Hallo,
entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber die Zeit ließ es leider nicht anders zu.
Wir waren nun mittlerweile bei genanntem Arzt in Koblenz und fühlten uns dort sehr gut aufgehoben (ein sehr netter und geduldiger Arzt!). Er bestätigte natürlich die WFS und riet uns ebenfalls zur dringen notwendigen OP. Da wir uns zwar erst seit kurzen mit dieser Thematik beschäftigen, dafür aber sehr intensiv haben wir uns zu einer zeitnahen OP entschieden, da wir keine Zeit mehr zu verlieren haben (er ist ja schon 12) und der Leidensdruck enorm ist. Die OP wird nun am 28. Juni in der Augenklinik in Koblenz stattfinden und der Arzt selbst wird operieren.
Hier der kurze Befundbericht aus Koblenz
Diagnosen: Assoziierte Esophorie Astigmatismus
Befund
Refraktion RA: RA plan Visus 1,0 ; LA plan -0,5/90 Visus 1,0
Covertest: keine EB
Motilität: frei
Lang Test: 550 Winkel es
Wing: 11 Exo
Worth/Schober: mit 15 Pr Ba pos.
objektiver Schielwinkel: 20 Pr Ba auslösbar
Assoziierte Heterophorie
1. Polatest: 19 Pr Ba
2. Polatest: 28 Pr Ba D1
3. Polatest: 38 Pr BA
Wie sehr sich unser Sohn (warscheinlich schon seit Jahren) anstrengen muss um "vermeidlich" normal zu sehen, hat uns folgende Begebenheit deutlich gemacht: Nachdem er die eingestellten Prismen von 38 eine Viertelstunde tragen musste haben wir eine Mittagspause machen sollen. Wir wollten in einem Restaurant essen gehen und sind somit raus in die Stadt gegangen. Unser Sohn konnte plötzlich keine Treppen mehr steigen ohne zu stolpern und wäre gegen jede Laterne oder Bushäuschen gelaufen, wenn wir ihn nicht an die Hand genommen hätten. Die Speisekarte konnte er nicht lesen, es sei denn er kniff ein Auge zu. Er konnt so gar nichts scharf erkennen und war natürlich sehr erschrocken darüber (wir haben ihn natürlich die Zusammenhänge erklärt). Es dauerte knapp über 1 Stunde! bis er wieder so sehen konnte wie vorher. Für uns unglaublich! Eine Viertelstunde hat die Augenmuskulatur so entspannt, dass es so lange brauchte um wieder die Kraft und Energie aufzubringen das Auge zu kontrollieren.
Nun hoffen wir, mit der Entscheidung zur OP den richtigen Weg einzuschlagen und ihm hoffentlich damit zu helfen besser durch die Welt zu gehen.
Am gleichen Tag haben wir auch unsere jüngste Tochter (5 Jahre) dem Arzt vorgestellt. Bei ihr wurde auch eine WFS von ca. 30pdpt festgestellt. Bei ihr ist der Fall allerdings nicht so einfach, da sie aufgrund ihrer extremen Frühgeburt (25. SSW) an beiden Augen eine OP hatte um die drohende Netzhauthautablösung zu verhindern. Sie hat zur Zeit eine Brille mit folgenden Werten: Rechts Sphär -2,5 Cyl -1,5 Achse 0 Links Sphär +1,5 Cyl -2,0 Achse 9. Diese Brille haben wir erst seit März diesen Jahres, vorher hatte sie ( Rechts Shär -3,5 , Links Sphär +1,0 Cyl -1,0 ; Links s.o.) Wir kleben täglich das linke Auge für 6 Std. ab. Die Diagnose von unsererem bisherigen Augenartzt: MED rechts, halt Fixation nicht; Mikrostrabismus Conv R, Amblyopie R, Retropath pre nat. zu Laserkoag. (kann ich nicht so richtig entziffern, da handschriftlich verfasst).
Der Koblenzer Arzt hat uns nun erklärt, dass er andere Meßwerte für das rechte Brillenglas hat und das dringend ausgetauscht werden muss. Er hat folgendes gemessen Rechts Sphär -3,5 Cyl. -1,5 Achse 140 Wie kann sich unser bisheriger Arzt so vermessen? Vor allem bei der Achse?
Außerdem konnte der Koblenzer Arzt sich den "Erfolg" der Abklebetherapie nicht erklären, denn laut der Ausage der Orthopistin hat sie nach 2 Jahren abkleben 80% auf dem rechten Auge erreicht und wir müssten dies nun durch ganz langsames rausschleichen erhalten. Dies konnte er nicht feststellen. Im Gegenteil, das Auge war kaum zur Fixation im Stande und hat kaum Sehvermögen in der Praxis gezeigt. Das steht unserer Erfahrung entgegen, dass unsere Tochter, wenn das gute Auge abgegklebt ist, durchaus gut sehen kann. Sie fährt sogar damit Fahrrad! Wie kann das zusammenhängen?
Der Koblenzer Arzt empfahl uns jetzt das linke (also gute Auge) täglich vorm schlafen gehen mit einem Tropfen Atropin zu tropfen. Dann haben wir zusätzlich auf dem linken Brillenglas eine 30er Prismenfolie und sollen es zusätzlich mit Seife verschleiern. Dies soll nun das rechte Auge zum Sehen zwingen bei gleichzeitiger Beidäugigkeit.In 4 Wochen haben wir einen Kontrolltermin, dann will er schauen, ob das rechte Auge überhaupt Sehfähig ist und ein binokulares Sehen möglich ist. Nur dann würde eine Korrektur der WFS Sinn machen, ansonsten hätte eine OP nur kosmetischen Hintergrund.
So ganz verstehe ich die Zusammenhänge nicht, aber ich vertraue dem Arzt und werde es mir beim nächsten Termin noch einmal genau erklären. Aber vielleicht hat von Euch hier eine Erklärung dieses Behandlungsansatzes und der verschiedenartigen Messungen und Therapien.
So, das war es erst mal wieder. Ist leider lang geworden, sorry! Hoffentlich versteht jemand mein Wirrwarr....
Und es wäre wirklich nett, wenn ich konstruktive Beiträge bekomme, denn interne "Streitigkeiten" helfen mir wenig 
LG,
Stina