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Bild des Benutzers tcy-records
Beigetreten: 24. September 2010 - 19:35
Schieloperation bei Kindern

Hallo zusammen!

So eben durch 'googeln' bei Euch gelandet. Mein Name ist Diana, bin Mama von 2 Kindern und bin auf der Suche nach Antworten. Und so platze ich einfach raus mit meinen Fragen - Euer Wissen hat mich festgehalten.

 

Unser 7jähriger schielt schon seit er klein ist. Am Anfang fiel es auf, dass er dann schielte, wenn er müde war. Wir suchten einen Augenarzt auf, der uns erklärte, dass dies ein Phänomen sei - ich habe es nie wirklich verstanden. Man schickte uns in Sehkliniken, nun heisst es, dass er operieren muss, den Sehmuskel. Er hat das rechte Auge, welches einfach nach aussen abschwenkt, das ist sein Lieblingsauge. Er hat keine Doppelbilder, keine Kopfschmerzen - es ist schwer zu erklären, da er auch  nie selber etwas darüber ezählen kann.

 

Nun bin ich von jemandem angesprochen worden, der scheinbar Optiker ist und früher aktiv Sportler war. Er sagte, dass man durch Dehnungen verschiedener Muskeln die Augen wieder 'hinkriegen' könne, ohne dass man operieren müsse. Er nannte mir ein Buch, den Titel hab ich wieder vergessen Sad es stammt aus den USA. Wieviel kann ich davon halten?

 

Einerseits würden wir gerne eine Operation vermeiden, wenn es geht, andererseits ist es uns wichtig, dass unser Kind sein 3D Sehvermögen nicht verliert, sondern erhalten kann.

 

Kennt sich jemand mit Alternativen aus? Prismen hat man uns gleich gesagt, dass dies nichts bringt. Unser Sohn ist ein ADHS Kind mit authistischen Zügen - da hat man uns gleich gesagt, dass dies bei ihm nichts nütze?

 

Fühle mich ganz ehrlich überfordert und hoffe sehr, dass mir jemand weiter helfen - auch wenn ich als Neuling gleich so rein platze mit meinen Sorgen.

D.

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Beigetreten: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo Diana,

Dein Kind ist schon sehr lange in einen Brunnen gefallen und jeder guckt nur danach, wie tief der Brunnen etwa ist, aber hilft Deinem Sohn nicht heraus, leider hast Du es auch als Mutter bislang versäumt, ganz sicher auch wegen der beschönigenden Aussagen, Dein Kind habe halt ein Phänomen. - Was sich auch immer dahinter verbergen soll. Aber scheinbar doch nichts Schlimmes! - So wurdest Du beraten.

Leider muss man sagen, sind fehlende Doppelbilder kein gutes Zeichen. Dies ist bei Schielkindern zwar üblich, zeigt aber auf, dass zentral die Kooperation im Sehen über beide Augen aufgekündigt wurde, das Gehirn schaltet einen Seheindruck ab, sonst gäbe es eben diese Doppelbilder und allermeist auch Kopfweh etc.

Das Dein Kind sich nicht beschwert ist deshalb keinesfalls ein gutes Zeichen, sondern belegt, dass es auch ohne sichtbare Schielstellung wohl keine Kooperation zwischen beiden Augen gilt, die über ein sehr grobes Stereosehen hinausgelangt, wenn dies überhaupt vorhanden ist. Hier kennt man bei Schielern auch manche Tricks mit denen sie sich bei Stereosehtesten vergewissern, was vorne bzw. hinten zu sehen sein soll. Und dann sogar richtige Antworten vortäuschen können.

Der Ansatz von Stretch- und Dehnübungen, in der Augenoptik / Optometrie über Funktional-Teste, Visualterapie, etc. von etlichen augenoptischen Trainern (auch in unserem Forum) kann ich persönlich nur sehr bedingt folgen.

Lese Dich mal in einige Themen, allermeist unter Binokularsehen registriert ein, und Du findest sicher auch Infos, die Dir bei Deinem Sohn helfen können.

Ich wage es hier einfach mal, Dich etwas aufzurütteln, was Deine Fürsorge für das Sehen Deines Kindes angeht. Dabei tue ich es innerlich schreiend, ob der Verantwortungslosigkeit von Ärzten und Kliniken in unserer Zeit heute.

Und wisse, ich will Dir keinen Vorwurf machen, Kinder und Ihre Eltern sind hier die Bauernopfer in einem intrigen Schachspiel um das Recht des Stärkeren in der Berufspolitik, und wehe den Ärzten, die sich hier mit Optikern verbünden, die ja nur Brillenhändler sein dürfen. - Das nur als Hintergrundbild zu einem seit 60 Jahren umkämpften Gebiet, was binokulares Einfachsehen in bester Konzeption beinhaltet und wie es stabilisiert, erhalten oder z.B. bei Deinem Sohn nach bestem Wissen geweckt und gefördert werden kann. - Bestenfalls wurde ja abgeklebt und damit beidäugiges Sehen verhindert.

Bild des Benutzers tcy-records
Beigetreten: 24. September 2010 - 19:35

Hallo Paul-Gerhard und herzlichen Dank für Deine Worte.

Wachrütteln - wach bin ich schon und voller Sorge noch viel länger. Das 'Phänomen' sind wir schon seit langer Zeit am versuchen zu entwirren. Doch als 'Laie' hat man es echt schwer, sich ein Bild davon zu  machen, was man unternehmen soll/kann. Man wird wie ein Kaninchen von einem Test zum anderen geführt und keiner kann einem Aufschluss geben, was nun Sache ist. Das heisst, man hat nach den Konsultationen noch ein paar Fragen mehr... Sad

 

Da unser Kind auch noch authistische Züge hat, ist es extrem schwierig, fest zu stellen, was er sieht oder empfindet. Das mit den 'vorgetäuschten' Antworten hab ich schon geahnt, bei den Tests.

