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Bild des Benutzers leimi
Beigetreten: 6. März 2017 - 21:42
Mikrostrabismus bei 4-jährigem

Hallo Zusammen, 

mein Mann war heute mit unserem gerade 4-jährigen Sohn bei Augenarzt. Vorausgegangen war die U8 b und die daraus resultierende voraussichtliche Sehschwäche, die sich nun leider bestätigt hat. Bei der U8 a hatte er beim Sehtest alles erkennen können. Seit 2/3 Wochen schielt er zudemstark, wenn er beispielsweise mich anschaut und sich darauf konzentriert. 

Nach Prüfung, Tropfen und Messen wurde folgender Befund gestellt:

Mikrostrabismus, Verordnung: ganztägiges Brille tragen, Okklusion: 4 Tage ganztägig, 1Tag ohne

Dauer bis zur nächsten Untersuchung: 3 Monate

seine Werte sind

Rechts: +3,75 Links: +3,0

Test: E-Haken 

Amblyopie: RA

Stereosehen: nein

Starbismus: convergens

Heterophorie: nein

 

Die Ärztin ist meinen Mann auch angegangen, dass es zur Behandlung bereits sehr spät sei. In den Broschüren steht zudem, dass Behandlungserfolge nur bis zum 3. Lebensjahr gut seien.

Nun zu meinen Themen/ Fragen:

- Wären Sie so nett und würden mir den Befund nochmals kurz erklären, auch die Therapie....

- Gibt es im Alter von 4 noch Erfolgsaussichten?

- Welche Konsequenzen gibt es darüber hinaus?

-Sind 3 Monate nicht eine zu lange Spanne nochmals nachzusehen?

- Woraus muss ich achten?

 

Danke vorab für eine Rückmeldung. Aktuell lese ich mich ein und hoffe bald mir ein besseres Bild machen zu können. Zudem nagen Vorwürfe an mir, dass wir nicht vorab einen Termin beim Augenarzt vereinbart haben!!!

leimi

 

 

 

 

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

es ist spät, aber nicht zu spät. Jetzt wäre eine etwas andere Herangehensweise besser. Anfertigung einer Brille mit Schielkorrektion, die das Innenschielen (Strabismus Convergenz) korrigiert, damit mit Brille beide Augen sehen könnten. Das bessere Auge höchstens 3-4 Stunden abkleben, damit das beidäugige Sehen eventuell doch noch anspringen kann.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Kugelblitz
Beigetreten: 20. Juli 2011 - 10:30

Hallo leimi,

zunächst einmal musst Du Dir bitte keine Vorwürfe machen. Ihr seid zum Kinderarzt gegangen und habt alle U-Untersuchungen wahrgenommen. Man vertraut ja nun mal auf das Urteil seines Kinderarztes.

Man versteht unter Mikrostrabismus ein kleinwinkeliges Schielen mit einem Schielwinkel von 0,5 bis 5 Grad, was i.d.R. angeboren ist. Diese Schielform weist einige Besonderheiten auf bzgl. der Netzhautkorrespondenzbeziehungen  und des Fixationsverhaltens. Daher sind bestimmte Untersuchungen zur Überprüfung durchzuführen, ob es sich tatsächlich um einen Mikrostrabismus handelt.

Ein wichtiges Ziel der Mikrostrabismustherapie ist die Visussteigerung (Sehschärfe) des schwächeren Auges durch Okklusion des führenden Auges (Amblyopiebehandlung). Hier ist es in der Tat so, je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Prognosen. Aber es ist sicherlich noch nicht zu spät, wenn die richtige Therapie in Angriff genommen wird.

Nun zu Deinen Fragen zum Befund:

Bei Deinem Sohn wurde eine Weitsichtigkeit von rechts + 3,75 dpt und links +3,0 dpt festgestellt. Hier stellt sich die Frage, nach welcher Tropfmethode (Atropin, Cyclopentolat?) die Werte ermittelt wurden und mit welcher Refraktionsmethode (Autorefraktor, Skiaskopie?). Ferner gehe ich davon aus, dass auch eine Hornhautverkrümmung - wenn vielleicht auch nur eine geringe - vorliegt, die im Befund allerdings nicht erwähnt wird.

Was die Brillenverordnung betrifft, wäre es wichtig, die genauen Werte der vom Arzt verordneten Refraktionswerte für die Brillenanfertigung zu kennen. Eine korrekte Brille ist das A und O einer jeden Schieltherapie.

Was die Okklusion und die Okklusionsdauer betrifft, müsste man wissen, welcher Visus (Sehschärfe) im Sehtestest erreicht wurde. Sowohl monokular als auch binokular sowie für Ferne und Nähe.

Unabdingbar ist in diesem Zusammenhang auch die Überprüfung der Fixation. Dazu finden sich hier im Befund keine Angaben. Auch nicht über die Größe des gemessenen Schielwinkels.

Was den Zeitraum bis zur nächsten Untersuchung betrifft, ist es i.d.R. so, dass nach 6-8 Wochen Gewöhnungszeit an die Brille eine Kontrolle erfolgt. Man wartet i.d.R. erst diese Gewöhnungsphase ab und überprüft erneut den Visus bevor mit der Okklusion begonnen wird.

Ich wünsche Euch als Elternteil eines Schielkindes alles Gute

Kugelblitz

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder

Dante Alighieri