Hallo,
wie sind neu hier im Forum und haben eine ganz dringende Frage. Unser Sohn (6,5 Jahre) hat ein zeitweises Außenschielen, allerdings so selten und "schwach", das ein Fremder es eigentlich nicht bemerkt. Unser Problem ist folgendes: Unser Sohn kommt diesen Sommer in die Schule und sowohl im Kindergarten als auch bei der Einschulungsuntersuchung wurde deutlich, dass er Defizite im Malen und Schreiben hat. Deshalb wurde er auch im letzten Jahr um ein Jahr zurückgestellt. Er versucht Malen/Schreiben zu vermeiden, wann immer möglich. Eine Idee unseres Augenarztes war, dass er sich beim Malen anstrengen muss, um die Augen parallel zu stellen und dies könnte ein Grund für diese starke Abneigung sein. Ergotherapie hat keinen Unterschied bewirkt. In der Kinderneurologie wurde nichts festgestellt. Er ist körperlich und geistig völlig normal entwickelt und ein sehr aufgeschlossenes, interessiertes Kind. Da kam die Idee auf, dass es vom Auge sein könnte, da er bei manchen Malübungen (nicht immer) seinen Kopf aufstützt und ein Auge (das linke) kneift. Wir waren schon mehrmals in Gießen in der Augenklinik vorstellig und haben den OP Termin schon 2 Mal (also ein gutes Jahr) herausgeschoben. Hinzu kommt, das er auf beiden Seiten 100% Sehstärke hat und volles räumliches Sehen, wenn er die Augen parallel stellt (was er in der Regel auch macht, es sei denn das Auge gleitet mal nach außen).
Folgende weitere Befundwerte sind festgestellt:
Diagnose: LA intermittierende Exotropie, R/L Hyperopie, Astigmatismus
Visus Ferne sc: RA: 1,0, LA: 1,0, LRR 17,2'
Obj. Refr. in Zykloplegie: RA: +1,00=0,50/146°, LA: +1,25=-0,50/46°
Binokularfunktion: Bagolini Ferne Exklusion LA, Nähe positiv, Lang I: positiv
Schielwinkel:Ferne: A-14°, Nähe: A-11°, Rebl. -12°, Libl: -14°, Aufbl./Abbl. - 10°
Monukulare Exkursion: unauffällig
Akkommodationsbreite: R/L 12,5dpt
Abdecktest: Ferne Exotropie LA, Nähe schnell dekompensierende Exophorie
Vorderabschnitte: R/Ö reizfrei, klare Medien
Fundus in Mydiasis: R/L Papille randschaft, vital, 0,4 exkaviert, Makula mit gutem Wallreflex, Peripherie o.p.B.
Unser Sohn selbst meint, dass er alles gut sehen kann und nur keine Lust hat aufs Malen. So wissen wir nun wieder gar nicht, ob wir mit der OP, die schon für diesen Freitag (1.3.13) geplant ist, das richtige für ihn tun. Bitte versteht uns nicht falsch; Wir erwarten keinerlei künstlerische Glanzleistungen, aber es ist so auffällig, das er so gar nicht malen/schreiben (Schwungübungen da er ja noch nicht in der Schule ist) möchte, dass er oft sogar anfängt zu weinen, wenn man ihn dazu "auffordert" (wir haben es schon mit Belohnung versucht, damit er mal "gern" etwas aufs Papier bringt). Lego und Puzzeln macht er auch nicht so gern. Dafür ist er sehr sportlich, liebt Bücher anzusehen (!) bzw. vorgelesen zu bekommen, jede Art von Gesellschaftsspielen und rechnet für sein Leben gern. Er ist auch sehr gut am PC und hat damit überhaupt keine Probleme mit dem Nahsehen.
Was denkt Ihr? Habt Ihr Erfahrungen mit einem solchen "Problem"? Hat jemand gute/schlechte Erfahrungen mit Außenschielkorrekturen bei Kindern (man liesst ja immer auch, dass so viel schief gehen kann). Laut Ärzten ist jetzt der optimale Zeitpunkt, da er noch nicht in der Schule ist und in einem Alter ist, wo man dem Gehirn noch ein richtiges Sehen beibringen kann. Das wäre in einem späteren Alter nicht mehr so einfach.
Hat jemand Erfahrungen mit Prismenbrillen in so einem Fall, als Alternative zur OP, bzw. um den Nach-OP Zustand zu simulieren und dadurch zu entscheiden, ob ihn eine OP etwas bringen würde.
Wir sind über jeden Beitrag sehr dankbar!!!
Liebe Grüße
Lara44