Durch Erfahrungen mit Ärzten und Spitälern weiss ich auch, dass man nicht immer alles glauben darf, was man gesagt bekommt. Doch mit einem solch komplexen Thema wie dem Auge, bin ich wirklich überfordert. Man macht sich Sorgen, hat ein echt schlechtes Bauchgefühl - deshalb bin ich ja auch auf den Optiker gestossen, der angefangen hat mit Augenärzten zusammen zu arbeiten. Eher durch 'Zufall', durch einen Prospekt, der mir zugetragen wurde, weil man um die Probleme meines Kindes wusste mit dem Schielen. Doch man hat noch nie etwas von diesen Praktiken gelesen oder gehört - doch jetzt, wo man weiss, mit welchen 'Schlagwörtern' man im Netz recherchieren kann, weiss ich doch mehr. Doch meine Frage ist, ob das alles etwas bringt, ohne dass man operieren muss etc. nur durch dehnen von verschiedenen Muskeln wie z.B. dem Oberschenkel etc.? Visuales Training?

Kennst Du oder andere User hier das Buch von Graham?

Und: abgeklebt wurde überhaupt nichts - nur vor einem Untersuch, für 2 Stunden...

Bild des Benutzers AgnesMaria
Beigetreten: 31. März 2006 - 0:00

Liebe Diana,

Ihr Sohn schielt nach außen mit dem rechten Auge. Man operiert nicht am Sehnerven sondern an den Augenmuskeln und stellt damit die Augen gerade.

 

Mit Muskeltraining ala weiß ich was wird die sensorische Anomalie nicht  zu beheben sein. Wenn Sie möchten, machen Sie das, nur wird es nichts bringen. Von dem Buch ist nicht wirklich was zu halten wenn es propagiert Schielen mit Sehtraining ist heilbar.

Ein beidäugiges Sehen oder sogar Stereosehen zu erhalten oder zu verbessern geht hier nur mit einer Schiel-OP. 

Prismen bringen selbstverständlich was. Eine OP muss mit Prismen gut aufgebaut werden, damit es dauerhaft von Erfolg gekrönt sein kann.Alternativen zur OP gibt es nicht. Wer da was anderes behauptet hat keine Ahnung.  

Ich kenne Praxen die vorwiegend Kinder mit ADS unjd auch mit Autismus  behandeln. Gut 80% der Sinneseindrücke werden von den Augen aufgenommen und 65- 70 % des Hirnstoffwechsels gehen für Sehaufgaben drauf. Da hilft manchmal eine Brille mit Fernkorrektion schon viel.

 

 

 

In allen Grenzen ist auch etwas Positives.

 

Immanuel Kant

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Beigetreten: 26. Juli 2002 - 0:00

Ganz sicher wird bei Deinem Kind nicht die erste Brille alles bringen können.

In diesem Fall ist vorerst mal der Weg das Ziel. Und hier muss ich mich entscheiden, Training oder MKH, der Messung auf Winkelfehlsichtigkeit. Und ganz sicher brauche ich einen sehr kompertenten Ansprechpartner an der Seite. Aber der sollte zu finden sein. Unter www.selbsthilfegruppe-Winkelfehlsichtigkeit.de gibt es Links zu Anwendern, ich denke, auch in Österreich. Fragen Sie evtl Frau Kubsch (die Leiterin) nach bewährten Adressen bei Autissmus. Hier lohnt ganz sicher auch ein weiterer Weg, wenn man eine sehr gute Adresse hat. Ich weiß von einer Familie, die aus Australien regelmäßig  mit Ihrem Kind nach Deutschland kommt. Sie waren aus Süddeutschland ausgewandert und einmal bei mir, ich habe Sie vor Jahren an einen Kollegen verwiesen, der sie meines Wissens, heute noch augenoptisch versorgt.

Wenn Dein Kind echt schielt, wird Dir ein MKH-Spezialist sicher auch eine gute ärztliche Adresse nennen, ich habe gerade ein Kind mit schwerem Handycup erstmalig versorgt, welches vorher immer 600 km zu einem von mir empfohlenen Arzt fuhr, der die Versorgungen des Schielers machte. Nach drei umsichtig geplanten, aufeinander abgestimmten Op´s ist der schwerstbehinderte Junge heute kaum wieder zu erkennen, so aufgeweckt ist er. Mit unserer Technik gelang es uns auch das Sehvermögen deutlich zu steigern. Es ist eine Freude dies 11-jährige Kind über jetzt fünf Jahre zu kennen und in seinen Entwicklungsstufen zu begleiten. Ärztlicherseits hatte die Mutter nach der Geburt zu hören bekommen, da ist alles zwecklos, das wird eh nichts werden. Zum Glück hatte dies die Mutter aktiviert, alles für Ihr Kind zu unternehmen. Der Erfolg gibt den Eltern heute Recht.

Bild des Benutzers tcy-records
Beigetreten: 24. September 2010 - 19:35

Herzlichen Dank Euch allen für die informativen Feedbacks. Da habe ich noch viel vor mir und noch mehr zu lernen Smile

Bild des Benutzers AgnesMaria
Beigetreten: 31. März 2006 - 0:00

Liebe Diana,

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In allen Grenzen ist auch etwas Positives.

 

Immanuel Kant