Hallo zusammen 
Auch ich reihe mich hiermit in die Reihe der Ratssuchenden ein.
Meine Geschichte in Kurzfassung: Im Alter von 5 Jahren wurde bei mir ein Innenschielen festgestellt, ich habe über eine gewisse Zeit also ein Auge abkleben müssen. Die Behandlung ist gut gegangen, so dass sich ein ganz normales Stereosehen entwickelt hat. Doppelbilder habe ich zu dieser Zeit nur bei Anstregung gesehen, zB. nach längeren Lesen. Mit 14 bin ich dann operiert worden, die OP ist gut verlaufen, ich habe keinerlei Probleme im Anschluss gehabt.
Mit 21 (jetzt bin ich 26), mitten im Studium, kamen die Probleme zurück. Beim Lesen habe ich bereits nach einer halben Stunde Doppelbilder gesehen, eine Vorstellung in einer Uniklinik brachte das Ergebnis einer Hyperopie, so dass eine OP abgelehnt wurde. Eine entsprechende Brille mit Plusgläsern hat die Lage verbessert, aber keinesfalls verschwinden lassen. In späteren Kontrollen allerdings schien sich die Weitsichtigkeit verflüchtigt zu haben, so dass ich heute keine entsprechenden Gläser mehr tragen muss.
Letztes Jahr im Sommer steigerten sich dann meine Beschwerden rapide, ich konnte kein Auto mehr fahren, war extrem lichtempfindlich und sah auch im Alltag ohne spezielle Anstrengung zunehmend Doppelbilder. Ich wurde erneut zunächst bei meinem Augenarzt, dann in einer Uniklinik (einer anderen als vorher) vorstellig. Diverse Versuche mit Prismenfolien wurden unternommen, von denen keiner von Erfolg gekrönt war. Ich empfand jede der Folien als entsetzlich unangenehm, der Aha-Effekt, der hier von einigen beschrieben wird, hat mir völlig gefehlt. Weil man sich dahingehend dann doch unsicher war, wurde mir eine neurologische Abklärung empfohlen, die zum Glück aber unauffällig verlief.
Im November fiel mir zum ersten Mal selbst ein manifester Höhenunterschied beider Augen auf, wobei das rechte Auge tiefer stand als das linke. Ich war dann in Berlin in der Charite, wo mir bei Werten von
Ferne: +16^, -VD 7^, Nähe: +12^, -VD 5^
bei zusätzlichem Verdacht auf ein geringes Brown-Syndrom rechts die OP empfohlen wurde.
Vor zwei Wochen ist das dann auch geschehen, die am Morgen nach der Op festgestellten Werte waren offenbar zufrieden stellend. Mir selbst fiel eine Schrägstellung des rechten Auges auf, der Befund passte allerdings zum operierten Muskel und man sagte mir, mit der Zeit würde das Gehirn lernen das auszugleichen. Ansonsten waren die Werte:
Ferne: -1^, -VD 3^, Nähe: -4^, -VD 2^
Ich hatte ziemliche Probleme mit Doppelbildern, aber ich sollte Geduld haben und da das Auge stark geschwollen und schmerzhaft war, habe ich in den sauren Apfel gebissen und gewartet. Innerhalb der ersten Woche hatte ich aber schon wieder das Gefühl eines wiederkehrenden Innenschielens bei nach wie vor bestehenden Doppelbildern und so war es dann auch. Die Werte nach einer Woche:
Ferne: +7^, -VD 0,5^, Nähe: -4^, -VD 1^
Man muss schon sagen, die Doppelbilder sind besser geworden. Immerhin kann ich mal wieder für 10 sec ohne Doppelbilder auf den Bildschirm gucken, an lesen oder autofahren ist aber überhaupt nicht zu denken. Natürlich sind erst 2 Wochen vergangen und wohlmöglich fehlt mir die Geduld. Frustrierend ist es trotzdem, immerhin erwartet man eine Verbesserung durch eine OP und nicht ein, wenn man optimistisch bewertet, gleichbleiben der Situation.
Was würdet ihr dazu sagen? Ich gestehe, momentan möchte ich einfach nur wieder sehen... ich bin so unglaublich neidisch auf meinen Freund, der gerade gemütlich mit einem Buch auf der Couch sitzt, ganz zu schweigen davon, dass ich auch gern mal wieder arbeiten würde *lach*.
Liebe Grüße,
Regenbogen

