Hallo zusammen,
ich möchte gern Euch um einen Rat bieten.
Ich bin 33, genetisch bedingte Kurzsichtigkeit. Im Alter 18 habe ich ca. -10,0 Dpt. erreicht, Sehschärfe 1,0. Früher war alles so gut, dass ich niemals meine Kurzsichtigkeit als hohe empfinde.
Seit dem Oktober 2003 hat sich alles deutlich geändert. Mir wurde viel schwieriger am PC arbeiten. Ich war bei Augenärztin, die Peripherie Netzhautdegeneration im nasalen Bereich festgestellt hat und Sehschärfe in der Ferne 0,9. Genau wie Gika (eine Teilnehmerin im Forum) habe ich bemerkt, dass beim Test in Ferne die Augen „zoomen“, „d.h. ich sehe mal scharf und mal unscharf (so als ob man mit einer Spiegelreflexkamera ständig die Schärfe verändert)“.
Im BFW Düren (Zentrum für berufliche Bildung Blinder und Sehbehinderter) wurde im Februar 2004 Hilfsmittelberatung durchgeführt. Noch vor der Untersuchung haben sie mir gesagt, dass sie an den in meinem Ort gemessenen Sehschärfewert nicht glauben. Ergebnisse aus Düren Sehschärfe in der Ferne beträgt 0,63, Nahsehschärfe 0,5 (also weniger, als in der Ferne!). Hilfsmittelbedarf Vergrößerungssoftware mit Farbinvertierung und Farbanpassung, evtl. Screenreader, schwächere um 1 Dpt. Lesebrille. Bei einer Tätigkeit am PC soll ich möglichst Fettschrift verwenden.
Später sind Probleme mit dem Lesen entstanden. Die neue Lesebrille hilft mir leider nicht. Ich reagiere auf den Kontrast und Blendung. Wenn Papier etwa grau ist, und Buchstaben nicht genug schwarz sind, ist mir schwer lange zu lesen, obwohl Schriftgrad relativ groß ist. Beim Lesen von Zeitungen entsteht Augenschmerz, besonders in der Mitte und in inneren Ecken der Augen. Ich merke, dass Gefäße in Augen werden rot und dick, besonders in der Mitte und in inneren Ecken der Augen. Es gibt komisches Gefühl einer Muskelspannung in Augen, als ob Augen nach innen zu stark konvergieren. Was ist noch schlimmer, entsteht dabei Übelkeit und Schwindel.
Kurzzeitig kann ich relativ gut sehen, aber in einem Zeitraum werden Augen ungewöhnlich schnell müde.
Das Gefühl der Muskelspannung ist nach der augenärztlichen Untersuchung mit Tropfen sofort verschwunden! Mit anderen Worten, Tropfen wirken gegen die Muskelspannung! Aber wenn den Kontrast gering (für mich) ist, dann entsteht Muskelspannung rasch wieder.
Bis zum Februar war mit dem Lesen alles noch OK, deshalb habe ich im Düren nur nach den Hilfsmittel für PC-Tätigkeit gefragt.
Im BFW Düren hatte ich sehr gute Beratung und ich bin sehr dankbar allen, die dort arbeiten. Sie verstehen alle meine Beschwerden. In meinem Ort (Münster/Westfalen) konnte ich leider noch nicht etwas Ähnliches finden. Die Augenärztinnen glauben nach wie vor an 0,9 Sehschärfe, Lesebrille dürfen sie nur ab 40.-50. Lebensjahr verschreiben, alle Hilfsmittel sind für mich überhaupt überflüssig, eine von drei Augenärztinnen hat mir gar gesagt, die Netzhaut sei perfekt für meine Myopie. Muskelspannung können sie nicht erklären.
Ein Optiker (Fachberater für Sehbehinderte, nicht aus Münster) empfiehlt mir dagegen Hilfsmittel zum „entspannteren Sehen“ (später schreibe ich welche genau).
Zum Schluss, Meine Werte
Visus R und L Sph -9,5 Zyl. -0,5 Achse 175
Sehschärfe in der Ferne 0,63, Nahsehschärfe 0,5
Peripherie Netzhautdegeneration im nasalen Bereich
Gesichtsfeld leichte myopiebedingte Ausfälle
Augendruck ist in Ordnung.
1. Wer kann einen erfahrenen Optometrist oder Augenarzt /eine erfahrene Optometristin oder Augenärztin in NRW empfehlen?
2. Welche Idee habt Ihr, warum entsteht Muskelspannung?
3. Welche Hilfsmittel können mir eventuell helfen zu lesen?
Ich bedanke mich schon im Voraus.
Gruß,
Fili

