Hallo SabiK,
das hört sich ja schlimm an. 
Ich kann deinen sohn aber auch ein wenig verstehen. Bei mir gab es auch eine ganze zeit lang probleme, die richtigen prismenwerte für die brille zu finden. Das hat mich extrem runter gezogen und die leistungsfähigkeit (arbeit) war stark eingeschränkt. Nach deiner beschreibung klingt es für mich absolut so, dass die aktuelle prismenkorrektion noch nicht optimal ist.
Ich denke, neben der bestimmung der richtigen prismen (da bleibt ihr ja am ball) geht es jetzt vor allem darum, deinen sohn augenmäßig und damit seelisch zu entlasten.
Habt ihr es zb schon mal mit einer augenklappe probiert? Die gibt es bei der apotheke für 1-2 EUR. Das ist natürlich nicht die optimale lösung und stellt auch keine therapie dar, mir hat es aber zur entalstung in vielen stituation als übergangslösung sehr stark geholfen. Für mich war es in den harten zeiten wesentlich angenehmer, mich daran zu gewöhnen zeitweise einäugig zu sehen, als ständig diese belastung des beidseitigen sehens ertragen zu müssen. Beim fernsehen, beim lesen, bei der computerarbeit und in vielen situationen im alltag war das kein allzu großes problem (natürlich nur zuhause in den eigenen vier wänden
). Außerdem kann dein sohn auch hin und wieder mal das abgedeckte augen wechseln, wenn er das will.
Wie gesagt Das ist keine dauerlösung, aber hier geht es ja offenbar um "erste hilfe". 
Zweitens ist die entscheidung mit der rückstufung in die zweite klasse natürlich schwierig. Du weißt nicht, wann das problem behoben sein wird. Sobald er eine brille mit den richtigen werten trägt, kann sich seine leistungskraft und lernfreude wieder stark erhöhen. Deshalb solltet ihr idealerweise mit dieser entscheidung noch ein wenig warten. Insbesondere steht ja noch der 2. termin bei Dr. L. demnächst an, und da wird es sicherlich auch neue prismenwerte geben.
Andererseits - gerade wenn dieses problem auch beim nächsten besuch beim fachmann nicht behoben wird - was wir ja alle nicht hoffen wollen -, käme die rückstufung in die 2. klasse EVTL. doch in betracht. Gerade auch, weil er sie sich selbst gewünscht hat. Damit wäre zwar ein jahr verloren, aber was ist ein jahr gegen eine deutliche seelische entlastung? Wenn ein schüler in einem schuljahr große probleme mit der leistung hat (eigentlich egal aus welchem grund), habe ich schon oft erlebt, dass es dann im nächsten jahr umso besser klappt. Mit mehr oder weniger intelligenz hätte das im fall deines sohnes überhaupt nichts zu tun. Soll heißen Auch die größte intelligenz nimmt ihm nicht die belastung beim sehen. Leider.
Aber wie gesagt Eine schwierige entscheidung! Klär vor allem mit ihm, ob er berechtigte hoffnung hat, dass es in der 2. klasse dann auch wirklich einfacher für ihn wird - trotz augenproblematik. Vielleicht kannst du mit ihm ja auch eine abmachungen treffen - z.b. Es wird noch die neue prismenkorrektion von Dr. L. abgewartet, und wenn die ihm weiterhin nicht hilft (er muss die natürlich erst mal ne weile tragen), dann könnte er in die 2. klasse zurück. Dann sähe er ja vllt wieder ein licht am ende des tunnels und eine art ausweg vor augen, wenn die probleme länger bestehen bleiben.
Wenn das sehen zu einer dauerbelastung wird, kann man die lösung halt leider manchmal nicht übers knie brechen. ( Ich rede da aus eigener erfahrung. Zum glück war ich ein halbes jahr lang arbeitslos, bevor ich jetzt als zweite karriere das referendariat als lehrer begonnen habe. In meinen schlimmsten phasen, wäre ich wohl kaum mit der belastung des berufsalltags klar gekommen. Und ich weiß auch von einem studenten, der in einer ähnlichen situation steckte, und der in so einer phase auch nicht mehr vernunftig studieren konnte.
Also meine meinung noch mal zusammengefasst
1. Erste hilfe zur entlastung z.b. mit augenklappe zuhause.
2. Dr. L. und neue brillengläser abwarten.
3. Wenn die neue brille die situation nicht wirklich entschärft, erst einmal für dauerhafte entlastung und damit für ein wenig zeit sorgen - z.b. durch rückstufung oder umschulung.
Viel erfolg!
LG
chris