Hallo SB4,dann hast Du also ein latentes (verdecktes) bzw. intermittierendes (zeitweilig sichtbares) Außenschielen.
Dazu Fogendes
Die Augen werden bei jedem Blickwechsel "neu ausgerichtet". Es gibt also eine Funktion/ein Ausgleichsmechanismus (im/über das Gehirn), die/der das bei den meisten Menschen gut schafft.
Kleine Abweichungen vom "Parallelstand" (die Augen stehen mathematisch gesehen eigentlich nie ganz parallel) kann man bei jedem Menschen finden (abhängig von der Blickrichtung - Ferne, Nähe, oben, unten, rechts, links, usw). In der Regel macht das keine Probleme, weil eben ein Ausgleichsmechanismus besteht.
Wenn aber, so wie wohl bei Dir, eine größere Abweichung besteht, so kann es vorkommen, daß dieser Ausgleichsmechanismus ztw. versagt (bei Belastung, Müdigkeit, Krankheit, schlechtem Licht, usw) und das Schielen sichtbar wird. Meist ist diese Schielform angeboren/früh erworben, und das Gehirn kann für die Phase des Abweichens/Schielens das Bild des schielenden Auges unterdrücken (ansonsten würde man doppelt sehen; auf Dauer natürlich auch nicht gut, weil ein manifestes/ständig sichtbares Schielen daraus entstehen kann!).
Wenn die Phasen nur kurz sind, und der Betroffene die übrige Zeit kein Schielen hat, und auch keine Anstrengungsbeschwerden (wie Kopfschmerzen, Augenbrennen, usw) vorhanden sind, eigentlich kein Problem, oder?
Ich gehöre auch zu jenen Menschen. Bei mir treten schon mal Doppelbilder auf, zB abends, wenn ich sehr müde bin, so 1x/Woche, dann geh ich halt ins Bett. In der übrigen Zeit habe ich meine Augen "gut unter Kontrolle", dh mein Ausgleich funktionniert gut.
Das ist aber nicht bei allen Menschen so (aus verschiedenen Gründen), und dann muß eingegriffen werden.
Bei Außenschielen kann man tatsächlich über entsprechendes Training den Ausgleichsmechanismus stärken, besser als bei Innenschielen, und das "auf die Nase schauen - mit beiden Augen" kann eine Möglichkeit sein. Aber Vorsicht, man hat vielleicht das Gefühl mit beiden Augen die Nasenspitze zu sehen, tut es aber nicht wirklich!
Deshalb ist es wichtig, daß ein kompetenter Mensch, zB eine Orthoptistin, mitschaut, und das überprüft. Es gibt noch andere Möglichkeiten, die Ausgleichsmechanismen zu stärken; kann ich hier nicht im Einzelnen aufführen, erfordern auch entsprechendes Wissen und entsprechende Gerätschaften.
Man kann aber auf der anderen Seite nicht "immer und ewig" üben, weil daraus wiederum Beschwerden resultieren können! Und ganz wegtrainieren kann man das Schielen leider auch nicht!
Wie gesagt, die Ausgleichsmechanismen können gestärkt werden, und das geht nicht nur über die Augenmuskeln (deren Anteil ist relativ gering) sondern vor allem über (verschiedene) Funktionen, die im Gehirn angesiedelt sind.
Manchmal muß ein Teil des Schielens über Prismen ausgeglichen werden, damit die eigenen Ausgleichsmechanismen wieder greifen können.
Und manchmal muß eine Augenmuskel/Schiel-OP durchgeführt werden.
Wie Du schreibst, hast Du Dich mit Deinem Schielen arrangiert, und kannst damit gut leben. Wie ich auch.
Das freut mich.
Gruß
L
zu daja
Glücklicherweise sind nicht alle Menschen gleich, auch nicht die Orthoptistinnen. Falls Du schlechte Erfahrungen gemacht hast, tuts mir leid.
zu Eberhard
Danke.
zu KerstinEP
Die Augenmuskeln sind nicht genauso aufgebaut wie die Skelettmuskeln. Bei einem Training werden nicht nur die Augenmuskeln trainiert, vielmehr andere Ausgleichsmechanismen. Da ein zuviel an Training zwar nicht den Augenmuskel in dem Maße verändert (dicker, usw), wie das bei Skelettmuskeln der Fall sein kann, aber andere Ausgeichsmechanismen "überstrapaziert" werden können (und dadurch zusätzliche Beschwerden ausgelöst werden), sollte das Training entsprechend indiziert und wohldosiert eingesetzt werden.