Hallo Daja
Danke für die gute Frage. Sie ist jedoch nicht ganz einfach zu beantworten.
Ich bin mir auch bewusst, dass die nun folgende Antwort nicht allen Mitlesern gleich gut gefällt.
Ab dem Zeitpunkt der Zeugung entwickelt sich jeder Mensch individuell. Neben den Genen spielt dabei eine Unzahl von Umständen eine grosse Rolle. Es wird sich kaum ein Mensch perfekt entwickeln. Jeder hat irgendwelche kleine Mängel und Defizite, die im späteren Leben offenbar werden oder allenfalls nie entdeckt werden.
Eine ganz zentrale Rolle spielt die Entwicklung der Motorik und Sensorik. Diese läuft in der ersten Phase vollautomatisch ab. Schon früh geht es in eine Phase über, in der „Reflexe“ und „Reize“ die weitere Entwicklung und Reifung massgeblich beeinflussen. Das grosse Ziel all dieser Entwicklungsschritte ist eine Balance zu erreichen. Einmal in der Grundspannung der Muskulatur, die vom Scheitel bis zur Zehenspitze zusammenhängt. Dann auch in der Zusammenarbeit der Körperseiten und Hirnhälften. Die Augenmuskeln müssen ausbalanciert sein, damit ein simultanes Binokularsehen oder eine Rechtsichtigkeit entstehen kann. Die zentrale Hörverarbeitung arbeitet nur optimal, wenn eine Balance erreicht wird.
Wenn all dies optimal läuft und überall BALANCE herrscht, entstehen keine Probleme, keine Lernschwierigkeiten, keine Verhaltensauffälligkeiten, keine Zivilisationskrankheiten usw.
Läuft die Entwicklung nicht optimal, entstehen Defizite, die entsprechende Auswirkungen und Folgeerscheinungen haben.
Nun gibt es grundsätzlich abweichende Strategien diese „Problemzonen“ anzugehen.
Viele schauen auf die Symptome, die Auswirkungen und Folgeerscheinungen und korrigieren da.
Eine andere Art des Vorgehens ist, die nicht optimal verlaufenen Entwicklungsschritte nachträglich aufzuarbeiten. Damit verändert sich die Ausgangslage. Defizite werden abgebaut und immer mehr BALANCE erreicht. Balancierte Systeme brauchen keine Hilfsstrategien und Symptombehandlungen mehr.
Nehmen wir das Beispiel von Kerstin Harms (Beitrag oben). Schon mehrmals hat sie vom Kiss-Syndrom ihres Sohnes geschrieben. Also von der Blockierung des ersten und zweiten Halswirbels. Dadurch konnten mehrere sehr wichtige Reflexe der frühkindlichen Motorikentwicklung ihre Aufgabe nicht erfüllen. Es entstand ein unausgeglichener Muskeltonus, verschiedene Körperkoordinationen erlitten Defizite und manifestiert sich nun in verschiedenen Auffälligkeiten unter anderem in Augenkoordinationsstörungen (WF), erschwertem Lernen usw.
Auch in diesem Fall können nun noch unzählige, zeitaufwendige und kostspielige Therapien und andere Hilfen ausprobiert werden. Dadurch werden meist die entscheidenden Entwicklungsschritte nicht nachgeübt. Eine Prismenbrille ist eine Entlastung. Sie hilft aber nur teilweise oder partiell. Mit der Entlastung durch die Prismenbrille wird Potential und Energie freigegeben um allenfalls noch bestehende Defizite einfacher und schneller abzubauen. Aber
Soweit mal ein kurzer Versuch der Erklärung. Gerne gehe ich bei Bedarf noch weiter ins Detail.
Liebe Grüsse
Urs