Hallo,
es ist schön, wenn auch kontroverse diskutiert werden darf.
Das kleine "b" im Unterschied des Namens bei Kerstin, macht einen großen Unterschied in der Annäherung zu unserem Thema.
Kerstinb ist eine angagierte Orthoptistin, die in diesem Forum sehr wertvolle Beiträge zusteuert. Leider aber der MKH ablehnend gegenüber steht, und dieselbe nicht bereit ist, praktisch zu testen.
Es stimmt, das in seltenen Fällen bei falsch herbeigeführter (Prismen-)Brillenabnahme ein manifester Schielfehler zurückbleiben kann. Dies wird in einer vom Klienten veranlassten Abbruchsituation einem versierten MKH-ler nicht passieren können! Er kann mit der MKH im Zweifelsfall jede Korrektion wieder in die alte Ausgangslage zurückführen. Dies muss im Zweifelsfall über einen Korrektionsrückbau erfolgen. (Ob das Sinn macht, ist eine ganz andere Frage.)
Übrigens, Kerstinb die Veranlassung zur Abnahme der Korrektion erfolgte sicher nicht vom Anwender der MKH. Bestand mit der Korrektion doch funktionelles binokular fusioniertes Simultansehen, was gab den Anlass zu der Folge eines auftretenden dekompensierten Schielens? Immerhin ist auch eine "scheinbare" Schielstellung unter Prismen nach MKH von einer "echten" Schielstellung wesentlich zu unterscheiden, besteht hier eben leider "kein binokular fusioniertes Simultansehen".
Es ist ein altes Märchen, dass Eso-WF durch MKH antrainiert wird. Tatsache ist vielmehr, das andere Messverfahren die ursächliche Störung nicht aufdecken konnten. Deshalb wurden andere Therapiewege entwickelt, die bis heute letztlich nicht befriedigen können.
Das dies so ist, bestätigen uns die Augenärzte und Orthoptistinnen, die in den letzten Jahren vermehrt, die Fachtagungen der IVBV nicht nur besuchen, sondern sich diesen bald fünfzig Jahre alten Erkenntnissen heute nicht mehr verschließen können. Wenn man mal gehört hat, mit welcher Skepsis z.B. Dr. Gorzny an die OP von ehemals nichtschielenden Esophorikern ging, und hier eine bleibende Korrektur vornahm. Er ist wohl immer noch selbst überrascht, so möchte man fast meinen, wenn seine Klienten anschließend, weit positivere Berichte als erwartet bringen und es praktisch keine Negativfälle gibt über die er berichten muss.
Innerhalb von nur zehn Jahren wurde er, ein bekannter Strabologe im Berufsverband des BVA, nun zum eindeutigen Befürworter der Mess- und Korrektionsmethodik n. Hans J. Haase. Aber dies geht nur und erst über die eigene Arbeit und Erfahrungsfindung in der Praxis. Zu unterschiedlich sind die erlernten Erfahrungmuster vom theoretischen Hintergrundwissen her. Hier hat es der Augenoptiker gegenüber einem Mediziner schon einfacher, der AO beurteilt physikalisch (augen-)optisch Bildlageorte und optimiert sie "Sicher erst einäugig, aber wesentlich dann auch beidäugig." Der ganze diagnostisch medizinische Denkapperat fällt für uns Nichtmediziner weg. Aber optimierte Bildlage kann weder Heilung noch Schaden verüben, diese verhilft "nur" zu besserem Sehen. Was jedoch in dem Wort "nur" drinstecken kann, ist nicht selten verblüffend!