Liebe Mitstrabisten,
Ich bin mir vollkommen bewusst dass ich kein Recht habe mich zu beklagen und mein Schielwinkel ans Lächerliche grenzt. Ich weiß um andere Geschichten. Ich bin mir bewusst, dass mein Fall ein Operationserfolg gewesen ist. Und dennoch:
Mich treibt seit längerem etwas um.
Festgestellt wurde das Schielen als ich in der Grundschule eine Brille brauchte. Subjektiv betrachtet sieht man auf alten Fotographien auch erst ab diesem Zeitraum ein Schielen bei mir, welches im Laufe der Zeit stärker wurde. In der Sehschule wurde meinen Eltern damals versichert dass mein Schielwinkel "zu klein zum operiern" wäre (= ? Grad) und ich keinerlei Einschränkungen hätte bis auf auf ein räumliches Sehvermögen angewiesene Berufe. Mir wurde eine Zeit lang ein Brillenglas überklebt. Ab dann kamen langsam die Sehfehler mit Doppelbildern u.s.w.. Aber langsam und mit einem schnellen Gewöhnungseffekt.
Mit Mitte Zwanzig ging ich wieder zur Sehschule. Es wurden an mehreren Terminen stets 15 Grad gemessen. Ich habe auf beiden Augen mit Kontaktlinsen volle Sehstärke, auf dem schielenden Auge sogar etwas besser. Die Kosmetik ist mir egal, ich ging zur Sehschule der Sehfehler wegen auch wenn ich sie nicht benennen konnte, da ich sie mein ganzes (bewusstes) Leben hatte (Doppelbilder, nichtkongruentes Sichtfeld, Schwindel, Danebengreifen, nur eine Bewegung sehen können u.s.w..; verschieden schlimm von Doppelbildern + "Halbmond" aber ansonsten keinerlei Beeinträchtigung bis zum Stolpern, Kopfschmerzen u.s.w..; hielt ich mir ein Auge zu "war alles gut" und die Sehfehler verschwanden, oder ein kurzer Schlaf half auch).
Dafür wurde ich vor der Operation mit Beschreibungen von möglichen Sehfehlern vor einer Schieloperation gewarnt die ziemlich meinen Beschwerden entsprechen
(Kann man daraus das denken was ich denke? (Dass ich erst mit 4 jahren angefangen zu schielen, ein Jahr nach dem erstmaligen Feststellen in meiner Grundschulzeit wurde der Schielwinkel groß genug dass Sehfehler auftraten -aus zwei fach eigener Erfahrung, ich komme noch dazu, liegt die Grenze bei circa 2 Grad-, bis er 15 Grad erreichte und dort stabilisierte; was einer Änderung der für das Gehirn gewöhnte Augenstellung entspricht, ob "einfach so" oder auf Operationswegen?)).
Ich hatte ein Jahr später, vor einem Jahr, eine Schieloperation.
Zwei-Einhalb Tage nach Abnahme des Verbandes hatte ich von einem Moment auf den nächsten nach meiner subjektiven Wahrnehmung ein Räumliches Sehvermögen. Ich konnte kein Auge mehr vor das andere schieben und beschreibe es mal holprig als das "Geodreieck im Kopf" bzgl. Bewegungen (Komplette Flugbahn von Bällen sehen bei einem kurzen "Blinzeln" statt den ganzen Flug mit den Augen zu verfolgen), Abständen, Entferungen u.s.w.. Es hielt lediglich 2 Tage, danach bewgte sich das operierte Auge wieder nach innen.
Drei Wochen nach der Operation wurden in der Sehschule 2 Grad gemessen -ab dann kamen auch langsam die Sehfehler wieder-, ein räumliches Sehvermögen wurde nicht festgestellt; Zwei Monate nach der Operation wurden 4 Grad gemessen, ein halbes Jahr nach der Operation 7 Grad, ein dreiviertel Jahr 3 Grad.
Seitdem ist ein Viertel Jahr vergangen und mein Schielen wurde subjektiv besser, das heißt: Die Sehfehler wurden immer schwächer und sind jetzt meistens bis auf gelegentliche Doppelbilder und Schwindelgefühl verschwunden.
Meine Sehfehler waren stets, mir fehlt die rechte Ausdruckweise, linear schlimm zum Schielwinkel und bei null Grad hatte ich ein räumliches Sehvermögen. Entsrpechend kamen nach der Operation die Sehfehler langsam wieder, wurden immer schlimmer und verschwanden nach einem halben Jahr langsam wieder.
