Forum

1 Beitrag / 0 neu
Bild des Benutzers Philip
Verbunden: 25. September 2022 - 11:26
Sehbeschwerden nach Schiel-OP

Hallo zusammen,

ich lese seit einiger Zeit Beiträge in diesem Forum und habe mich nun dazu entschieden meinen eigenen Fall kurz zu beschreiben, in der Hoffnung, dass mir jemand den einen oder anderen Ratschlag geben kann.

Ich wurde im August 2021 am rechten Auge operiert, da ich plötzlich angefangen habe doppelt zu sehen bei Linksblick, teilweise aber auch bei Geradeausblick in der Nähe. Ich habe seit meiner Kindheit ein Strabismus sursoadductorius gehabt, welcher letztes Jahr scheinbar nicht mehr nur den Linksblick sondern eben auch den Geradeausblick betraf. Es wurde aber ebenfalls eine Exophorie und ein Höhenfehler bei mir diagnostiziert.

Um auf den Punkt zu kommen, bereits einen Tag nach der OP war bei der Nachuntersuchung ein leichtes Innenschielen in der Nähe  festgestellt worden, wovon vorher nie die Rede war. Es wurde aber ebenfalls noch ein leichtes Außenschielen in der Ferne festgestellt. Ich wartete also Woche für Woche und schließlich Monat für Monat ab, in der Hoffnung, dass sich die Beschwerden noch von alleine legen würden, was allerdings nur geringfügig der Fall war. Ich sehe zwar nicht mehr oft doppelt aber wenn ich es tue, dann sind die Doppelbilder immer gekreuzt, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne, was ja auf ein Außenschielen hindeutet. Außerdem habe ich oft Schmerzen unter der Augen und teilweise auch einen stechenden Kopfschmerz.

Ich war schon beim Neurologen, Zahnarzt und in der Physiotherapie aber die Beschwerden sind immer noch da. Ich bin auch bei einem Optiker in Behandlung, der die MKH-Methode beherrscht und trage auch mittlerweile eine Prismenbrille gegen mein Innenschielen (1 Höhenprisma, 4 Prismen Basis außen) aber auch diese Brille hilft mir nicht wirklich, ich habe sogar das Gefühl, dass mein unscharfes Sehen in der Nähe, welches eines meiner Hauptprobleme darstellt, mit dieser Brille noch schlimmer wird. Bei meiner letzten Krankenhausuntersuchung stellte man fest, dass ich in der Nähe 6 Prismen Basis außen und in der Ferne 6 Prismen Basis innen bräuchte. Allein das ist ja schon keine gute Situation. Mir wurden im Laufe der Untersuchung auch Gläser mit +0,75 Dioptrien vor meine Fernbrille gehalten, welches ich als relativ angenehm empfand.

Gibt es hierzu Erfahrungsberichte? Wäre es vielleicht sinnvoll trotz meines Innenschielens in der Nähe mal Prismen mit Basis innen zu versuchen, also für mein Außenschielen? Wie gesagt, wenn Doppelbilder auftreten, sind diese immer gekreuzt.

Würde mich freuen, falls jemand einen Rat für mich hat.

Mit freundlichen Grüßen

Philip

UPDATE: Ich trage mittlerweile eine Prismenbrille mit 4 Prismen Basis innen und 0,75 Prismen in der Höhe. Leider wird mein unscharfes Sehen in der Nähe auch mit dieser Brille tendenziell eher schlimmer als besser. Meine mittlerweile zum Glück nicht mehr so häufig auftretenden Doppelbilder sind wie oben beschrieben in der Nähe und Ferne gekreuzt, daher der Versuch auch in der Nähe mit Basis innen zu korrigieren. Kann es sein, dass ich nach der OP so etwas wie einen Konvergenzexzess entwickelt habe? In der Nähe ein Innenschielen, welches vor der OP scheinbar nicht vorhanden war, mir aber jetzt starke Probleme bereitet und in der Ferne noch ein Außenschielen, welches mir kaum bis keine Beschwerden verursacht. Wäre es sinnvoller als nächsten Schritt eine Gleitsichtbrille anfertigen zu lassen oder ein optometrisch geführtes Training zu versuchen?

Aktuelle Werte der Prismenbrille:

Glas rechts: Sph: -2,25 Cyl: -0,50/115° PrH: 2,00/0° // Glas links: Sph: -2,50 Cyl: -1,00/99° PrH: 2,00/180° PrV: 0,75/90°

UPDATE 01.23: Ich trage nun seit vier Wochen eine leichte Gleitsichtbrille mit gleichen Sph. und Cyl.-Werten wie meine o. g. Prismenbrille und einer Addition von 0,75 allerdings komplett ohne Prismen. In der Nähe wird durch diese Brille mein Unscharfes Sehen merklich besser. Jedoch würde ich gern wissen, wie es sein kann, dass ich nach mehrmaligen MKH-Messungen in der Ferne immer wieder auf 4 Prismen Basis innen komme inkl. einer Höhenabweichung von mittlerweile 1,75 und in der Nähe auf über 10 Prismen Basis außen. Ich habe auch das Gefühl, dass mir Prismen Basis außen nicht wirklich beim scharfen Sehen in der Nähe behilflich sind. Ist das Problem was ich habe ein akkomodativer Konvergenzexzess? Hat jemand Erfahrung mit solchen Fällen? Ohne Addition, also nur mit normaler Fernbrille oder wenn ich in der Nähe durch den Fernteil der Gleitsichtbrille schaue, habe ich teils starke Schwierigkeiten scharf zu sehen, insbesondere am PC und ich merke auch, dass ein Innenschielen vorhanden ist, wenn ich die Augen abwechselnd abdecke. In der Ferne ist beim Abdecken ein Außenschielen festzustellen, wie sich ja auch in den MKH-Messungen gezeigt hat.