Lieber Gernot,
Sie schreiben
"Und Ihr von den Séhschulen habt höchstens bei 2% der latenten Schielfehler Korrektionsvorschläge." Wie kommen Sie auf diese Zahlen? Gab es da mal eine Studie?
Das wir nur 2% der behandlungswürdigen Phorien heilen bzw. behandeln können, würde ich nicht behaupten.Ich sehe recht oft Patienten mit dekompensierten oder dekompensierenden Phorien, die wir natürlich auch behandeln.
Zur sog. Beleidigung Eures BerufstandesWir hören oft, daß die Optiker behaupten, der Augenarzt, die behandelnde Orthoptistin würde nur Unsinn erzählen. Ist das keine Beleidigung unseres Berufsstandes? Ich persönlich habe jedenfalls noch keinem Patienten erzählt, daß der Optiker nur Quatsch verbreitet. Und zur Verunsicherung der Patienten diese sind vor allem von unterschiedlichen Meinungen AA und AO verunsichert. Uns die Schuld zuzuweisen, die Patienten zu verunsichern finde ich nicht besonders fair.
Ich glaube auch nicht, daß unser Berufstand am Ende ist, wenn wir die MKH-Methode zur Messung von latenten Schiel:wink:eln nicht einführen. In der Orthoptik ist die Bestimmung von Phorien ein kleiner Teil.Wir beschäftigen uns auch mit anderen z.B. neuroophthalmologischen Dingen.
Das die Strabologie bei den Augenärzten am Ende sein soll, habe ich bis jetzt auch nicht bemerkt. Höchstens mit Nachwuchsproblemen hat man zu kämpfen, aber das ist in der gesamten Medizin so.
Und zu der Bemerkung von Herrn Schlinkmann, daß Herr Dr. Pestalozzi 99 bei der Bielschowksytagung ausgebuht wurde, kann ich nur sagen, es war nicht so. Ich selbst habe den Vortrag gehört und kann mich an ein Ausbuhen des Redners nicht erinnern. Höchstens an kritische Fragen. Wenn natürlich in diesem Forum behauptet wird, die Augenärzte und Orthoptistinnen hätten es nötig, jemanden, der die MKH-Methode verteidigt, auszubuhen, wirft das ein sehr einseitiges, negatives Bild auf uns. Dieses Bild entspricht mit Sicherheit nicht der Wahrheit.
Zur OP des Strabismus sursoadduktorius oder deorsoadduktorius Wir operieren erst, wenn OP-würdige Winkel vorhanden sind. Ein Nachlassen des OP-Effektes ist sicher nicht auszuschließen, das ist bei jedem Patienten aber individuell verschieden. Der Effekt einer Prismenbrille kann ja auch im Spontanverlauf nachlassen und so ein Verstärken der Prismen erfordern. Nur operiert werden auch bei uns diese Schielformen nicht, manchen Patienten ist mit Vertikalprismen eher geholfen, vor allem bei kleinen Schiel:wink:eln.
Ich habe den Eindruck, daß viele denken, Augenärzte und Orthoptistinnen sind absolut gegen Prismenbrillen. Das ist in den Kliniken,in denen ich gearbeitet habe bz.w arbeite und sicher auch in den anderen orthoptischen Abteilungen der Unis und anderen Kliniken und in den Praxen mit Orthoptik, nicht der Fall. Und das wir keine Prismenbrillen verordnen, weil das zuviel Arbeit verursacht stimmt ebenfalls nicht. sonst würden wir ja keine Prismentrageversuche,die im Durchschnitt eine Stunde dauern nicht durchführen, oder?
Bis dann
b