Auch ohne Sehfehler bis auf gelegentliche Doppelbilder treibt es einem in den Wahnsinn dass ein Auge die ganze Zeit in die falsche Richtung schaut. Schließe ich das (meist) linke schielende Auge sehe ich auf dem rechten Sichtfeld weniger.
Der Schielwinkel verringert sich seit einem halben Jahr immer weiter (nach jener einen Messung und subjetiven Empfinden bzgl. der Sehfehler) und wird immer schwächer und scheint sich auf einem kleinen Restschielwinkel zu stabilisieren.
Und damit wären wir bei meiner Frage:
Erfahrungen sind erwünscht.. bestehen Aussichten dass sich das alles weiterhin von selbst verbessert, gibt es "Trainingsmöglichkeiten" das zu beschleunigen? Wie gesagt, es (die Sehfehler, der Schielwinkel) wurde seit meinem letzten Sehschulentermin vor einem viertel Jahr weiterhin von Woche zu Woche besser scheint jetzt jedoch sich auf kleinem Niveau zu stabilisieren. Was mein geheimer Wunsch ist dürfte klar sein auch wenn ich deutlich sagen muss dass im Vergleich zu früher ich fast kein Recht habe mich zu beschweren.
Weiter:
In dem Zeitraum in dem der Schielwinkel zurückging fing ich mit Freunden an im Wald zu joggen, vielleicht ist es Zufall, ich mache das Schauen auf große Entfernungen für die Besserungen verantwortlich.
Als ich mit einem "klick" von einem Moment auf den anderen das räumliche Sehvermögen bekam geschah dies auch auf einem großen breiten Weg, bis in großer Entfernung voller hastig laufender Menschen durchmischt mit Radfahrern. Viele Bewegungen die das stimuliert haben können.
Gehe ich die letzten zwei Monate laufen und schaue für eine gute Viertelstunde starr auf den weit entferntesten Punkt am Horizont gerade aus verringert sich der Schielwinkel bis zum fast Verschwinden und meine Augen schauen deckungsgleich denselben Punkt an. Das hält danach zwischen wenigen Augenblicken bis zu einer Stunde.
In diesen Tagen schiele ich Morgens nach dem Aufstehen gut sichtbar, wenige Augenblicke später ist das Schielen fast verschwunden. Kosmetisch betrachtet beim Blick in den Spiegel.
Es muss Trainingsmöglichkeiten für die Augenmuskeln geben, immerhin standen die Augen nach der Operation einmal gerade, dann hoch auf 7 Grad, jetzt auf 3 Grad oder weniger.
Ins lächerliche wollte ich das damit nicht ziehen. Ich weiß wie das sich anhört. Und wie zu Anfang meines Posts schon gesagt...
Ein Jahr bevor ich zur Sehschule ging war ich in einem 3D-Kinofilm - ja, es war Avatar. Am Ende des Films habe ich bemerkt dass an meinem schielenden Auge sich etwas geändert hat und der Seheindruck besser war. Lächerlich, ich weiß, aber ein änderbarer vorm gewohnten abweichender Seheindruck war ein Anstoß zur Sehschule zu gehen. So etwas wurde hier in diesem Forum beschrieben.
Im Forum zu fragen kostet nichts. Ich weiß, der Text ist alles subjektive Dinge eines ahnungslosen Laien, aber ich habe nach der Augenoperation über ein Jahr gewartet bevor ich hier geschrieben habe.
Ich Danke für das Lesen.
Ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten und ich wünsche euch einen Guten Rutsch!
Beste Grüße.
Nachtrag:
Vor längerer Zeit zufällig gefunden, den Link dürfte einige interessieren:
http://www.birgitt.reisehexe.com/
"Ich möchte allen Müttern und Vätern, deren Kind plötzlich angefangen hat zu schielen Mut machen und Sie bitten auf der Suche nach ärztlicher Hilfe nicht gleich dem ersten Augenarzt zu vertrauen und den eigenen Menschenverstand nicht außer Acht zu lassen.
Dies ist eine Zusammenstellung meiner Erfahrungen und eine Auflistung des Behandlungsverlaufes bei meinem Sohn, der mit gerade 3 Jahren plötzlich anfing zu schielen."
Nachtrag 2:
Ich möchte hier niemandem Trivialitäten vorhalten, für mich war dies neu; in diesem Forum wohl fast unverschämt:
