hallo zusammen,
Kerstin hat für sich ein paar interessante Überlegungen angestellt und uns netter weise angestellt. Bei soviel Mühe möchte ich versuchen zu antworten!
Stereosehen und MKH-Prismen ist ein ganz spannendes Thema.
Man sollte das mal in verschiedene Bereiche aufsplitten
1. Die Tiefenwahrnehmung bei Farben die scharf von einander abgegrenzt sind entstehen dadurch dass die opitische Achse und Fixierlinie meist nicht übereinstimmen im menschlischen Auge(+Chromasie spielt wohl auch noch eine gewisse Rolle). Sprich dieser Effekt kann auch ohne Prismen auftreten (tut es selten auch - z.B. beim Cowen-Test)
Durch Horizontale-Prismen(ab ca. 6cm/m) verstärkt sich dieser Effekt deutlich - daher meist erst jetzt wahrnehmbar!
Absolut harmlos und normal!
2. Räumlicher Eindruck obwohl "Stereosehen nicht besser ist?"
Haase beschrieb dieses Phänomen in Winkelfehlsichtigkeiten mit Fixationsdisperation. Die Funktionaloptometrie sagt SILO/SOLI Effekt! Auch den Makropsie-Effekt bei Lupenbrillen würde ich so erklären.
Kurze Erklärung vorab Falls ich eine Person anschaue die 4 Meter von mir weg steht und ich die größe schätzen muss (z.B. 1.70) - jetzt gehe ich auf 2 Meter ran!
Jetzt wäre mein Bild ja doppelt so groß auf der Retina - ich empfinde aber immer noch die 1.70 !!! Wir nennen diese Wahrnehmung einfach mal Größenkonstants.
Das Abschätzen wie weit jemand von mir wegsteht kann über verschieden Faktoren passieren - eine davon ist die Vergenz (wo "zeigen" die Augen hin).
So jetzt sitzt jemand zufällig;) 10 cm/m Ba auf die Nase! Die Augen dürfen/müssen nach innen stehen. Jetzt sagt die Vergenz alles ist näher da - die Wahrnehmungsfunktion der Größenkonstant sagt alles ist kleiner. Dadurch entsteht ein räumlicher Eindruck!
3. Trotzdem besseres Stereosehen durch MKH-Prismen?!
Dies ist natürlich bei jedem Fall anders gelagert - einmal Beseitigung von Stereoverzögerung bringt oft eine Erleichterung und spontanere, bessere, schnellere räumliche Auswertung durch das Gehrin (beim Messen muss der MKH'ler stark auf den Lerneffekt achten)
Durch Stereosehgleichewicht (Valenztest) kann bizentrales Sehen hergestellt werden- daher "neurologisch" Leistungsfähiger. Daher besseres Stereosehen(lass ich aus Zeit gründen einfach mal so stehen!!)
Nächstes Kriterium wäre der Stereogrenz:wink:el der bei der MKH verbessert werden sollte/kann(für mich etwas Umstritten - mehr schreib ich aus bestimmten Gründen nicht dazu!)
Ohh - man könnte noch viel mehr dazu schreiben!!!
wirklich spannend!!!!!!
Fragen bzw. Anmerkungen sind erwünscht!
(sorry auch nochmal Stefan - man kann die Disk. vielleicht au in einen anderen Thread legen)
Grüße
Georg Scheuerer