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Bild des Benutzers KilianvobHofe
Beigetreten: 12. März 2017 - 13:49
Diagnosestellung Irregulärer Astigmatismus anhand HH-Topografie
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Hallo smiley !

Ich hatte eine LASIK in 2010 und habe seit dem visuelle Symptome in Form von Glare, Halos und Ghostings entwickelt. Zudem ist das Bild verwaschen und kontrastreduziert. Es entsteht eine extreme Lichtempfindlichkeit. Alles erst seit der OP.

Ich hätte zwei fachliche Fragen, die ich mir bislang nicht sicher beantworten kann. Falls ich in diesem Forum eine Antwort erhalten sollte, würde ich mich darüber sehr freuen.

a) Zum einen stellt sich mir die Frage, ab wann ein "irregulärer Astigmatismus" mit Hilfe der HH-Topografie gestellt werden kann. Ich habe schon gelernt, dass ein Astigmatismus unter 0,5dpt als physiologisch zu betrachten ist, d.h. es kann erst von Astigmatismus gesprochen werden, wenn topische Unterschiede in der Brechungskraft der HH entlang zweier Hautschnitte von über einer halben Dioptrie vorliegen.

Dann habe ich es so verstanden, dass der Astigmatimus "irregulär" ist, wenn die beiden Hauptschnitte nicht in einem Winkel von 90 Grad zu einander stehen.

Im vorliegenden Fall scheint es mir auch so, als ob entlang des Hautpschnittes auch selbst erhebliche Brechnungsunterschiede vorliegen. Für mich sieht die Karte farbcodiert ohnehin recht unsymetrisch und "nach Bergen und Tälern" aus. Mit anderen Worten also "irregulär".

Die konrekte Frage: Liegt hier bei beiden Augen ein irregulärer Astigmatismus vor?

b) Brillengläser korrigieren die durch die Operation induzierten Abbildungsfehler praktisch, d.h. was ich sehe, nur gering. Deswegen habe ich mich um die Anpassung von Kontaktlinsen bemüht. Konventionelle harte Kontaktlinsen hatten keinen wesentlichen Erfolg, Kontaktlinsen mit "Skirt" waren nicht mehr lieferbar bei meiner stark abgeflachten Hornhaut und Spezialinsen aus der Schweiz fielen nach wenigen Minuten aus dem Auge und auf einer Seite bildeten sich ständig "Tränenunerspülungen" (nur meine Vermutung- dort sah es so aus, als ob man direkt Tropfen ins Auge gegegen hätte mit dem gleichen optischen Effekt). Letztlich war diese Anpassung nicht erfolgreich, obwohl alle Seiten absolut bemüht waren.

Nun stehen als weiterer Therapieversuch noch Sklerallinsen aus, die wie ich HOFFE noch Hilfe bringen könnten.

Weitere Frage: Gibt es abegesehen von dem besseren Tragekomfort bei Sklerallinsen noch einen anderen optischen Vorteil gegenüber konventionellen harten Linsen?

Nach meiner Vorstellung sollten sich doch unter der Linsenoberfläche in beiden Fall Unregelmäßigkeiten der Hornhautoberfläche durch den Tränenfilm ausgleichen lassen und daher das optische Ergebnis annähernd gleich sein. Dies kann aber nicht ganz stimmen, denn es gibt doch einige Post-LASIK Fälle die angeben, dass harte KL nicht geholfen haben, Sklerallinsen jedoch schon. Gibt es hier eine Erklärung? Die Linsen kosten laut Kostenvoranschlag leider 2000 Euro pro Paar und daher ist das für ein mal Ausprobieren bislang für mich keine Option gewesen. Ich spare allerdings darauf, da ich im Alltag sehr beeinträchtigt bin.

Noch zur Information: Laut Wellenfrontmessung haben sich die Abbildungsfehler höherer Ordnung erhöht. Es sollen Koma, Trefoil und sphärische Aberrationen vorliegen. Dazu möchte ich aber noch einen anderen Post erstellen.

Vielen Dank für jegliche Hilfe.

Grüße

Kilian

 

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

die Hornhaut ist nicht irregulär, aber hat keine große einwandfreie optische Zone, was die Halos und Ghostings hervorruft, abhängig von der Pupillengröße. Leider eine nicht optimale Lasik. Durch die negative Excentrizität ist eine normale harte KL nicht möglich, sie muss oblong sein, was nicht jeder Hersteller macht. Da sind dann die Sklerallinsen besser.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers KilianvobHofe
Beigetreten: 12. März 2017 - 13:49

Hallo Eberhard,

vielen herzlichen Dank für die Erklärung!

Ist anhand der Karte denn ersichtlich, wie groß die gelaserte Optische Zone ungefähr ist? Anhand der Skalierung ist das für mich nicht ganz ersichtlich.

Ich habe immer noch ein paar Verständnisprobleme. Wenn ich mal zwei Hautpschnitte exemplarisch über die Hornhaut lege (s bitte Bild) und mir vorstelle, dass der Astigmatismus durch ein zylindrisches Brillenglas korrigiert wird, dann kann das Glas den Fehler ja nicht vollkommen richtig korregieren, weil z.B. entlang des blauen Hauptschnittes einmal die Brechkraft der Horhaut 39.6 dpt (grün kodiert) beträgt und an anderer Stelle 40.6 dpt (gelb codiert). Ist das so richtig gedacht oder liegt ihr eine falsche Annahme zu Grunde?

Die andere Frage die sich mir stellt, ist ob man die Hinterfläche der Cornea praktisch vernachlässigen kann (auf der Karte oben steht ja das es sich um die "refraktive Brechkraft der Vorderfläche" handelt?

Viele Grüße

Kilian

 

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin Kilian,

due gelaserte Zone hat ca. 8 mm Durchmesser, eigentlich ausreichend. Aber die einwandfreie optische Zone hat nur ca. 2 mm. Da Deine Pupille im Dunkeln deutlich größer ist als 2 mm, erklärt das die Halos.

Der Astigmatismus der Hornhaut ist im Zentrum nicht sehr groß, R 0,5 dpt und links 0,8 dpt, aber je weiter man vom Zentrum wegkommt, um so stärker weichen die Hornhautradien ab.

Du kannst lediglich das Hornhautzentrum mit Brille korrigieren. Bei Helligkeit kein Problem, nur im Dunkeln schwierig. Formstabile KL sind da deutlich im Vorteil, weil sie alles ausgleichen, was an unregelmäßigen Flächen vorliegt. Sklerallinsen, bzw. Mini-Sklerallinsen sind da am Besten geeignet.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers KilianvobHofe
Beigetreten: 12. März 2017 - 13:49

Hallo Eberhard,

sehr großen Dank für die Ausführungen. Nun habe ich eine konkreteter Vorstellung davon, warum es zu den Abbildungsfehlern kommt, die ich selbst so konstant wahrnehme. Ich hoffe die Skerlalinsen werden eine Lösung sein.

Viele Grüße

Kilian

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Viel Erfolg dabei Smile

Viele Grüße

Eberhard