Hallo Dani,
in diesem Fall operiert man im Alter von 12-18 Monaten, um noch ein Binokularsehen erlernen zu können. Wohlgemerkt ist es nicht sicher, welcher Qualität das Binokularsehen erreicht werden kann, aber man kann schon gute Voraussetzungen dafür schaffen.
Bis dahin müßte die Behandlung folgende Punkte beinhalten:
-objektive Refraktion unter Atropin (mehrere Tage vorher getropft) und eine Skiaskopie von Hand und eine sorgfältige Verordnung JEDEN Refraktionsfehlers (Vollkorrektion). Diese Brille muss ständig getragen werden. Regelmässige Wiederholung der objektiven Refraktion.
-regelmässige Visuskontrollen, falls ein Auge in der Sehschärfe schlechter als das andere werden würde, Behandlung mit einer Atropinkur (eine klassische Okklusion ist wegen bestehender Crossed Fixation nicht sinnvoll). Man stellt sogar in diesem Falle schon mal die Augen operativ gerade, damit eine Okklusion möglich ist. Aber hier wäre zuerst eine Atropinkur zu probieren.
-Motilitätsübungen, um die Abduktion (Bewegung der Augen nach außen) zu trainieren. In Spielform.
-Wenn bis zu einem Alter von 12-18 Monaten die Crossed Fixation nicht verschwindet, operative Korrektur mit der Fadenop nach Cüppers.
Du hast mal geschrieben, dass kein Nystagmus besteht, oft besteht aber ein latenter Nystagmus, der beim Abdecken eines Auges und insb. der Bewegung des Auges nach außen in Erscheinung tritt. Um diesen zu behandeln, muss man die Punkte, die ich oben aufgezählt habe, abarbeiten.
Das Schwierige dabei ist, diese Therapie durchzusetzen, bzw. eine Augenklink oder AA-Praxis finden, der dies unterstützt.
Die meisten Augenkliniken trauen sich an sowas gar nicht heran, obwohl dies ein klassicher Therapieansatz dieser Schielart ist.
Viel Erfolg.
LG Helene
PS Um den Nachfragen vorzubeugen, ich bin nicht vom Fach, sondern musste mich fachlich einarbeiten, denn auch ich bin eine betroffene Mutter eines Schielkindes.