Gibt es eine Zusammenhang zwischen hoher Fehlsichtigkeit und psychischer Erkrankung?
Ich war im Laufe meines Berufslebens insgesamt über ein Jahr ín der Betreuung psychisch erkrankter Menschen tätig.
Es war auffällig, dass es unter den Patienten auffällig viele mit ausgeprägten Sehschwächen gab.
In mir kam die These auf, ob es da einen Zusammenhang gibt, zwischen Psychosen und starker Kurz- bzw. Weitsichtigkeit.
Ich habe damals keine Statistik angelegt, um den Anteil der stark Fehlsichtigen zu ermitteln. (Diese wäre eh nicht repräsentativ gewesen.)
These 1
Unter den psychisch Erkrankten gibt es mehr Träger starker Brillen, da diese Menschen für gewöhnlich keine Kontaktlinsen tragen. So wird eben nur die Fehlsichtigkeit offensichtlich, aber der Anteil der stark Fehlsichtigen ist nicht oder nur unwesentlich höher als bei nicht Erkrankten.
Einen Zusammenhang von Psychischer Erkrankung und starker Fehlsichtigkeit gibt es nicht oder nur in unwesentlichem Maße.
These 2
Es gibt einen Zusammenhang. Der Anteil stark Fehlsichtiger unter psychisch Erkrankten ist deutlich höher als bei „Gesunden“. Starke Fehlsichtigkeit begünstigt das Entstehen von psychotischem Erleben.
Was für die zweite These spricht ist folgende Einzelstimme
Während eines Praktikums in einer arbeitstherapeutischen Einrichtung begegnete mir ein flüchtig Bekannter. Er als Patient, eingewiesen mit einer Psychose, ich auf der Helferseite.
Seine Erkrankung führte er auf exorbitante Belastungen in seinem Studium zurück und der damit verbundenen Zukunftsangst. Und er hatte erwähnt, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Kontaktlinsen tragen konnte (wegen irgend einer Unverträglichkeit), somit seine, auffällig dicke, Brille tragen musste, und dies auch zur Psychose beigetragen hätte.
Ich bin damals nicht darauf eingegangen, weil ich mir keinen Reim darauf machen konnte, was eine Psychose mit Kurzsichtigkeit zu tun haben könnte. Leider habe ich ihn auch schon seit Jahren aus den Augen verloren, sonst würde ich mir seine Äußerung erklären lassen.
Kurz und gut Gäbe es diesen Zusammenhang, wäre dies ein Ansatzpunkt den es bei der Therapie der betroffenen Personen zu berücksichtigen gälte. Wohlweislich vornehmlich die Aufgabe von Psychologen, Psychiatern, Sozialpädagogen und Therapeuten.
Aber mich würde es schon interessieren, ob die Optiker und Augenärzte dieses Forums Beobachtungen gemacht haben, die eine meiner beiden Thesen bekräftigen.

