Hallo Paul-Gerhard,
vielen Dank für die ehrlichen Zeilen. Glaube mir ich habe ein rabenschlechtes Gewissen wegen meiner Kinder, wollte das Beste für sie mit den Prismen um ihnen das zu ersparen worunter ich seit meinem ca. 16. Lebensjahr leide (bin jetzt 36). Sind ja auch beides Extremfrühchen mit Koordinationsproblemen u.a. Ich war wirklich total euphorisch, als ich mit den Prismen bei uns dreien anfing. Aber meine Kids reagierten anders als ich. Meine Tochter vertrug die Brille und das Schriftbild wurde auch erst besser. Aber sie hat mit der Nähe Probleme und der Augenarzt wollte in die untere Brillenhälfte eine Art Lesegläser einschleifen (ich bin absuluter Laie, sorry, ich kann das alles wohl nicht so richtig erklären). Die Messung unter Tropfen war absulut verrückt. Mit Prismen ging gar nichts mehr, mit ihrer alten Glasstärke war alles super. Nun trägt sie die Sommerferien über ihre alten Gläser, dann messen wir erneut und sehen weiter.
Sohnemann hat besagte Extremwerte. Fand die Prismen anfangs toll (ist Außenschieler!), sah aber immer Beulen. Nachher ging gar nichts mehr. Wieder zum Optiker die Prismen sind von 40 auf ungefähr 50 gestiegen. Der Optiker kann das nicht mehr verantworten - Du weißt ja es ist ein Politikum mit der WKF, weil nicht ärztlich anerkannt. Ich handle also in völlig eigener Verantwortung. Mein Optiker ist gut. Er will auch, dass ich zu Dr. Wulff fahre. Nur Berlin ist sehr weit weg, ich habe kaum finanzielle Mittel als alleinerziehende Zwillingsmutter mit Halbtagsjob und nicht zahlendem Erzeuger. Außerdem möchte Dr. Wulff, dass die Prismen vor der OP mindestens ein paar Monate getragen werden, was ja auch logisch ist, da die Augenwerte sich anfangs immer weiter verändern und man erst operiert, wenn man einen verlässlichen, enggültigen Wert hat. Der Optiker gibt umumwunden zu, dass die Prismen zur OP führen werden bei Lukas. Klar, auch der Augenarzt ist gegenüber einer Kinder-WKF-Behandlung eher abgeneigt. Der hat mich natürlich auch "aufgeklärt". Ich habe einfach Schiss (auf gut Deutsch, sorry).
Ich wäre überglücklich, wenn meine Kids auf die Brille 100 Pro positiv reagiert hätten und mein Sohn nicht diese Extremwerte hätte. Hinzu kommt Ist die Brille auch nur leicht verbogen (das passiert bei Erstklässlern jeden Tag), muss sie wieder geradegebogen werden. Dafür muss ich dann 50 km (ein Weg!!) zum Optiker fahren. Mein hiesiger Optiker weigert sich, die Prismenbrille auch nur anzufassen und verteufelt mich (er hat halt eine völlig kontroverse Meinung und sagt eine WKF- Behandlung beim Kind grenzt an Körperverletzung). Ich muss zugeben, meine Kraft und Nerven sind am Ende.
Ich habe lange nachgegrübelt (und tue es auch noch). Ich habe meinen Augenfehler bisher gut kompensieren können, einen super Schulabschluss hinlegen können und auch irgendwann die Tennisbälle getroffen (habe wohl in mein Hirn eine Art Vorhalte:wink:el eingebaut..). Das mit den Höhen und Tiefen und der Geometrie - na ja. Aber da haben Frauen eh Probleme. Hab mich halt beruflich auf die Sprachenschiene festgelegt (wenn nur die Bildschirmarbeit nicht wäre - mein größtes Problem).
Das Positive bei Sohn der Außenschieler hat sich im letzten halben Jahr fast gelegt und er hat auch wieder seine alten Gläser (ich glaub, so um die + 0,75, also fast überflüssig, aber er sagt, auch damit sind die Kopfschmerzen besser und er z:wink:ert auch nicht mehr ständig das linke Auge zu).
Die Geschichte geht weiter. Ich werde regelmäßig meinen Optiker aufsuchen, aber auch einfach die Kids beobachten und auf meinen Instinkt hören - der hat mich bisher nie im Stich gelassen. Und beide sind momentan zufrieden mit der Brille, die sie nun tragen.
So, das war nun viel geschrieben. Vielleicht fühlt sich ja noch jemand angesprochen, dem es ähnlich ergeht wie mir. Würde mich über ein Echo freuen.
Liebe Grüße
Kerstin