Hallo liebes Forum,
ich bitte euch um Rat und beschreibe einmal, was bislang in meinem Leben passiert ist, auch Dinge, die evtl. nichts mit dem Schielen zu tun haben:
Ich (m, geboren 1989) habe seit der späten Schulzeit (ca. 2004) täglich Kopfweh im Verlauf des Tages zunehmend. Bereits seit meinem 6. Lebensjahr trug ich eine gewöhnliche Brille. Ein Augenarzt hatte meiner Mutter einmal gesagt, dass ich später evtl. Probleme mit dem räumlichen Sehen bekommen werde. Mehr ist nicht bekannt. Für das Kopfweh wurde keine wirkliche Ursache bekannt. Mit 10 Jahren (2000) bin ich einmal aus 2 Meter Höhe gestürzt und habe einen schweren Gegenstand auf den Kopf bekommen, der evtl. meine HWS gestaucht hat.
Während dem Studium, mit 20 Jahren (2009) wurde das Kopfweh immer mehr. Mein Augenarzt fand nichts, auch eine Untersuchung (MRT) an der HWS und am Schädel ergab nichts. Ein Optiker fand dann aber, dass etwas mit dem Binokularen sehen nicht stimmt und schickte mich erneut zu meinem Augenarzt, weil er mir aus rechtlichen Gründen nicht helfen darf (hoch lebe Deutschland...). Dieser gab mir ein schwarzes Messgerät in die Hand (Name vergessen), welches das eine Auge auf eine Skala leitete, das andere auf einen Pfeil. Der Pfeil hörte kaum auf zu wandern und pendelte sich dann bei über 20 ein. Ich hatte aber bis dato nie Doppelbilder o.ä. gehabt. Ratlos schickte er mich zur Augenklinik, die mir auch eher ratlos erschien. Ich erhielt die Diagnose "nahdekompensierende Exophorie" und eine Prismenbrille mit 8 Prismen zum lesen. Damit kam ich jedoch nicht gut klar und mein Kopfweh verbesserte sich nicht.
Erst ab der Untersuchung durch den Optiker fiel mir auf, dass ich, wenn ich meine Muskulatur im Kopf bewusst entspanne, Doppelbilder bekomme, dies aber nur im Nahbereich. Bei Fernsicht gelang mir eine Dekompensation durch Entspannung nicht. Auch fiel mir da erstmals auf, dass ich die Welt subjektiv gefühlt durch das rechte Auge betrachte, das linke Auge tritt wie in den Hintergrund.
Im Jahr 2011 bin ich in die Schweiz ausgewandert und bekam starkes Bauchweh, welches in der Diagnose Zöliakie endete. Anfänglich hoffte ich, dass eine konsequente Diät auch das bei Zöliakie oft genannte Symptom Kopfweh beseitigen würde. Dies war nicht der Fall.
Im Jahr 2013 wurden zunächst optometrische Untersuchungen durchgeführt und ich sollte die Prismenbrille mit den 8 Prismen komplett tragen. Dies funktionierte auch, ich konnte ohne Doppelbilder sehen und nach zwei Wochen wurde zusätzliche Prismen aufgeklebt und wieder gemessen. Dennoch gelang mir nach wie vor die Dekompensation im Nahbereich durch Entspannung. Im Jahr 2013 wurde eine Augenmuskeloperation durchgeführt und darauf hin die Brille weggelassen. Mein Kopfweh wurde etwas weniger aber ging nicht weg.
Im Jahr 2014 besuchte ich einen Augenarzt, der einen Polatest benutzte, um nach der Methode von Haas eine Winkelfehlsichtigkeit zu bestimmen. Er verordnete mir dann eine neue Brille mit Prismen, diesmal auch vertikal. Das Kopfweh ging dennoch nicht weg. Bei einem erneuten Besuch des Arztes wurden dann erneut andere Werte gemessen, auch dies schaffte keine Abhilfe.
Jetzt schreiben wir das Jahr 2015. Vor 1 Monat wurde durch einen Chiropraktiker mehrmals meine HWS manipuliert, wodurch mein Kopfweh spürbar weniger wurde, es ist aber nicht weg und ich habe das Gefühl, es wird wieder langsam mehr. Der Chiropraktiker bestätigte meine Vermutung auch, dass ich meinen Kopf leicht schräg halte. Ich vermute weiter, dass dies durch ein vertikales Schielen bedingt sein kann.
Vor einem Monat machte ich dann einen Selbstversuch, ich schaute auf einen Gegenstand in mittlerer Distanz, entspannte mich und schaute, was die Doppelbilder beim hoch- und herunterklappen der Brille machen: Sie springen aneinander vorbei, d.h. die bestehende Brille könnte überkompensieren. Messungen bei dem selben Optiker wie im Jahr 2015, diesmal mit dem 3D-Messsystem PasKal bestätigen die Überkorrektur für die Ferne und eine Unterkorrektur für die Nähe.
Nun ist aber unklar, was ich noch machen soll. Ich habe gerade das Buch "Fixing my gaze" von Susan R. Barry gelesen und kam auf den Begriff "convergence insufficiency" - Konvergenz-Insuffizienz. Auch der Optiker meinte, dass meine Augen im Nahbereich nicht genügend konvergieren, auch wenn ich keine Doppelbilder sehe. Das würde ja bedeuten, dass mein Gehirn die Bilder falsch zusammenführt, ohne, dass beide in der Fovea liegen?
Kann man mit einem Augenmuskeltraining und/oder Okklusion die Konvergenz verbessern? Kann dadurch das Kopfweh verringert werden? Nach was für einem Therapeuten muss ich konkret suchen (die klassische medizinische Meinung ist ja eher, dass man da nichts tun kann und muss - ein ähnlicher Beitrag http://optometrieonline.de/comment/67465#comment-67465)
Gibt es einen Experten in der Schweiz, in der Nähe von Zug, Zürich, Luzern?
Besten Dank für jeden Hinweis und Ratschlag.

