Hallo an Alle, die hier mitgelesen haben,
Mit "Niiryy" ein Codewort, bin ich inzwischen auf "Du", das macht doch manches einfacher. Ich bin nach 10 Jahren Abstinenz doch wieder als ein Neuling im Forum dabei.
Wir hatten einen Austausch als mail und ein 1 1/2 stündiges Gespräch miteinander. Aufgrund der komplexen Faktenlage, wird die jetzige Situation nicht das Endstadium bleiben. So kommte ich Ihr Hoffnung auf Besserung machen, da auch die zuletzt operierende Klinik, Sie in 1/2 Jahr zur Wiedervorstellung eingeladen hat. Das war für mich neu und hat mich sehr erleichtert. Denn es bedeutet, dass man auch dort nicht mit dem Istzustand zufrieden ist. So konnte ich Ihr zweierlei bestätigen.
1. Die zuletzt ausersehene Klinik ist aus unserer Sicht aufgrund ihrer Qualität in der Lage, das jetzige unbefriedigende Ergebnis zumindest deutlich aufzubessern.
2. Da dieses Jahr schon zwei Eingriffe erfolgt sind, bei insgesamt sogar vier Korrektionen am Augenmuskelsystem, was sehr ungewöhnlich ist, mit dem jetzt zutage getretenen visuellen binokularen Endstand, ist es sehr weise, mal ca. sechs Monate Pause zu machen, ehe man hier die vertrackte Situation wieder weiter verbessern kann. Warum dies?
3) nach jedem Eingriff am Augenmuskelsystem wird neben einer gewollten Verkürzung oder Fältelung, oder auch Rückverlagerung, der operierte Muskel zunächst geschwächt und die Augendurchblutung wegen dieser Massnahme verschlechtert. Dies sollte erst einmal gut ausheilen. Danach kann der Muskel selbst sogar stärker arbeiten oder (im negativen Fall) schaffer reagieren. Zudem kann es eine unglückliche Vernarbung und sogar eine Verklebung im OP-Bereich geben. Was Auswirkungen auf die Flexibilität des Gesamtsystems in der sauberen Augenfixierung beidäugig hat.
All dies sollte deshalb in Ruhe abgewartet werden, und jede schnelle Rück-OP oder anderweitige Op-Massnahme ist kurzfristig schon im Ansatz fast generell falsch! Dies sollte auch jeder Patient als Laie wissen, der vielleicht meint, falsch operiert worden zu sein, weil das Ergebnis beispielsweise ein Schielen in die Gegenrichtung offenbart. Dies wird bei gut geplanter Op häufiger passieren, wenn kein vorhergehender mehrmonatiger Prismenaufbau erfolgt worden ist. Und das ist ja leider der Regelfall.
Deshalb sind ja so viele Operateure auch nicht gewillt den vollen gemessenen Schielwinkel zu operieren und bleiben beim operativen Eingriff allermeist in einer Unterkorrektur. Was wir MKH-ler, den Strabologen verübeln. Es gilt der Mut zur Vollkorrektion, auch hier in der operativen Korrektur, nicht nur in der WF-Korrektion mit prismatischen Wirkungen. Alles andere schafft nur unsaubere neue Verhältnisse in der Fixation, auf die sich schlechter, weiter aufbauend, helfen lässt. Auch prismatische Korrektionen sollten nie überstürzt weiter korrigiert werden, auch hier ist Ungeduld nur schädlich, da die Visuelle Sehverarbeitung auf die neue Situation oft erst einfahren muss, wenn etwas deutlich verändert wurde. Das geht nicht selten über mehrere Wochen und 2-3 Monate. Erst danach sind witere Schritte auch erfolgreich möglich. Wobei man gerne auch länger zuwarten kann, das ist nie ein Fehler.
Vielleicht ist Niiryy bereit, uns hier noch etwas aus Ihrer Perspektive weiter zu geben, ansonsten hoffe ich, dass dieser notvolle Forum-Beitrag in etwa einem halben Jahr eine Wendung in eine positivere Perspektive nehmen wird. Wozu aus heutiger Sicht leider noch mindestens zwei Schielkorrekturen (operative) erforderlich sein werden. Aber spätestens dann, hoffen wir auch prismatisch aufbauend weiter helfen zu können. Ich finde, dass ist eine gute Aussicht. Wir jedenfalls wollen hier am Ball bleiben.