Mein Sohn hatte von der ersten Klasse an Schwierigkeiten beim Schreiben, später auch beim Lesen, ab 20er-Überschreitung auch beim rechnen. Brille (+4,75/+2,75 seit dem 4.Lebensjahr). Zunehmend heftige Kopfschmerzen, nur ganz selten kopfschmerz-freie oder wenigstens -arme Stunden. Mit 14 Jahren erste Prismenbrille (13), sofortige Besserung aller Beschwerden, über 1,5 Jahre Steigerung bis auf 38 Prismen (zum Schluss Kombi aus Gläsern + Folien bis zur 1.OP , danach kurzfristig gut, Wiederzunahme der Prismenwerte, zweite OP nach 5 Monaten (22 Prismen). Danach Zustand nie wirklich gut (Tränen der Augen, Augenschmerzen), Zunahme der noch benötigten Prismen bis auf 13. Scharfsehen sehr anstrengend, laut Aussage meines Sohnes Bilder in der Nähe andersherum überkreuzt als in der Ferne. Scharfsehen mit der Brille nur in einem sehr engen Abstand vom Auge überhaupt möglich.
Wegen der (subjektiven?) Verschlechterung seines Sehvermögens haben wir weitere Meinungen eingeholt. Die Aussagen zweier sehr renommierter Augenärzte waren sehr eindeutig, was deren Meinung über den bisher behandelnden Arzt angeht ("Es gibt Kollegen, die sollte man köpfen" u.Ä.) und in der Frage des weiteren Vorgehens ("sofort von den Prismen runterkommen, das ist zwar hart, aber zum Glück sind ja Schulferien") nahezu einig. Auf meine Fragen nach der weiteren Vorgehensweise, nachdem die Prismen entfernt sind und eine Gewöhnung stattgefunden hat, habe ich weder eine Antwort, noch eine Aussicht, noch eine Erklärung bekommen. Wenn ich es richtig verstanden habe, hofft man, durch eine Versorgung mit stärkeren Plusgläsern das Auge so zu entspannen, dass es die Prismen nicht mehr braucht. Die assoziierten Orthoptistinnen haben in beiden Fällen einigermaßen sorgfältig Brillen (diese Ausprobier-Geräte) zusammengestellt, mit denen mein Sohn aber nicht wirklich zufrieden war. Unsere Beobachtung, dass sich die Sehfähigkeit und das >Gesamtbefinden mit den Prismenbrillen zunächst sehr verbessert haben, wurde als "subjektiv und nach so langer Zeit sowieso nicht nachprüfbar" abgetan. Frechheit, eigentlich!
Meine Frage welche Theorie verfolgen denn diese Ärzte? Der erbitterte Krieg zwischen Befürwortern und Gegnern der MKH-Methode ist mir natürlich bekannt, aber die Argumente der Gegner erschließen sich mir überhaupt nicht. Es wird immer mit der OP als Spätfolge "gedroht", aber das ist ja keine Erklärung.
Ich bin inzwischen überzeugt, ein Therapeuten-Team gefunden zu haben, das mit allergrößter Sorgfalt die Bestimmung der am besten helfenden Brille übernimmt (jedenfalls war mein Sohn mit der nach zweistündigem Probieren zusammengestellten "Testbrille" -mit Prismen- erstmals sehr zufrieden); dennoch möchte ich unbedingt auch die Gegenseite verstehen können, um meiner Verantwortung gerecht zu werden. Die Professorin und der Privatdozent haben mir doch Angst gemacht ... wenn ich auch nicht genau weiß wovor eigentlich!



, der sich mit der Korrektur schwieriger Fälle (gerade in diesem Bereich) einen Namen gemacht hat.



