Liebe Leute,
ich (25, Stdentin d. Fotografie) bin mit meinen Nerven und meinem Latein am Ende. Vielleicht kann mir hier Jemand weiterhelfen?
Ich habe seit ca. 3 Jahren das Problem, nicht mehr richtig scharf sehen zu können und nicht mehr akkomodieren zu können. Doppelbilder hatte ich (bis ich die Prismenbrille bekam) nicht. In meiner Wohnung war das Problem nicht so stark, aber sobald ich diese verlassen habe und meine Augen viel umherschauen mussten (extrem stark zum Beispiel im Supermarkt) bin ich regelmäßig fast durchgedreht, alles unscharf und unrealer, beängstigender Wahrnehmungseindruck, erhöhter Herzschlag, psychischer Stress, extreme Koordinations- und Orientierungsprobleme, Schwindel, Schreckhaftigheit u.v.m. Dazu kamen häufig Kopfschmerzen, Nervenschmerzen im rechten Arm (das rechte Auge zieht mir nach außen und oben, habe ich das Gefühl...), Übelkeit, Kieferschmerzen (habe auch Probleme mit Zähneknirschen und eine Schiene), Erschöpfung wechselnd mit nervöser Anspannung, Kribbeln und Missempfindungen zunächst im Gesicht, dann im ganzen Körper (sobald ich die Augen bewegen muss, wird das stärker, es muss also einen Zusammenhang geben...), Tinnitus, Reizmagen, gereizte und gerötete (und sich heiß anfühlende) Augen, Zitterigkeit und das Gefühl der permanenten kognitiven Überforderung, einhergehend mit großer psychischer Belastung und Angst, mit 25 Jahren für immer in diesem Zustand zu sein und nie wieder arbeiten zu können.
Da die Problematik im Zeitraum des Todes meines Vaters vermehrt auftrat (vorher auch schon, aber dadurch verstärkt) hat mich niemand wirklich ernst genommen, ich wurde von einer psychosomatischen Klinik in die andere weitergereicht (alles ohne Erfolg), habe haufenweise Psychopharmaka und Beruhigungsmittel genommen (die haben meinen Zustand eher noch verschlechtert, jetzt alles abgesetzt). Bei drei Augenärzten habe ich mich untersuchen lassen, alle meinten, da sei rein gar nichts mit den Augen, auf beiden Augen über 100% Sehfähigkeit, dann zum Neurologen, MRT, EEG unauffällig. Ein Neuro-Optalmologe fand lediglich einen leichten Fixations-Nystagmus ("dieser könne aber eigentlich nicht die Ursache für die Problematik sein". der Nystagmus ist auch nur mit einem Infra-rot Gerät erkennbar) Yoga und Meditation ohne Erfolg, ebenso wie 2x wöchentliches Einrenken beim Chiropraktiker, dann bei einer Osteopathin in Behandlung, die mittlerweile auch ratlos ist (ja, es gäbe leichtere Blockaden, und leichten faszialen Zug, aber nichts schwerwiegendes)
Ein Optiker (bei Fielmann) diagnostizierte dann schließlich eine Winkelfehlsichtigkeit und sagte, die ganzen Probleme würden wohl davon kommen (das war die ganzen Jahre auch mein persönliches Gefühl gewesen). Ich bekam eine Prismenbrille mit folgenden Werten: (gemessen nach Haase)
R F -0,50 -0,25 115 P 3,00/180 H 22,00
L F -0,50 -0,25 75 P 4,00/0 H 22,00
Mit dieser Brille konnte ich dann schonmal besser akkomodieren (schneller scharfstellen von nah auf fern), fühlte mich trotzdem nicht gut. Ich habe die Brille konsequent 6 Monate getragen, war dauerhaft extrem erschöpft, Schmerzen und Zug hinter den Augen, unreales, "überscharfes" Wahrnehmungsgefühl, weiterhin gereizte Augen und das Gefühl, die Augen würden krampfhaft in eine Zwangsposition gezogen. Zudem hatte ich beim Absetzen der Brille sofort Doppelbilder (starke Übelkeit, Angstgefühl etc)
Dann nach 6 Monaten neue Messung bei Fielmann: (nach Haase)
R -0,5 -0,25 115 Prisma 8,00 (Basis 180)
L -0,5 -0,25 75 Prisma 6,00 (Basis 0)
Die Prismenwerte hätten sich erhöht (Das passiere bei der MKH), ich sollte zur Sehschule und dann eine OP machen. In der Sehschule sagte mir der Orthoptist, eine OP wäre nicht möglich, der Schielwinkel sei zu klein. Es bestünde ein leichtes Innenschielen, ein latenter Strabismus und "das rechte Auge bekäme zuviel Zug", ich solle das im der Augenklinik vom UKE in Hamburg genauer abklären lassen.
