Hallo Synnie-do,
"man kann verzweifeln, wenn man sowas liest!"
Liebe Synnie,
Du bist an die falschen Fachleute geraten. Viel schlimmer, wie es nach Deiner Beschreibung jetzt schon ist, kann es nicht mehr werden. Und dabei ist Dein Kind noch keine sechs Jahre alt.
Ein bischen Schielen, was macht das schon. Ein Auge guckt doch richtig! Und jetzt scheint es sogar im Schielwinkel besser zu werden! - Eine fatale Einstellung, wenn es nun sogar schwer zu beseitigende Doppelbilder erkennt. - Das ist doch wahrhaft kein Spaß mehr mit Überlegungen, na, was könnte man denn so noch alles probieren und schmeckt mir das so nach meiner Denke denn überhaupt? Oder, welche Art von Schielen (darf ich mal ersetzen: Tumor) kann wohl mein Kind haben? - Das sollte längst abgeklärt sein!
Dein Kind wird (hoffentlich) keinen Tumor haben, aber selbst dass muss man medizinisch ausschließen. Und dann, ich schreibe es auch für alle anderen Eltern, muss man eine Stelle finden, die Schielkinder im Alter von ca. einem Jahr operiert, oder zumindest prismatisch so korrigiert, dass beide Augen übereinstimmende Bilder scharf und ortsrichtig verarbeiten lernen können. Dies ist heute leider noch immer nicht Standard in der Augenheilkunde.
Aber man muss wissen, dass jede Abklebetechnik, so gut sie in der Amblyopiebehandlung wirksam sein kann, immer nur Sehen über das Einzelauge zulässt. Deshalb hat dieselbe zielgerichtet, über einen begrenzten Zeitraum, ebenfalls in eine prismatisch ausgerichtete Versorgung ein zu fließen. Nur so wird Beidäugigkeit ideal gefördert.
Gestern durchlebt.
Termin als Augenoptiker mit einem sechs-jährigen Kind.
Im Alter von sechs Monaten Diagnose beim damals aufgesuchten Augenarzt: Breite Nase - kein Schielen!
Mit zwei Jahren Dauerschielen!
vier Jahre Sehschule mit Occlusionstherapie
(für mich unverständlich, aber wegen gutem Visus beiderseits, Abkleben des Führungsauges eine Stunde täglich)
Vor drei Monaten Schiel-OP in einer Uni-Klinik. Seitdem "Horror Fusionalis" - ständige Doppelbilder, die trotz intensiver Intension von Eltern und Ärzten bis heute nicht behoben worden sind. Der gestrige Besuch bei mir brachte auch noch keinen Erfolg! Ich hoffe allerdings darauf, dass die eingeleiteten Empfehlungen und Massnahmen beachtet werden und zum Erfolg führen können. - Leider gibt es hier keinerlei Garantie - so sehr man es dem Kind und auch den, um das Kind bemühten Eltern, wünscht!
Eltern , sucht einen verlässlichen Spezialisten, der so früh wie möglich, Schielstörungen operative oder prismatisch aus zu gleichen gewillt ist.
Im Alter ab drei Jahren ist schon manches zu spät. Wird schon vorher operative oder prismatisch behandelt, zeichnet das generell wohl eher ein Spezialitentum aus, da in diesem jungen Alter allermeist noch von beiden Techniken Abstand genommen wird. Mit anderen Worten, gerade hier wäre man bei besonders verantwortungsbewußten Medizinern. Denn in diesem frühen Alter ist das Sehen noch in der Prägungsphase und das Kind kann viel besser einen Eingriff integrieren. Also kaum eine Gefahr für Doppelbilder.
Diese steigt erst an nach jahrelangem Schielen, durchaus unterstützt über durchgeführte Abklebetechniken. Wird man bei Schielern ohne Prismenkorrektionen auf OP-Eingriffe im Vor- oder Schulalter vertröstet, oder wird behauptet, hier könnte sich noch alles verwächsen, ist man an unsicheren Fakultäten. PUNKT!