Hallo zusammen,
ich war heute mit meinem Sohn, 6 Jahre alt, beim Augenarzt und wir haben völlig unerwartet die Diagnose Akkomodativer Strabismus und die Verordnung einer Bifokalbrille bekommen.
Bereits als Baby hat es bei meinem Sohn so ausgesehen, als würde er leicht schielen und wir sind manchmal darauf angesprochen worden. Daher waren wir früh beim Augenarzt, der jedoch gesagt hat, es handele sich um einen optischen Fehleindruck augrund einer sehr breiten Nasenwurzel, das Kind schiele nicht. Ein anderer Augenarzt hat das bestätigt,woraufhin wir beruhigt waren und diese Aussage so akzeptiert haben. Dennoch waren wir alle ein bis zwei Jahre dort zur Kontrolle, da beide Eltern kurzsichtig sind (ich selbst recht stark und hatte auch seit der 2. Klasse). Ein Schielen wurde jedesmal wieder ausgeschlossen.
Bei einem Gespräch in der Schule anlässlich der Einschulung wurden wir erneut angesprochen, es sehe so aus, als würde er schielen, wir sollen das doch bitte abklären lassen. Leicht genervt habe ich erklärt, das sieht bloß so aus, aber da die letzte Kontrolluntersuchung schon 18 Monate her war, habe ich trotzdem einen Termin gemacht. Tja, und auf einmal sagt die Ärztin, er schielt tatsächlich im Nahbereich, ein Auge geht nach innen weg (aber mal das eine, mal das andere). Die Sehstärke ist aber auf beiden Seiten bei 100 % und er kann auch dreidimensional sehen.
Sie hat als Therapie eine Bifokalbrille verordnet mit +3 im Nahbereich und +0.5 für die Ferne. Sie hofft, dass durch das Tragen der Brille das Schielen irgendwann verschwindet.
Ich bin total verwirrt. Wo kommt das plötzlich her? Und geht das wirklich durch das Tragen der Brille wieder weg? Was genau ist denn das Problem und wieso kann es durch die Brille wieder weggehen?
Ist das wirklich jetzt erst entstanden oder haben die Ärzte (beide!?) doch bei den vorherigen Untersuchungen etwas übersehen?
Muss ich mir Vorwürfe machen, dass ich nicht noch regelmäßiger zur Untersuchung gegangen bin? Hätte ich besser hinsehen müssen? Ich meine, natürlich habe ich gesehen, dass er manchmal geschielt hat, aber seit er ein Baby ist, sagen mir die Ärzte, das sieht halt bei ihm so aus, aber mit den Augen ist alles in Ordnung... Nur dass es eben jetzt doch nicht so ist.
Ich wäre dankbar, wenn mir jemand das Problem ein bisschen verständlicher erklären könnte - in dem Themengebiet wimmelt es ja nur so von lateinischen Fachausdrücken. Und eine Bestätigung, dass die Bifokalbrille die geeignete Therapie ist und das Schielen davon hoffentlich wieder weggeht, würde mich auch sehr beruhigen.
Vielen Dank im Voraus!
Moni
PS: Bei Wikipedia wird zwischen reinakkomodativem und teilakkomodativem Strabismus unterschieden, wobei bei letzterem die Rede davon ist, dass nur selten eine vollständige Heilung erreicht werden kann. Und verstehe ich es richtig, dass man bei der reinakkomodativen Form davon ausgehen kann, dass die Weitsichtigkeit nur einen Mikrostabismus verstärkt statt selbst die Ursache zu sein? Das hieße doch, dass die Ärzte das Schielen vorher übersehen haben, oder?