In der Zwischenzeit habe ich von einem Spezialisten für Weitwinkelfehlsichtigkeit in Berlin eine andere Prismenbrille angefertigt bekommen (nach einer eigenen Korrektions-Methode, er sagt, die Methode nach Haase sei sehr mit Vorsicht zu betrachten, mit seiner eigenen Methode würde er garantieren, dass die Prismenwerte nicht weiter anstiegen)
Die Werte dieser Brille: (Nicht nach Haase!)
R -0,50 -0,25 (Zylinder) 110 Prisma 3,5 außen
L -0,50 Prisma 3,5 außen 1,0 unten
Mein Zustand mit dieser war genauso schlecht wie mit der Fielmann Brille. Nach drei Wochen konsequentem Tragen (die Augen haben sich gar nicht an die Brille gewöhnt) habe ich entschlossen, gar keine Brille mehr zu tragen und habe ich in der Augenklinik Hamburg (Pleoptik und Oethoptik) untersuchen lassen. Dort die total niederschmetternde Aussage: Da könne man nicht mehr viel tun, ich sei eben ein schwieriger Fall und würde sehr extrem auf die Brillen und das (sehr leichte) latente Schielen reagieren. Operation nicht möglich, Prismen seien zu hoch eingestellt und mein Gehirn halt überfordert, weil die Augen eben nicht zusammenarbeiten.
Und jetzt die Aussage: Die einzige Möglichkeit, das Gehirn zu entlasten, wäre es, dauerhaft eine schwarze Kontaktlinse zu tragen und nur noch mit einem Auge zu sehen. Ansonsten solle ich zum Psychologen gehen und halt damit klarkommen...
Nach dieser Aussage habe ich die totale Panik bekommen. Ich habe das rechte Auge dann tatsächlich für einige Tage abgedeckt und muss sagen, ich habe mich damit auch nicht deutlich besser gefühlt sondern halt eben richtig behindert. Nach Abnehmen der Augenklappe "flutschte" das rechte Auge ganz schnell von außen nach innen und zog dann einige Augenblicke wieder nach außen. Für Kurze Zeit hatte ich Doppelbilder.
Nun trage ich weder Brille noch Augenklappe, sitze Zuhause, weil ich mich draußen zu unsicher fühle und bin einfach nur noch verzweifelt.
Mittlerweile bin ich einfach nur noch komplett verunsichert, die Augenärzte sagen, Winkelfehlsichtigkeit gäbe es gar nicht, das Sei eine Erfindung der Optiker und die hätten keine Ahnung, die Optiker sagen, die Augenärzte sind nicht qualifiziert, die Optometristen sagen, die Orthoptisten reden Unsinn, meine Osteopathin sagt, sie will weiter meine Faszien behandeln, der Zahnarzt will mir eine neue Knirscherschiene machen, mein Ortoptist sagt, ich soll das alles auf gar keinen Fall machen sondern eine neue Brille... Ich kann nicht mehr, ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll und ich finde, mit 25 bin ich irgendwie zu jung zum aufgeben...
Hat Jemand einen Rat für mich?
Ich wäre unendlich dankbar!!!

.