Also die Beschwerden klingen größenteils nach Ursache der Augen, zumindest meiner Meinung nach.
Fühl dich bitte nicht angegriffen, aber es beginnt die Zeit -meist um Anfang - Mitte 40 -, in der die Augenlinse nicht mehr so stark akkomdieren kann wie früher. Heißt, dass die Brechkrafterhöhung der Linse (beim einstellen der Augen auf die Nähe passiert das schon automatisch) in deinem Fall auch dazu benutzt wird, die Weitsichtigkeit auszugleichen, damit du auch in der Ferne "schärfer" sehen kannst. Hier könnte ich die Erklärung für deine "Fokussierungsprobleme" sehen was irgendwie auch das Muskelzucken erklären könnte (Überbeanspruchung der Zilliarmuskulatur die die Augenlinse "steuert"). Besserung beim Augen schließen bedeutet schließlich auch, dass die Augen "wissen" dass nix zu tun ist, und sich "ausruhen".
Die Gangstörung muss nicht zwingend mit den Augen zu tun haben, spricht eher für die Ohren - oder einem beeinträchtigtem zusammenspiel beider (ich kann mir vorstellen, dass ne Brille da hilfreich sein könnte, hab jedoch keinerlei Erfahrung damit)
"Konzentrationsprobleme, ständig Müde, Antriebslosigkeit, Probleme Abstände einzuschätzen, innerliche Unruhe, kann alles mit der Sehleistung zusammenhängen. Die ständige (Ausgleichs-)Bewegung der Augenlinse macht auf lange Sicht gesehen Müde, unscharfes Sehen vermindert die Konzentrationsfähigkeit, der Visus selbst (gern auch mal Sehschärfe genannt) macht es nachvollziehbar, dass du mit dich mit den Abständen gern mal vertust. Die Gereiztheit, Antriebslosigkeit und die Unruhe, sind aus meiner Sicht nur resultierende Effekte.
Die Lichtempfindlichkeit hat schon was mit der Fehlsichtigkeit und dem Visus zu tun, das Nachtsehen auch. Jedoch muss ich die Frage stellen ob du allgemein Probleme mit dem Kontrastsehen hast?
Über die Geräuschempfindlichkeit, kann ich leider nichts sagen.
Was für mich für eine Prismenbrille ausschlaggebend ist, sind zum einen deine Augen (Stellung, Bewegung) und ob du Doppelbilder hast, falls nicht -ich hab die Prüfung nicht gemacht kann ich daher leider nicht definitiv sagen: Also ein so kleines Prisma ist für die Augen im Prinzip nicht groß dramatisch, jedoch würde ich zu Beginn darauf ganz verzichten und es mit einer stinknormalen Brille umsetzen. Die Kopfschmerzen die beim Tragen der Prismenbrille auftraten sprechen eher dafür, dass entweder in die falsche Richtung korrigiert wurde oder sie dich beim Sehen nicht stören/behindern. Im letzterem Fall wäre eine Korrektion unnötig und damit auch rausgeworfenes Geld.
Um die Suche für dich weiter etwas einzuschränken, stell dir folgende Fragen:
Hast du bekannte (evtl. chronische) Krankheiten, wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes?
Nimmst du regelmäßig Medikamente?
-> Wenn ja solltest du dir darüber klar werden, welche du nimmst, was die Nebenwirkungen sind und wenn es mehrere sind, sollte man auch mal schauen wie die sich zusammen Vertragen. Evtl. da die Ärzte mal zusammenführen.
Da du mir nicht gegenüber sitzt und ich dich nicht beobachten kann: Ist dein Kopf "von Natur aus" etwas zur Seite geneigt?
->Wenn ja: ist das bei der Prismenprüfung bedacht worden, indem man die Prüfbrille anstelle eines Phoropters verwendet hat?
Wurde auch eine Prismenprüfung für die Nähe durchgeführt?
-> Wenn ja: sind die Prismenwerte gleich, oder stark unterschiedlich?
Nimmst du mit Brille (ohne eingearbeitetes Prisma) Doppelbilder wahr?
Was mich noch wundert ist der Visus von 0,59 in Verbindung mit dem morgendlichen Augenflimmern. Da ich nur Handwerker bin, empfehle ich einen gründlichen medizinischen Augencheck beim Doc. Da das schon gemacht wurde: Führ dir die Diagnose nochmal vor Augen.
Nun deine Antworten:
Können meine Probleme wirklich mit einer Winkelfehlsichtigkeit zu tun haben?
-> Wie gesagt ich hab deine Augen nicht gesehen, es kann sein; muss aber nicht
2. Was sagen die Werte aus? (Augenoptiker meint, es sei eine geringe Winkelfehlsichtigkeit)
-> Weitsichtig, Stabsichtig und der Kollege hat Recht, es ist eine geringe Winkelfehlsichtigkeit
3. sollte man nicht sofort eine spürbare Verbesserung mit neuer Prismenbrille merken?
-> Nein. Manchmal ist in den ersten Stunden sogar das Gegenteil der Fall. Die Muskulatur muss die "gewohnte Arbeit" nicht mehr leisten. Unser Gehirn automatisiert Prozesse gern, um Rechenleistung zu sparen, die Augen müssen quasi lernen nicht mehr zu "arbeiten" um die Fehlstellung ausgleichen. Es kommt auch mal vor, dass man trotz Korrektur kaum Verbesserung erzielt, das kann daran liegen, dass die Muskulatur noch nicht in ihre von der Natur vorgesehene Stellung liegt. Ich gehe an der Stelle davon aus, dass die physiologie in Ordnung ist. Also Funktionen wie simultanes drehen beider Augen oder das Konvergieren, ruckelfrei von statten gehen. In diesem Fall muss man Zeitnah mehr Prismen in die Brille einarbeiten lassen. Diese Therapieform macht man solang, bis sich die Augen in ihrer natürlichen Lage befinden. (Die Sache kann man sich wie einen sich langsam lösenden Muskelkrampf vorstellen)
Sagen wir man kann eine sofortige Besserung spüren - das liegt aber am Menschen selbst und an der Genauigkeit der Werte/Zentrierung - man muss es aber nicht
4. wenn Eingewöhnung, wie lange dürfte sie maximal dauern?
-> Jeder Mensch verarbeitet das in einer anderen Zeit. Äußere Umstände und die mentale Einstellung spielen da auch eine große Rolle. Aus eigener Erfahrung kann ich sprechen, dass ich für die Akzeptanz meiner Prismenbrille etwa 4 Wochen gebraucht hab. (Ich bin jedeoch recht sensibel im Sehprozess) Gelegentlich gibt es Tage (nach ewa 1,5 Jahren) da bin ich nur schwer in der Lage ein klares Bild zu sehen.
Ich bin nur ein Mensch und kann mich auch irren, also bitte alles geschriebene mit den eigenen "Vor-Ort-Ansprechpartnern-des-Vertrauens" besprechen, keinen Floh ins Ohr setzen lassen - wie erwähnt ich hab dir nicht die Augen geprüft, sodass ich mehr sagen könnte