Hallo zusammen,
Mein Sohn fing mit 3 Jahren eines morgens an sich über Doppelbilder zu wundern (Er sagte, dass Bild an der Wand sei zweimal da). Im Laufe des Tages verschwand das wieder. Am nächsten Tag wiederholte sich das Ganze und am Tag darauf griff er auch daneben. Es war zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Schielen bei ihm aufgefallen. Wir waren kurz zuvor bei der U7a und es wurde ein umfangreicher Stereotest und ein Scan mit dem PlusoptiX gemacht. Er hat alles richtig erkannt bei dem Stereotest und PlusoptiX war unauffällig. Wir sind dann zum Kinderarzt gegangen, der uns ins Krankenhaus geschickt hat. Dort wurde untersucht, ob er normal laufen kann etc., ob der Sehnerv geschwollen ist (mit Tropfen). Es konnte nichts festgestellt werden außer einer gut kompensierten Esophorie mit einem Winkel von 5 Grad. Außerdem wurde wieder Stereo getestet und er hatte 100% Stereosehen. Es hieß er wäre leicht weitsichtig und wir sollten demnächst zum Augenarzt zum genauen Messen. In den kommenden Tagen ist erstmal nichts passiert. Ca. 2 Wochen später ist er eines morgens aufgewacht und hat stark nach innen geschielt. Er hat die Augen zusammengekniffen und war irritiert. Wir haben beim Augenarzt angerufen und gesagt, dass wir sofort einen Termin brauchen und nicht erst in 3 Monaten. Als wir dort waren, war das Schielen wieder weg. Es wurde die Refraktion unter Tropfen gemessen. Beide Augen haben +1,75 dpt. Der Augenarzt meinte, dass er eigentlich bei diesen Werten keine Brille verschreibt, hat ihm dann aber doch eine mit +1,5 dpt verschrieben. Die nächsten Tage hat es sich wiederholt: Er hat meistens nur morgens geschielt und dann ging es im Laufe des Tages weg. Es gab auch schielfreie Tage. Mit der Brille ist das Schielen für 4 Monate gar nicht mehr aufgetreten.
Dann eines morgens fing es wieder an. Wir sind nochmal zum Augenarzt (diesmal zu einem anderen mit Sehschule). Seine Werte wurden nochmal mit Tropfen gemessen und er hatte + 2 dpt auf beiden Augen. Stereosehen war weiterhin zu 100% vorhanden (als wir dort waren hat er nicht geschielt). Er sollte die Brille ein paar Wochen tragen und danach sollte wieder kontrolliert werden. Die kommenden Tage schielte er wieder meistens nur morgens wobei sich die Dauer immer mehr verlängerte. Unser Augenarzt diagnostizierte eine dekompensierende Esophorie und überwies ins Krankenhaus um über eine Schiel-OP zu sprechen. Im Krankenhaus wurden 48 PD gemessen und zu einer baldigen OP geraten. Seitdem gab es keine schielfreien Phasen mehr, wobei der Winkel noch nicht konstant war.
Wir sind dann noch für eine Zweitmeinung woanders hingegangen. Dort war der Winkel bei der Messung geringer und er bekam eine Prismenfolie verschrieben mit 30 PD und die Diagnose normosensorisches Spätschielen. Er hatte mehrere Tage Probleme die Folie zu tragen und lief gegen Möbel. Wir sind nochmal ins Krankenhaus zum Messen des Winkels und es hat sich herausgestellt, dass der Schielwinkel bei den unterschiedlichen Prismen nicht „einrastet“ und das wäre wohl untypisch für das normosensorische Spätschielen. Der Winkel ließ sich einfach nicht messen und die Ärzte sind gerade ratlos bzgl. der Diagnose und wie sie operieren sollen.
Meine Fragen: 1. Kann bei einer dekompensierten Esophorie überhaupt ein so großer Schielwinkel entstehen?
2. Kann es eine Mischform von dekompensierter Esophorie und normosensorischem Spätschielen sein?
Wir haben im letzten Jahr bei allen Experten in ratlose Gesichter geschaut. Wir wissen gar nicht wie es weitergehen soll.
Ich freue mich über Euren Rat!
Viele Grüße,
Catherine