen und eine langzeitstabile Korrektion war so noch nicht gefunden oder wurde vom Betreffenden ungewollt ausgetrixt, es gab einfach noch keine stabile und gute OP-Basis.
Deswegen sollten die getragenen Brillen möglichst ideal auf die Sehverhältnisse abgestimmt sein. Zum Beispiel bei Drecksarbeiten, keine alte (weil zu schwache) Korrektion tragen. Lieber immer nur die beste Neue und bei Bedarf eine gute Messung mit dann auch optimal abgestimmten Werten. Ein laborieren mit falschen (überholten) Brillenwerten ist nie förderlich für den anstehenden OP-Eingriff. Diese sollten seitengleichwertig aufgebaut sein, dabei löschen sich die prismatischen Nebenwirkungen allermeist auf. Ungleiche Werte sind nur durch Prismenfolien, die man nur vor ein Auge gibt, sinnvoll. Dabei gehören Sie allermeist vor das Führungsauge, um das benachteiligte Auge zu stärken und zu fördern. Im Stadium vor der OP können sie bei einm Nachrutschen von Werten kurzzeitig auch auf das Nichtführungsauge gebracht werden, was das Sehergebnis weniger beeinträchtigt und das OP-Ziel vorbereitet. Generell wird man eher seltener mit Folien arbeiten. Sie kamen bei mir zum Einsatz, wenn ich jemand mit Doppelbildern hatte und die Anfertigung der Brille (Produktion) sehr langwierig war, oder das Ergebnis zuvor im Trageversuch noch abgesichert werden sollte.
Ich machte auch Brillen für neurologisch erkrankte Patienten (häufig wegen Sehstörungen mit Doppelbildern) aus einer nahe liegenden Reha-Klinik. Hier musste ich das gefundene Ergebnis umgehend umsetzen, um es in der weiteren Zeit des Aufenthalts auch kontrollieren und stabilisieren zu können. Die endgültige Versorgung erfolgte hier öfters erst nach dem Klinikaufenthalt.
Alles Gute!