Hallo,
ich bin 63 und wurde mit 6 Jahren wegen Schielen am rechten Auge operiert. Damals war ich weitsichtig. Ob ich zu der Zeit räumliches Sehen hatte, weiß ich nicht.
Mit 13 Jahren wurde plötzlich das rechte Auge kurzsichtig, Brille zu der Zeit links -1,5 und rechts +1,5. Im Laufe der Zeit wurde ich dann weiter kurzsichtig, der Abstand von ca 3 Dioptrien hielt sich aber durchgehend. Die Frage nach dem räumlichen Sehen hat zu der Zeit niemand gestellt, die wurde erst beim Sehstest für den Führerschein akut. Da war ich "vorgewarnt",dass ich 3 Reihen mit Zahlen sehen muss, und zum Glück kamen erst die, die ich mit dem aktiveren Augensehen musste, und dann konnte ich "umschalten"......
Ich habe dann all die Jahre immer sehr darauf geachtet, dass ich mit beiden Augen gleich scharf sehe, bis es dann in Richtung Alterssichtigkeit ging. Da habe ich angefangen, die Brille abzusetzen, wenn ich etwas mit Brille nicht sehen konnte. Vor 10 Jaren habe ich mir zusätzlich zur Fernbrille eine erste Raumbrille, von nah bis 2m, besorgt. Als die zum Lesen nicht mehr reichte, habe ich die am PC aufgesetzt und bin dazu über gegangen, ansonsten im Haus ganz ohne Brille zu arbeiten. Ein Auge +1, das andere +4, das deckt im Nahbereich alles ab, aber irgendwie ist das doch nicht das Wahre. Früher war das linke Auge das dominante, jetzt ist es das rechte, kurzsichtigere Auge geworden.
Jetzt war ich bei einer Optikerin, um mir eine Brille für den PC zu besorgen, und die hat sehr gründlich untersucht, wie ich genau sehe, nachdem ich das Kreuz beim Test als 2 unterschiedliche Kästen mit je 2 senkrechten und 2 waagrechten Strichen gesehen habe. Die erschienen die meiste Zeit abwechselnd, kurzzeitig auch mal beide gleichzeitig nebeneinander. Wenn ich im Nahbereich sehen will, springt alls hin und her, d. h. ich lese nur mit einem Auge, rechts, sehe da nicht abwechselnd, weil das viel zu mühsam wäre. Ihr Vorschlag: Prismen versuchen. Sie hat dann eine Probebrille gesteckt, und wenn ich die aufhatte, versprangen die Bilder nicht mehr, wenn ich von einem Auge auf das andere umschaltete. Im Nahbereich waren das 2 Prismendioptrien, für die Ferne brauchte ich 4 (beides je Auge).
Jetzt habe ich seit 2 Tagen so ein Probeteil mit 2 Prismendiopt., gesteckt und mit Tesa geklebt, zu Hause und mache damit recht erstaunliche Erfahrungen. Ich soll mich damit für 1 Stunde vor den Fernseher setzen, damit die Augen unter gleichbleibenden Bedingungen arbeiten müssen. Ich sehe dann rechts den vollen Kreis, und links eine Sichel, die sich in der Breite verändert, von ganz schmal bis fast zum vollen Kreis. Wenn ich für kurze Zeit das rechte Auge zu halte, erscheint links der ganze Kreis, und er wird sofort wieder zur ( erst mal recht großen) Sichel, wenn ich rechts aufdecke. - Wenn ich nebeinbei telefoniere, wird die Sichel größer, gestern Abend hatte ich damit stabil über längere Zeit fast den vollen Kreis links, vielleicht, weil ich dann weniger angestrengt auf die Glotze glotze (?)
Wenn ich aus dem Fenster in die Ferne sehen, verschwindet der linke Kreis vollständig, wenn ich auf etwas Nahes sehe, wird er größer. Und unter dem linken Auge flattert seit heute Mittag immer mal wieder ein Muskel (das kenne ich sonst überhaupt nicht), wohl etwas irritiert bzw. überanstrengt.
Im Moment trage ich im Haus meine alte Raumbrille wieder, weil mir das so angenehmer ist als ganz ohne, setze sie nur kurz ab, wenn ich etwas genauer sehen muss. Und kurzzeitig schaffen meine Augen se sogar, dass mit dieser Brille ein Gegenstand stabil stehen bleibt, wenn ich die Augen wechsle, aber das ist anstrengend.
Jetzt überlege ich, wie sinnvoll dieses Unternehmen mit den Prismen für mich wirklich ist, und würde da gerne Eure Meinung zu "hören".
LG
wüstenrose
