Moin, moin,
ich war am Samstag beim Optiker und er hat mich wortreich dazu gebracht, der Brille und mir (bzw. meinem Gehirn) eine weitere Woche die Chance zu geben, sich aneinander zu gewöhnen. Der Grund ist, wie er sagte, dass 1. er die Werte in der 3. Messung im Bezug auf Zylinder und Position der Augen ziemlich verändert hatte (er hatte sich für seine Kollegen, die zuvor gemessen hatten, ob ihrer Unfähigkeit entschuldigt), dass 2. die Gläser in der alten Brille nicht korrekt eingebaut seien (hoppla, mit der alten Brille konnte ich seinerzeit auf Anhieb gut sehen!), was den Adaptionsprozess erschwert. Nun, wir haben einen erneuten Termin für nächsten Samstag gemacht.
Auf meine Frage hin, was denn sei, wenn der Adaptionsprozess TROTZ intensiver Gewöhnung (habe die Brille (trotz latentem Unwohlsein bei längerem Tragen) inzwischen nahezu permenent auf, nur bei der Arbeit am Bildschirm geht sie gar nicht, auch nicht kurz, da muss ich auf die Bildschirmbrille wechseln), sagte der Optiker, dass ich dann wohl eine Unverträglichkeit gegen die Individual-Gläser hätte, was nur einen verschwindend geringen Teil der Kundschaft beträfe und was keiner, auch nicht er (sein Name ist der Name des Geschäfts, da er aber sehr jung ist und die anderen Mitarbeiter im Laden auch schon mal ... nennen wir es: maßregelt ... , ist er wohl der Sohn des Chefs) hätte vorhersehen können.
Wie dem auch sei, ich bemerke nun, dass der Wechsel zwischen den Brillen (oder einfach nur "absetzen, warten aufsetzen") aufwändiger wird, will sagen, dass es einen Moment braucht, bis ich mich auf die jeweilige Brille eingestellt habe, insbesondere beim Wechsel auf die Gleitsichtbrille habe ich immer eine Zeit lang den "besoffen"-Effekt, insbesondere in Räumen, je kleiner, je schlimmer.
Weil ich, wie gesagt, mit der Brille nur schlecht lesen kann, habe ich wieder ein wenig experimentiert.
Um mit den einzelnen Augen jeweils gut lesen zu können, muss ich den Kopf nach innen schwenken, was bedeutet, dass ich jeweils weiter aussen durch die Gläser schaue, um (in Leseposition) halbwegs scharf sehen zu können.
Da die Augen in der Leseposition ja weiter nach unten und innen geschwenkt sind, als in der Ferne, habe ich ausprobiert, in der Augenposition für die Ferne (also gerade aus, statt nach unten) zu lesen, indem ich einfach die Brille nach oben gehoben habe, so dass ich geradeaus durch den unteren Teil der Brille blicke, die Augen aber eher nicht nach innen geschwenkt sind und. Siehe da, das Bild ist viel schärfer, die Säume der einzelnen Zeichen sind viel weniger und das Bild insgesamt viel klarer, die Augen *viel* entspannter; der empfundene Druck verschwindet fast ganz.
Bewege ich Buch, Brille und Augen (aber nicht den Kopf!) nach unten und schaue permanent weiter durch die gleiche Stelle im Glas, tritt der bekannte Zustand ein: das Bild verschwimmt, die Schatten und Säume an den Zeichen treten auf, das Druckgefühl steigt (m.E. weil die Augen eigentlich eine andere Position einnehmen müssten) und im Gesamtbild treten auch wieder Schlieren auf, die wahrscheinlich Bereiche ungleicher Schärfe sind.
Daraus schliesse ich, dass ich KEINE Unverträglichkeit gegen Gleitsichtbrillen im allgemeinen und auch nicht gegen die Individual-Gläser (die offenbar gar nicht sooo individual sind) habe, sondern dass meine Augen tatsächlich einfach weiter nach innen schwenken, als vom Optiker und vielleicht auch vom Glashersteller vorgesehen und genehmigt.
Meine dementsprechenden Fragen und Hinweise hatten die Leute beim Optiker (auch beim ersten) bislang konsequent ignoriert bzw. abgetan.
Nun müsste das Verhalten meiner Augen beim Lesen irgendwie gemessen und im Glas berücksichtigt werden, denke ich und ich frage ich mich jetzt natürlich, ob ich diesem Optiker auch noch eine 4. Chance geben soll oder gar muss?
Auf der anderen Seite, wenn ich woanders hingehe, muss ich auch wieder 10 - 20 Tage warten.
Wie dem auch sei, ich werde Samstag wieder einmal hingehen und wieder einmal diskutieren.
Lieben Gruß
Oggi