Hallo,
in Anlehnung an den Thread "Augenärzte werden unsachlich" schildere ich Euch meine neueste Erfahrung
Wurde mit meinem Sohn vom Klinikum Itzehoe (die endlich der WF gegenüber aufgeschlossen sind) an einen Richtung HH gelegenen AA verwiesen (Kassenarzt!), der sich mit dem Thema auskennen soll.
Als erstes wurde mein Sohn getropft.....
Die Orthoptistin untersuchte ihn sehr gründlich und bestätigte die Winkelfehlsichtigkeit (sie nannte es, glaube ich, Pathophorie). Lukas hat ein V-förmiges Schielen. D. h., wenn er nach unten schaut, keine Abweichung, Augen in der Mitte, bereits 8 Prismen und wenn er nach oben schaut, 20 Prismen (sie hatte eine Prismenleiste). Sie meint, wenn er nach oben schaut, kann er das linke Auge gar nicht mehr kontrollieren - es wandert nach außen weg. Ich wollte mit ihr mehr über das Thema WF reden (bin ja nicht mehr ganz ahnunglos), da sagte sie, WF und Schielen sind das Gleiche! Daraufhin sagte ich nicht mehr viel. Immerhin, sie sprach sich für eine versuchsweise Prismenkorrektur aus, allerdings will sie nur 4 Prismen mittels Folie und nur auf dem linken Glas geben. Und wehe, das Schielen wird dadurch noch größer!
Dann beim Doc Ich begrüßte ihn freudig und teilte ihm mit, dass ich froh bin, dass er dem Thema WF gegenüber aufgeschlossen ist. Er winkte aber ab und erklärte mir, dies sei ein erfundender Ausdruck der AO! Ich sagte ebenfalls nicht mehr viel, fragte vielmehr, wie es mit Lukas weitergehen soll. Und nun haltet Euch fest
Wenn aus den 4 Prismen wesentlich mehr werden sollten, soll die Therapie abgebrochen werden, um eine OP zu vermeiden, denn ich würde das Kind dann in die OP treiben!!!!! Ich machte dann nochmal einen Anlauf zu erklären, dass ich mir der Folgen bewusst bin, und eine OP nicht scheuen würde, aber auch dieser Arzt will den Status quo des schlechten Sehens meines Sohnes lieber aufrecht erhalten, als dass es zur OP kommt. Ich habe den Eindruck, dass AÄ's mit der Okklusionstherapie und sonstigen Mitteln nur darauf bedacht sind, Schielwinkel zu verkleinern. Dass man ein Schielen auch erst aufdecken muss, um es dann korrekt zu behandeln, scheint nicht das Mittel der Wahl zu sein.
Schade, ich hatte mir mehr erhofft, vor allem, weil dieser Arzt über Kasse abrechnet, aber so ganz im Thema scheint er nicht zu sein. Werde den Termin in Berlin wohl doch wahrnehmen müssen. Und wenn mein Sohn mit der Folie nicht gut sieht, gönne ich ihm ein Prismenglas, so!
So viel aus der norddeutschen Front!
Gruß
Kerstin
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