Hallo und guten Morgen,
(vorsicht: lang.....)
ich bin neu hier und habe mich wegen meinem Sohn (gerade 2 Jahre) hier angemeldet.
Ich habe keine Ahnung vom Thema, beschäftige mich aber im Moment intensiv damit, habe das Gefühl ich weiss von allem etwas, schmeisse es durcheinander oder schließe falsche Schlussfolgerungen.
Zum Thema:
Anfang November schielte mein Sohn nach dem Aufstehen für uns ziemlich stark. Also direkt ab zum Augenarzt. Dort war dann eine Stunde später nichts mehr festzustellen, ansonsten unfauffällig.
Termin bei der Orthoptistin drei Wochen später. Zwischendruch schlielte er vielleicht mal und nur kurz. Im Nachhinein, und das sagten wir auch bei der Anamnese, kann ich nicht sagen dass ich NIEMALS den Eindruck hatte. Es gab schon vorher mal kleine Momente wo ich mich fragte: war da grad ein Schielen?
Die Orthoptistin konnte so nichts feststellen. Sie sagte: Wenn sie so gekommen wären, hätte ich nichts gefunden, aufgrund ihrer Schilderungen habe ich danach speziell gesucht und ganz minimal was finden können (rechtes Auge).
Kontrolle in drei Monaten. Anfang Februar das selbe Ergebnis. Wir hatten Wochen wo nichts aufgefallen war. Kein Schielen. Auch ansonsten können wir nichts feststellen, im Gegenteil. Er ist sehr gut entwickelt, klettert und turnt, schaut sich gerne Bücher auch mit kleinen Bildern an, malt, baut auch kleine Teile zusammen.
Kontrolle in sechs Monaten (ca. Juli).
Letzten Montag dann der Schock: er schielte morgens wieder (Schielwinkel bestimmt 40 Grad soweit ich das beurteilen kann) zumindest so, dass es auch einem Laien auffällt. Das dann lt. Tagesmutter auch den ganzen Tag.
Abends bin ich dann sehr besorgt wieder zum Arzt, wir kamen auch ohne Termin dran, es wurde nachgeschaut, nichts Schlimmes, wir wären ja bei der Orthoptistin, und die wäre auch sehr gut, ich solle mir nicht zu viele Sorgen machen. O-Ton: es sähe schlimmer aus als es sei. Ich könne ja zur Beruhigung noch in die Uniklinik fahren, man würde mir eine Überweisung ausstellen.
??!?!?!?!?!?!?!!?
Das beruhigt eine Mutter NICHT.
Ich beschäftigte mich immer mehr mit dem Thema und fragte mich: warum wurde noch nicht getropft und gemessen?
Zugegeben: wir haben es einmal probiert an dem Gerät. Allerdings ungetropft (was ja bei Kindern eigentlich sinnlos ist) und nach fast einer Stunde Wartezeit und NACH der Untersuchung durch die Orthoptistin. Da hat er natürlich nicht mehr reinschauen wollen.
Die letzte Woche hat er dann mehr geschielt als nicht geschielt. So war mein Empfinden. Mit beiden Augen abwechselnd, vielleicht das rechte etwas öfter.
Freitag bekam ich Panik. Augenarzt zu, ich zum Notdienst (hatte schon das SCHLIMMSTE befürchtet, ungünstige Fotos mit Reflexion geschossen, zu viel gegoogelt usw.). Die Augenärztin konnte Schlimmeres direkt ausschließen, fragte aber direkt ob er eine Brille hätte........
Ich hatte ein Riesenglück, und am Dienstag kurzfristig einen Termin in der Uniklinik bekommen. Da also hin. Die orthoptische Untersuchung war sehr umfangreich, fand ich sehr gut, es wurde auch abgeklebt. Es wurde ungetropft und getropft gemessen.
Jetzt hat er eine Brillenverordnung bekommen:
Hyperopie, Strabismus convergens
R+1,75 Zyl -0,5 Achse 70
L+1,5 Zyl -0,25 Achse 100
Er hat lt. Ärztin eine Sehleistung von 80 und 60% was für das Alter normal sei. Das Schielen entstünde durch die Differenz, weil das eine Auge etwas schlechter ist. Abkleben kommt nicht infrage, da das bessere Auge dadurch benachteiligt würde.
Erstmal Brillenkorrektur. Und dann?????
1000 Fragen, die ich aber leider nicht mehr stellte nachdem wir so lange da waren. Die Fragen tauchten auch leider erst später auf. Ich habe sie mir alle aufgeschrieben und die Orthoptistin aus der Uniklinik will mich heute zurückrufen, dann werde ich sie alle stellen.
Hier sind sie:
Sind die Werte eine Vollkorrektur?
Wird nicht eigentlich bei Kindern bis +3 Dpt. nichts unternommen?
Warum schielt er? So groß ist die Differenz ja nicht?
Hat das mit der Kombination mit der Hornhautverkrümmung zu tun?
Warum schielt er nicht immer? (auch ausgeschlafen, wenn er müde wird manchnmal plötzlich nicht mehr?)+
Warum kann er 3-D sehen? (Test bei der Orthoptistin hat funktioniert, er konnte Dinge benennen und darauf zeigen)
Kann sein Binokularsehen noch stark geschädigt werden?
Kann es sein dass durch einen Wachstumsschub ein Auge noch nicht so groß ist wie das andere und daher die Ungleichheit entstanden ist?
Wird die Weitsichtigkeit mit dem Wachstum weniger? Wenn ja, würde dann durch die Brillenkorrektur eine Kurzsichtigkeit provoziert?
Was ist mit der Hornhautverkrümmung? Braucht er mit den Werten immer eine Sehhilfe?
Warum wird bei der Konrolle in 3 Monaten nicht nochmal getropft (die Aussage habe ich vom Augenarzt), sind denn nicht da auch die Werte wichtig, die er ohne Akkomodation hat?
Wie seht ihr die ganze Sache, ihr habt ja nun schon Erfahrung.......
VLG und danke fürs Lesen!
die-mel


