Hallo Odelette,
ich muss da Kerstin schon rechtgeben. Ich verstehe auch nicht ganz, was Du eigentlich möchtest. Denn Statistiken zu dem Thema scheint es ja zu geben und Quellen wurden Dir genannt.
Aber wenn ich es so richtig „herauslese“ dann möchtest Du eine Statistik, die "man" - wer auch immer das sein mag - erstellen sollte/müsste, die auf Grundlage der bisherigen (ich nenne es jetzt mal vorsichtig) angenommen Ursachen, nochmals genauer die Entwicklungen der Fehlsichtigkeiten erhebt.
Und da kommen wir doch auf die Kernfrage, nämlich dem Sinn und Nutzen einer solch kosten- und arbeitsintensiven Statistik
1.
Soll eine solche umfassende Statistik der Prognose dienen (so hatte ich Dich erst verstanden)?
Da glaube ich - und habe das Gefühl, dass das auch anderweitig so gesehen wird - dass eine solche Statistik nur bedingt dazu geeignet ist.
Denn solange es eine erhebliche Spannweite zwischen den Extremen gibt, nützt mir ein Mittelwert doch gar nichts!
Was nützt es mir wenn ich weiß, dass jemand mit bestimmten Voraussetzungen und einer Kurzsichtigkeit von sagen wir - 3 im Alter von 15 Jahren im Alter von 30 Jahren "im Schnitt" eine Kurzsichtigkeit von -8 erreichen wird. Solange es Leute gibt, die bei diesen Voraussetzungen eine Kurzsichtigkeit von sagen wir - 20 erreichen und sich bei anderen die Kurzsichtigkeit gar nicht verändert, kann ich mit einer solchen Prognose für mich persönlich gar nichts anfangen! Denn ich kann doch zu dem einem oder anderen Extrem gehören/tendieren.
(Die Werte sind jetzt rein fiktiv!)
Zumal ja da hinzukommt, dass zumindest die Möglichkeit besteht, dass bestimmte Lebensgewohnheiten, die Fehlsichtigkeit beeinflussen können, die einerseits kaum umfänglich in die Erhebungen einfließen können und andererseits sich im Laufe der "Beobachtungszeit" ja auch erheblich ändern können. ( Beispiel Ein Kind, welches mit 10 Jahren noch nicht gerne liest, kann ja im später aus den unterschiedlichsten Gründen zum "Vielleser" werden...)
Für eine "Prognose" ist eine umfangreiche und kostenintensive Statistik, insbesondere wenn eben eine Vielzahl von - gerade auch variablen -Ursachen in Frage kommt, daher kaum geeignet.
Solange man das weiß, wird sich daher wohl tatsächlich niemand finden, der aus diesem Motiv heraus eine solche Statistik erstellen wird.
2.
Oder soll eine solche Statistik der "Ursachenforschung" dienen? Also soll man durch entsprechende Datenerhebungen darauf schließen, dass bestimmte Komponenten (oder auch bestimmte Kombinationen von Komponenten - seien sie genetisch bedingt oder auch Verhaltensweisen) die Entwicklung beeinflussen können?
Eine solches Motiv ist sicher sinnvoller.
Wenn man nach Ursachen forscht, ist die Erhebung von Statistiken natürlich immer ein probates Mittel, Anhaltspunkte zu finden. Es kann ein Einstieg sein, um überhaupt zu wissen, in welche Richtung man forschen soll. Viele Forschungen - in den unterschiedlichsten Bereichen - fangen mit bestimmten „Beobachtungen“ an, die dann, bevor man weiter forscht „statistisch verifiziert werden“. Je nach Ergebnis der Erhebung wird dann die Forschung vorangetrieben oder nicht.
Das ist sicher unbestritten und auch eine völlig vernünftige Vorgehensweise.
ABER Wenn ich A.M. richtig verstanden habe, dann gibt es solche Statistiken ja auch und Dir wurden die entsprechenden links genannt. Ich persönlich habe diese links nicht überprüft, aber ich denke, dass man da bestimmt fündig werden kann. Hier bist Du offensichtlich nicht „weitergekommen“, ohne leider zu sagen, was Dir da fehlt...
Du willst also noch mehr – und zwar (wenn ich das richtig verstehe) eine weitere Statistik. Und das kann dann ja nur eine statistische Erhebung auf Grundlage der (interpretierten) Ergebnisse vorangegangener Statistiken sein. Also eine „soundsovielte“ Verfeinerung der Statistik.
Und da frage ich mich nach dem Sinn und Nutzen einer solchen Statistik. Denn diese müsste ja geeignet sein, wirklich neue Erkenntnisse“ zu „liefern“ bzw neue Ansatzpunkte für die Forschung aufzuzeigen.
Denn das muss klar sein Statistiken – und seien sie noch so seriös erhoben – können nur Tendenzen aufzeigen und Anhaltspunkte geben. Das ist ja auch das Wesen der Statistik!
Es ist ein Irrglaube, dass solche Erhebungen geeignet sind, irgendwelche Ursachen "aus sich heraus" (will sagen ohne weitere Forschung) zu "beweisen"!
Wenn ich das alles zugrundelege, ist die Frage berechtigt, welchen Nutzen (weitere) Statistiken haben sollten. Diese verursachen Kosten, Arbeitsaufwand, Energie und damit u.U. notwendige Ressourcen, die u.U. notwendig wären, um „ins Eingemachte“ zu gehen.
Denn die Erhebung einer Statistik um der Statistik Willen mag zwar interessant sein, aber führt zu nichts! Ohne jetzt unsachlich werden zu wollen, ein zugegebenermaßen extremes Beispiel Eine Statistik, wie viele Myope ab –5 dpt im Vergleich zum Rest der Bevölkerung Schokoladenpudding mögen, ist sicherlich interessant. Das gibt vielleicht auch eine interessante „Kurve“ und eine „tolle Graphik“. Aber – das behaupte ich jetzt mal – eine solche Statistik würde keine ernsthaften Erkenntnisse bringen, die für die Behandlung der Myopie irgendwie von Nutzen sein könnte.
Die Erhebung einer (weiteren) Statistik ist daher nur sinnvoll, wenn sie jedenfalls von einer „Hoffnung“ auf neue Erkenntnisse, die der „Weiterforschung“ dienen, getragen ist.
Denn sonst läuft es für das Ziel, Kurzsichtigkeit vielleicht einmal vermeiden, oder jedenfalls verringern zu können, auf die Verschwendung Ressourcen heraus!
Aber vielleicht kannst Du doch noch mal genauer erklären, was bzw welche Umstände Du eigentlich durch Erhebung bestimmter Statistiken klären möchtest!
LG Gika 