Hallo!
Ich bin mitte 40 und leide seit meinem 6. Lebensjahr an gelegentlichen anfallartigen, sehr starken Kopfschmerzen, die auf die rechte Augenhöhle beschränkt sind. Während der Anfälle, die 6 bis 12 Stunden dauern, sehe ich doppelt. Mit 13 hatte ich das erste Mal den Effekt, dass nach einem Anfall die Doppebilder nicht vollständig verschwanden. Erst nach etwa 6 Monaten war das Auge so weit regeneriert, dass die Doppebilder nur noch in der äußersten Peripherie des Gesichtsfeldes auftraten. In der Augenklinik des UKH Lübeck schloss man damals (nach eingehenden Untersuchungen) Aneurysma und Tumor aus und entließ mich mit der Diagnose „Trochlearis Parese mit ungeklärter Ursache“. Weiterhin bekam ich alle paar Monate einen Schmerzanfall mit Doppelbildern, die anschließend nur langsam regenerierten. Seit meinem letzten schweren Anfall vor 5 Jahren hat sich der Schielwinkel überhaupt nicht mehr verbessert.
Ich sehe jetzt auch im Geradeausblick leicht doppelt, was meinen Alltag erheblich beeinträchtigt. Die Abweichung verstärkt sich, wenn das Auge „nasenwärts“ gestellt wird, etwa, wenn ich etwas fixieren will, was 30 cm entfernt ist. Beim Lesen schließe ich daher das betroffene Auge. Durch Schräghalten des Kopfes kann ich die Doppelbilder beeinflussen. Abends oder nach körperlicher Betätigung ist die Abweichung tendenziell stärker. Bei sehr starken Abweichungen (Blick nach scharf links) gelingt es mir, das Bild des betroffenen Auges gewissermaßen mental auszuschalten. Im Geradeausblick funktioniert das jedoch leider nicht.
Meine Fragen:
Gehört der Nervus Trochlearis zu den unwillkürlichen oder willkürlichen Nerven? Wenn letzteres der Fall ist, müsste es doch eine Möglichkeit geben, ihn mit speziellem Training zu stimulieren.
Wäre eine Operation sinnvoll? Falls ja, was wird da gemacht? Mir sagte ein angehender Augenarzt (noch im Studium), man könne heute sogar Muskelfasern eines mit einem gelämten Nerv verbundenen Muskels mit einem anderen, intakten Nerv verbinden. Nach anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten würde sich das Gehirn dann daran „gewöhnen“ und könnte das Auge wieder gezielt bewegen. Gibt es sowas tatsächlich? Klingt ein bischen nach Dr. Frankenstein, finde ich.
Kann es sein, dass die Ursache gar nicht im Nerv liegt, sondern dass vielleicht ein Problem mit dem Obliquus superior vorliegt? Immerhin wird dieser Muskel ja ziemlich kompliziert durch die Augenhöhle geführt und muss „um die Ecke“. Vielleicht gibt es an diesem Rollknorpel ein Problem, eine chronische Entzündung oder so (daher vielleicht die Kopfschmerzen).
Kennt sich jemand mit dieser Materie aus oder kann mir einen Tipp geben, wo ich kompetenten Rat erhalte?
Vielen Dank!
Fitzliputzli