„Prisma kontra OP“, Wie ergänzen sich diese Techniken aus Sicht eines MKH-lers
Binokularstörung über 40.0 Prismen
Methode der Wahl Einleitungs-OP nach Abklärung, diese natürlich einschließlich MKH!
(evtl. vorher Teilkorrektion über Prismenfolie oder Gläser, als Bestandteil einer Abklärung)
Binokularstörung zwischen 25-40 Prismen
Wichtig! Abklärung über MKH, (neben weiteren Methoden)
Trageversuch mit Teil- oder Vollkorrektion des Messergebnisses nach MKH.
Einleitungs-OP bei Zunahme des Messwertes,
Stabilisierung des Messwertes unter Vollkorrektion über 2-6 Monate abwarten, operativen Ausgleich durchführen. (Dr. Wulff operiert bei WF Werte bis 32 cm/m, darüber mit weiterem Eingriff nach einer erneuten Stabilisationsphase, Schieler werden auch höher dosiert operiert)
Binokularstörung bis 30 Prismen
Wichtig! Abklärung über MKH
Trageversuch mit Teil- besser Vollkorrektion des Messergebnisses nach MKH.
Stabilisierung des Messwertes unter Vollkorrektion abwarten. Zunahme oder Abnahme der Werte ist möglich. Nach Stabilisierung ist eine OP bei Werten über 20 Prismen richtig, aus kosmetischen Gründen auch schon vor einer Stabilisierung denkbar.
Binokularstörung bis 20 Prismen
Wichtig! Abklärung über MKH
Langjähriges Tragen von prismatischen Werten möglich, bei Stabilisierung operativer Ausgleich ab ca. 7 Prismen möglich, über 12 Prismen überaus sinnvoll.
Binokularstörung bis zu 6 Prismen
Wichtig! Abklärung über MKH
Keine OP-sinnvoll möglich.
Vorteil einer OP-Technik
Schnelle Reduzierung der binokularen Störung auf einen kleineren Winkel. Immer sinnvoll bei sicherer Diagnose kombiniert mit hohen Werten. Dann möglichst schon bei Kleinstkindern. (z.B. Dr. Wulff)
Nachteile einer OP-Technik
- Durch die Narkose, die Operationstechnik etc. typische Nachwirkungen einer OP
- Dosierung ist gegenüber einer Brille nur grober ausführbar (im Prismenwert/Winkel)
Ohne den brillentechnischen Ausgleich (MKH) vorab, ist das OP-Ziel möglicherweise unsicherer, beispielsweise könnten Folgen sein
- teilweise sehr vorsichtig ausgeführte OP (nur geringerer Kompensationswert)
- zu früh erfolgte Rück-OP, bei plötzlich auftretenden Doppelbildern
- falsch ermittelter OP-Wert, durch völlig verspannte binokulare Funktionen
- abgelehnte OP
Über "Brille" wird die OP-Planung sicherer. Es sind evtl. andere OP-Umrechnungswerte nötig. Unter der Beherrschung der MKH-Messtechnik wird das Ergebnis einer OP durch nachfolgende MKH-Messungen für den Operateur überprüfbarer, und verbessert längerfristig die Ausführung. Der Operateur gewinnt zusätzliche Sicherheit in der Ausführung seiner eigenen OP-Technik. Rein kosmetische OP’s werden seltener, weil Klienten nun häufiger auch bessere beidäugige Sehfunktionen gewinnen.
Nachteile der MKH
Sie ist nur bei binokular verarbeitbaren und fusionierbaren Seheindrücken anwendbar!
Sie ist z.Zt. noch kein medizinisches Standartverfahren in deren Diagnostik, wohl aber in der deutschen Augenoptik integriert.
Sie ist ein zeit- und kostenaufwendiges Verfahren mit hohen Lerninhalten für Prüfer und Klient. Bekannt sind Nachteile der Korrektionsgläser für den Klienten, hauptsächlich in Dicke und Gewicht. Zusätzlich, und teilweise nur vorübergehend, sind Effekte durch Farbsäume, geänderte Raumwahrnehmung u.a., die individuell unterschiedlich empfunden werden können.
Vorteil durch MKH
Funktionell besseres, bis ideales Binokularsehen wird angestrebt und, wenn möglich, erarbeitet. Die OP kann dabei zu einem Glied in der Kette der sinnvollen Maßnahmen werden.
Hinweis
"Vollkorrektion" dieses Wort macht in der MKH Sinn, da fast ausschließlich in diesem Meßverfahren des Binokularsehens der letztendlich gefundene Messwert "VOLL" in die Korrektion übernommen werden kann, (nicht muss)! Es bezeichnet deshalb anfangs keinesfalls den gesamten Fehlwert des Systems. Dieser stellt sich oft erst mit der Zeit heraus.