Hallo, Doris
natürlich kann man das! Dies ist auch garnicht verwunderlich, wenn man beispielsweise sieht, was in Bodybuildung-Zentren läuft. Warum nicht bei den Augen?
Wenn ich jetzt noch schreibe (und das stimmt wirklich), dass ein langjähriger Streitpunkt sich darum dreht, dass die MKH-Methodik statistisch gehäufter Eso-WF findet (Prismen Basis außen), mit anderen Messverfahren dagegen, Exo-Werte überwiegen (Prismen Basis innen) hier muss eine Messtechnik physiologisch ungünstigere Werte liefern.
Im hohen Verträglichkeitslevel der MKH korrigierten (und selbst operierten) Klienten beweist sich für uns Anwender der MKH, die sonst so nicht bekannte Sicherheit und Zuverlässlichkeit von prismatischer Korrektion. (Auch heute werden prismatische Korrektionen vielfach noch abgelehnt)
Ein Beispiel zur Verdeutlichung (Ich hoffe, es gelingt mir schriftlich)
Nehmen wir an, ein Augenpaar fixiert unter Belastung, weil angeboren die Augachsen zueinander etwas nach innen stehen (Eso-WF). Ständig verlangt das natürliche Sehen, dieses Augenpaar bei allen Blickbewegungen zusätzlich nach außen zu ziehen.
Wird nun eine Binokularmessung durchgeführt, passiert es nicht selten, dass man anfangs(!) einen Exo-Wert (Stellung nach außen) angezeigt bekommt. Dies ist auch in der MKH-Messung möglich. Wird weiter geprüft, kippt diese anfänglich erhaltene Aussage in ihr Gegenteil. Was ist hier passiert?
Wir sind überzeugt, das die Augensteuerung lieber des Guten zuviel einsetzt, um aus dieser physiologisch günstigeren Situation heraus, die Augen tendenziell jetzt nach innen zu ziehen (hier ist der Spielraum viel größer). Dies decken häufig erst die FD-Teste auf, die zentral verriegelt, in der noch "zentralen Peripherie der Macula", die Übereinstimmung der Netzhautkorrespondenzorte überprüfen. Diese Teste fehlen anderen Messtechniken und werden von den Gegnern unserer Methodik für unnötig bzw. gar für falsch gehalten.
Im Ergebnis gewöhnen sich einige Probanten auch an die mit anderen Verfahren gefundenen Exowerte, die übrigens auf Dauer (das gleich ablaufende Spiel wiederholt sich), auch ansteigen können. In meinen Augen ist das Bodybuilding der Augenmuskulatur.
Bitte dies ist nur ein Beispiel, das zeigt (auch unabhängig davon, was letztlich richtig ist), man kann sehr wohl Werte finden und sogar verfestigen, die sich je nach Messmethodik in der statistischen Häufigkeit, eindeutig widersprechen.
Nun Ihre Frage, ob Prismen gemessen werden können, wenn keine Fehlsichtigkeit besteht. Dies würde hießen, das auch Augen, die ideale bizentrale Korrespondenz besitzen, an Sehtesten "falsche Einstellungen" vorgeben. Das ist vielleicht spontan oder unter medikamentöser Einwirkung denkbar, führt aber längerfristig sicher zu schlechtem und angestrengtem Sehen im Vergleich zum Sehen ohne Korrektion (häufig schon während der Messung). Bei einer kompletten MKH-Messung ergeben sich bei der Vielzahl der unterschiedlichen Messfelder keine sinnvollen und übereinstimmenden Ergebnisse. Der erfahrene MKH-ler wird wohl kaum zu einer Korrektionsempfehlung kommen. Eine prismatisch fehlerhaft ermittelte Korrektion wird aber spätestens bei einer versierten Folgeüberprüfung auffallen müssen! Dies aber nur dort, wo ein Anwender alle aufeinander aufbauenden Teste der MKH gut kennt und auch bei der Messung benutzt. Ausschließlich wenn zu früh nachkorrigiert wird, bleibt hier ein Restrisiko für längerfristig falsche Werte bestehen (siehe dazu frühere Antwort).